Jan-Moritz Lichte, Trainer des 1. FSV Mainz 05 (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

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Mainz-Trainer Jan-Moritz Lichte: "Es kann nur gemeinsam funktionieren"

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Vier Spiele, vier Pleiten: Auch unter dem neuen Trainer Jan-Moritz Lichte findet der 1. FSV Mainz 05 nicht in die Erfolgsspur. Bei SWR Sport in Rheinland-Pfalz analysierte der 40-Jährige die aktuelle Situation und blickte voraus auf das Kellerduell gegen den FC Schalke 04.

Als Jan-Moritz Lichte nach dem zweiten Spieltag und der 1:4-Heimpleite des 1. FSV Mainz 05 gegen Aufsteiger VfB Stuttgart als neuer Trainer für den beurlaubten Achim Beierlorzer übernahm, war die Hoffnung auf eine Trendwende groß. Doch auch unter dem neuen Coach hielt die sportliche Misere bei den Rheinhessen an. Lichtes bisherige Bilanz: vier Spiele, vier Pleiten, 3:11 Tore. Insgesamt sind die Mainzer somit sogar mit sechs Niederlagen in die Saison gestartet - und haben damit einen Uralt-Negativrekord von Fortuna Düsseldorf (aus der Saison 1991/1992) eingestellt.

Lichte: "Die Spieler sind sehr selbstkritisch"

Nicht nur die Ergebnisse sind erschreckend - auch die jüngste Leistung beim 1:3 in Augsburg war es über weite Strecke. Vor allem in der ersten Halbzeit war es ein Rückschritt gegenüber den Partien zuvor und nicht bundesligatauglich. "Das, was uns in den letzten beiden Spielen (0:1 gegen Leverkusen, 2:3 gegen Gladbach, Anm. d. Red.) ausgezeichnet hat, haben wir vermissen lassen. Wir haben weder Emotionalität noch Leidenschaft an den Tag gelegt", sagte Lichte im Gespräch mit Moderator Tom Bartels bei SWR Sport in Rheinland-Pfalz.

Die Aufarbeitung des Spiels und die Suche nach Gründen für die Fehlleistung habe schon begonnen. "Wir haben viele Gespräche geführt, um herauszufinden, warum das, was zu letzt da war, nun gefehlt hat. Die Spieler sind sehr selbstkritisch und reflektieren das auch. Sie fangen bei sich selbst an und fragen sich, warum sie ihre Qualitäten nicht von Beginn an auf den Platz gebracht haben", so der 05-Coach.

"In bestimmten Situationen fällt der gemeinsame Plan weg"

Der Mannschaft, so Lichte weiter, sei der Ernst der Lage bewusst. Aber klar sei auch, dass sie weiter hart arbeiten müsse. "Das sieht jeder, dass es auch Momente gibt, wo man als Team ein bisschen auseinander fällt. Wenn jeder Spieler für sich versucht, irgendetwas zu regeln, funktioniert es nicht, weil es nicht zum Gesamtplan passt. Nur, wenn wir es gemeinsam auf den Platz bekommen, kann der gemeinsame Plan funktionieren", sagte der 40-Jährige. Er räumte aber gleichzeitig ein: "In bestimmten Situationen fällt uns dieser gemeinsame Plan immer mal wieder weg - und das war in Augsburg definitiv der Fall."

Diskussionen, ob die Profis bei Mainz 05 im ursprünglichen Sinne eine Mannschaft sind, gab es seit Saisonbeginn immer wieder. Vor dem zweiten Spieltag war Stürmer Adam Szalai, mit dem der Trainer nicht mehr geplant hatte, suspendiert worden. Die Mannschaft bestreikte daraufhin ein Training, wenige Tage später wurde Trainer Beierlorzer beurlaubt.

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Doch Lichte versicherte, dass bei den Rheinhessen alle Spieler an einem Strang ziehen würden. Jetzt gehe es darum, die Negativserie zu beenden und endlich die ersten Punkte einzufahren. Am nächsten Spieltag kommt es zum absoluten Kellerduell, wenn Mainz als Tabellenletzter den Vorletzten FC Schalke 04 (Samstag, 15:30 Uhr) empfängt.

"Auf das nächste Spiel konzentrieren"

Eine Partie mit richtungsweisendem Charakter, findet auch Lichte. "Wir müssen uns alle jetzt auf das nächste Spiel konzentrieren, wir alle. Das werde ich diese Woche einfordern und mich in die Gruppe einbringen, so gut ich es kann. Und jeder Spieler ist dazu aufgefordert, das selbe zu tun."

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