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Mainz 05 bereitet sich in Spanien auf die Rückrunde vor. Bei perfekten Bedingungen kann Achim Beierlorzer die Mannschaft endlich besser kennenlernen. SWR-Reporter Jan Ebling hat exklusiv mit dem Mainzer Trainer gesprochen.

SWR Sport: Achim Beierlorzer, wichtig ist ja immer die Atmosphäre im Trainingslager in der Mannschaft, auch im Coaching Team. Wie ist es hier in Estepona?
Achim Beierlorzer: Wir sind rundum zufrieden. Wir haben hier tolles Wetter, ein super Hotel. Die Nähe zu unserem Trainingsplatz finde ich außerordentlich wichtig, weil wir damit natürlich flexibel agieren können. Es kann ein Spieler einfach mal ein paar Minuten länger auf dem Trainingsgelände bleiben, denn das ist fußläufig in fünf bis acht Minuten erreichbar. Das ist top. Und jetzt haben wir unseren eigenen Koch dabei, also auch die Verpflegung ist überragend.

SWR Sport: Alle schwärmen von dem Koch. Wie wichtig ist denn sowas? Die Jungs verbrauchen viele Kalorien.
Achim Beierlorzer: Ernährung ist schon ein ganz wichtiger Baustein, mit guten Kohlenhydraten, mit guten Lebensmitteln und das auch noch super zubereitet. Insofern war es uns wichtig, auf diesen Bereich zu achten und einen eigenen Koch mitzunehmen. Von meiner Seite aus bin ich völlig zufrieden.

SWR Sport: An was möchten sie hier im Trainingslager arbeiten? Wo liegt ihr Hauptaugenmerk?
Achim Beierlorzer: Als ich die Mannschaft übernommen habe, ging es ja ruck, zuck gleich ins erste Spiel gegen Hoffenheim. Da kann man natürlich noch nicht so sehr viel Grundlegendes trainieren in den Einheiten. Also ging es eher darum, die Mannschaft weiterhin auf Top-Niveau auf diese diese Spiele vorzubereiten. Und in diesen Spielen haben wir schon sehr viele Aspekte gesehen, so wie ich mir Fußball vorstelle. Also, dass man aggressiv vorne anläuft, dass man eine gute räumliche Aufteilung auf dem Feld hat, dass man sehr schnell ins Gegenpressing gehen kann. Und genau das sind jetzt auch die Aspekte, an denen wir weiterarbeiten. Wir haben jetzt zu Beginn dieser Trainingsphase einfach mal auch Top-Szenen gezeigt, die sie schon in den letzten sechs Spielen auf den Platz gebracht haben, um Ihnen zu sagen: So soll unser Fußball ausschauen, und das war auch schon da. Und daran arbeiten wir jetzt.

SWR Sport: Kann man denn Konstanz überhaupt trainieren?
Achim Beierlorzer: Es ist das höchste Gut. Jede Mannschaft möchte natürlich Konstanz auf höchstem Niveau. Das ist ja genau das, was man erreichen möchte. Eine Perfektion wird es nie geben. Aber das muss das Ziel sein. Und wir müssen ja auch einfordern, dass wir verlässlich miteinander umgehen, dass wir wissen, was wollen wir eigentlich? Für welchen Fußball stehen wir? Und die Spieler müssen sich hundert Prozent damit identifizieren, denn das ist das alles Entscheidende. Wir geben was vor, aber am Schluss sind es die Spieler, die es auf dem Platz umsetzen. Wir haben nur eine Woche, dann geht es schon gleich gegen Freiburg los. Das heißt, wir können nicht viel nachjustieren in dieser einen Woche.

SWR Sport: Welche Ziele haben sie für sich schon formuliert für die Rückrunde ? Was wollen sie mit Mainz 05 erreichen?
Achim Beierlorzer: Ganz einfach. Das Ziel ist, mehr Punkte zu holen, als wir in der Vorrunde erreicht haben. 18 Punkte in der Vorrunde. Und ich bin überzeugt, dass wir mehr Punkte einfahren können. Und je schneller das gelingt, umso entspannter wird es, unser Hauptziel zu erreichen - den Klassenerhalt.

SWR Sport: Haben Sie denn einen Wunsch? Würden sie noch gerne neue Spieler haben für für die Rückrunde?
Achim Beierlorzer: Nein, das ist besprochen. Wir haben einen gut sortierten Kader. Wir haben wirklich viele Spieler, die wir auf vielen verschiedenen Positionen auch bringen können. Das ist auch abgesprochen mit Rouven Schröder.

SWR Sport: Sie sind ja eigentlich erst seit zwei Monaten da. Sie haben zu Beginn vom "Speed Dating" mit der Mannschaft gesprochen. Jetzt haben sie zum Glück die Zeit. Wie machen Sie das hier im Trainingslager?
Achim Beierlorzer: Es gibt Gespräche. Ich hole mir den einen oder anderen Spieler einfach so nach den Essenszeiten zum kurzen Gespräch. Das sind nur zehn Minuten, wo man einfach mal so ein bisschen auch auf die persönliche Ebene eingehen kann. Wo man zum Beispiel fragt, wie es jetzt zuhause ist, wie es in der Familie steht, wenn ein kleines Baby mit da ist. Einfach um die Spieler persönlich kennenzulernen. Ich finde, das ist außerordentlich wichtig, weil wir so viel zusammen sind, so viel Zeit miteinander verbringen. Ich werde auch jetzt im Trainingslager es nicht schaffen, mit allen 28 so ein kleines Gespräch zu führen. Aber mit dem Großteil werde ich es schaffen.

SWR Sport: Sie lernen ja auch Mainz 05 kennen, also alles, was drumherum ist. Warum passt das hier so für sie?
Achim Beierlorzer: Ja, es passt, weil die Menschen passen. Wenn wir abends zusammensitzen, nach so einem intensiv geführten Tag mit zwei Trainingseinheiten und vielen gemeinsamen Aspekten, dann merke ich schon, wenn man dann gemütlich mal beim Glas Wein zusammensitzt, dass ich mit Menschen unterwegs bin, die die gleiche Leidenschaft haben, die für einen Verein stehen und den Verein leben. Und sowas gefällt mir.

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