Die bisherige Saison war für Mainz 05 ein auf und ab. Einzig verlässliche war die Unzuverlässigkeit. Das Remis gegen Eintracht Frankfurt war ein wichtiger und versöhnlicher Jahresabschluss. Denn der FSV könnte eigentlich besser dastehen als Tabellenplatz zehn. (Foto: IMAGO, Revierfoto)

Fußball | Wintercheck

Mainz 05 spielt eine Saison voller Gegensätze

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Florian Winkler

Die bisherige Saison war für Mainz 05 ein Auf und Ab. Einzig verlässlich war die Unzuverlässigkeit. Das Remis gegen Eintracht Frankfurt war ein versöhnlicher Jahresabschluss. Denn der FSV könnte eigentlich besser stehen, als auf Tabellenplatz zehn.

Wie ist der aktuelle Stand?

Nach drei Pleiten in Folge in der Liga war das verdiente und gerechte Remis gegen Eintracht Frankfurt ein mentaler Booster zum Jahresabschluss. Die Leistung gegen den Champions-League-Club nehmen die Mainzer, besonders nach der schwachen Vorstellung gegen den Tabellenletzten Schalke vier Tage zuvor, als Stimmungshoch mit in die Winterpause und wenden damit ein großes Frustpotenzial bei Fans und Club ab. Doch es wartet einiges an Arbeit auf die Rheinhessen in den nächsten Wochen. Zu holprig verlief teilweise diese Hinrunde.

Das beschäftigte auch Sportvorstand Christian Heidel, der mit der Mainzer Führunsgriege bereits auf Ursachenforschung ging: "Wir haben die Saison sehr komplex analysiert, viele Daten angeschaut, da ist schon bewusst geworden, dass wir im letzten Jahr einige Dinge besser gemacht haben." Auch 05-Trainer Bo Svensson zog eine eher gemischte Bilanz. "Im Großen und Ganzen können wir zufrieden sein, aber mit einigen Dingen auch eben nicht. Es waren zu viele Leistungsschwanken. Das Spiel gegen die Eintracht ist ein Maßstab wie das Spiel gegen Wolfsburg. Gleichzeitig gibt es auch zu viele Spiele, in denen wir es nicht auf den Platz gebracht haben. Sonst hätten wir ein paar Punkte mehr."

Was sind die Stärken?

Unter Trainer Bo Svensson ist bei Mainz 05 eine klare Handschrift zu erkennen. Hohes Tempo, frühes Anlaufen und direkter Zug zum Tor. Auch in der aktuellen Spielzeit gilt Mainz 05 als unangenehmer, aggressiver Gegner, gegen den kein Team der Liga gerne spielt. Dazu präsentiert sich der FSV auswärts deutlich stärker als in der Vorsaison. Bereits vier Siege gelangen den 05ern in der Fremde. Dort trat der aktuell Tabellenzehnte häufig deutlich präsenter von der ersten Minute an auf.

Was sind die Schwächen?

Die Formschwankungen der Mainzer waren in der Hinrudne erheblich. Der kleinen Erfolgsserie im Oktober mit 10:0 Toren folgte eine Niederlagenserie, die für Unmut sorgte. Aber auch die zum Teil fehlenden Mainzer Grundtugenden in manchen Partien, wie bei der Niederlage gegen den Tabellenletzten Schalke 04, erhöhten das Frustpotenzial. Auch die Defensive stand zuletzt nicht immer sicher - elf Gegentore in den vergangenen vier Spielen. Der Auftritt gegen Frankfurt lässt aus Mainzer Sicht aber auf wiederkehrende Stabilität hoffen.

Der FSV ist keine Heimmacht mehr. War das Team von Bo Svensson in der vergangenen Saison eine Bank im eigenen Stadion, zu der keine Mannschaft gerne anreiste, so feierten die 05er in den sieben Heimspielen dieser Saison nur einen Sieg. Nur sieben Punkte im eigenen Stadion vor heimischer Kulisse und damit Rang 16 in der Heimtabelle sind definitiv ausbaufähig.  

Wie ist das Fazit?

Der Trainingsbetrieb ruht bereits am Mainzer Bruchweg. Drei Wochen Urlaub bevor es Anfang Dezember in ein Trainingslager nach Mallorca geht. Aber bis dahin werden die sportlich Verantwortlichen nicht nur die Füße hochlegen, bestätigt Heidel: "Jetzt geht es darum, zu schauen, bekommen wir das mit dem Kader hin, dass wir da wieder besser werden, oder wollen wir personelle Veränderungen in einem gewissen Rahmen vornehmen. Und das werden wir nach einer Woche Urlaub, wo jeder mal darüber nachdenkt, entscheiden." Schließlich hat Mainz im DFB-Pokal das große Los gezogen: Zu Hause in der eigenen Arena gegen den FC Bayern (Mittwoch, 1. Februar 2023, 20:45 Uhr, live in der ARD). Aber das bedeutet auch fünf Spiele in zwei Wochen nach der langen Pause im neuen Jahr. Auf Mainz 05 wartet ein richtig strammer Jahres-Auftakt.

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Florian Winkler

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