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In der Bundesliga läuft es aktuell nicht gut, dennoch ist das Nachwuchsleistungszentrum eines der besten in Deutschland. Kein Bundesligist hat mehr Profis aus dem eigenen NLZ im Kader als Mainz 05.

Ridle Baku, der mittlerweile beim VfL Wolfsburg spielt, ist der Letzte einer Reihe von Spielern, die es aus dem Nachwuchsleistungzentrum von Mainz 05 bis in die deutsche Fußball-Nationalmannschaft geschafft haben. Der erste seiner Art, der in der Jugend von Mainz 05 gespielt hat und später das Trikot mit dem Adler übergestreift hat, war Franco Foda in den 1980ern. Der nächste war in den 2000ern Manuel Friedrich. Damals gab es noch kein NLZ in der Form wie heute in Mainz, das kam erst 2002.

Weltmeister André Schürrle ist der prominenteste Mainzer im DFB-Trikot. Er wurde 2014 sogar Fußball-Weltmeister, genauso wie Erik Durm (heute Eintracht Frankfurt). Auch nicht zu vergessen sind Roman Neustädter (heute Dynamo Moskau) oder Suat Serdar (Schalke 04). Alle genannten haben mehrere 05er-Jugendmannschaften durchlaufen und es dann später, wie Ridle Baku, in die Auswahl der Besten geschafft.

Mainzer Ziel: Bundesligaspieler ausbilden

Volker Kersting ist der Leiter des Mainzer Nachwuchsleistungszentrum. Er ist zurecht stolz über die in Mainz ausgebildeten Nationalspieler. Eine andere Erfolgsgeschichte ist ihm aber noch wichtiger. Dass es seine Jungs zu Mainzer Bundesligaspielern schaffen: "Das ist jeden Tag unser Antrieb, wofür wir das hier machen, nämlich junge Spieler ausbilden, die bei uns in den eigenen Bundesligakader zu bekommen und sie dann in der Opel-Arena auf dem Feld zu sehen."

Aktuell stehen elf Spieler aus dem NLZ im Kader der Profis

Ehemalige NLZ-Spieler sammeln eifrig Spielminuten im Bundesligateam. Einige sind unangefochtene Stammkräfte, wie Torhüter Robin Zentner. Genauso Leandro Barreiro, der luxemburgischer Nationalspieler ist, oder Jonny Burkhardt, der für die U21 des DFB stürmt. Mainz steht in Europa auf Platz vier, was Einsatzzeiten der "Local Player" betrifft. Kein anderer Bundesligist hat mehr. Übertroffen werden die Mainzer in dieser Europa-Statistik nur von Manchester United aus England sowie den beiden spanischen Vereinen Athletic Bilbao und Celta de Vigo.

Und die nächsten 05-Talente sind schon da. Paul Nebel ist der jüngste Mainzer Bundesligaprofi aller Zeiten und ist schon lange Jugendnationalspieler. Nebel ist Kapitän der U19 und kommt in dieser Saison regelmäßig bei den Profis zum Einsatz. Auch Niklas Tauer, Spielführer der U20 DFB-Auswahl, hat schon seine ersten Bundesligaminuten erlebt.

Identifikationsfaktor des Vereins

Diese Spieler sind die Zukunft des Vereins oder ermöglichen Mainz 05 eine Zukunft, wenn sie später einmal Ablösesummen einbringen. Der finanzielle Aspekt ist wichtig, für NLZ-Chef Volker Kersting aber nicht der einzige: "Wir sind nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein identifikationsstiftender Faktor für den Verein, womit sich dann natürlich auch wieder die Fans identifizieren können. Weil das Jungs aus dem eigenen Verein sind, die hier groß geworden sind."

Junioren Chefcoach Jan Siewert im SWR Sport Podcast "Nur der FSV"

Warum das Nachwuchsleistungszentrum von Mainz 05 einen besonderen Reiz auch auf gestandene Fußballtrainer ausübt, darüber haben wir kürzlich im SWR Sport Podcast "Nur der FSV" gesprochen. Zu Gast war Jan Siewert. Der Junioren-Cheftrainer von Mainz 05 war schon Trainer in der englischen Premier-League, in Huddersfield, und ist seit Sommer 2020 Junioren-Cheftrainer der Rheinhessen.

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