Blickt entspannt auf den abgelaufenen Transfersommer. 05-Sportvorstand Christian Heidel (Foto: Imago, Jan Huebner)

Fußball | Bundesliga

Mainz-Sportchef Christian Heidel: Wir setzen auf Kontinuität

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Christian Heidel ist schon lange als Manager im Profi-Fußball unterwegs. Den Transfermarkt kennt der Sportvorstand von Mainz 05 bestens. Im exklusiven SWR-Sport Interview erklärt Heidel, warum Mainz 05 in diesem Sommer in puncto Transfer keine Experimente gemacht hat und die Rheinhessen über eine "2G-Regel" für Stadionbesucher nachdenken.

Kontinuität. Ein Schlagwort, das Christian Heidel für Mainz 05 wichtig ist. "Das haben wir uns für den Sommer vorgenommen. Wir wollten einfach nach all dem, was da passiert ist in den letzten Monaten, ein bisschen Ruhe in den Club reinbringen, haben versucht, die Leistungsträger zu halten. Das ist uns fast ausnahmslos gelungen, bedeutet aber auch keine großen Einnahmen in der Kasse und keine Sensationstransfers."

Keine teuren Experimente

Insgesamt fünf Neue holten Heidel und Sportdirektor Martin Schmidt. Die Strategie war klar: Keine teuren Experimente, sondern ziel- und zweckgerichtete Transfers, die zu Mainz 05 passen. Schaut man auf Neuzugänge wie den Schweizer Silvan Widmer, Anderson Lucoqui oder auch Jae-sung Lee, scheint die Strategie der Rheinhessen aufgegangen zu sein. "Das Ziel war, Spieler für Mainz 05 zu verpflichten, bei denen wir glauben, dass sie uns verstärken, auch charakterlich nicht nur sportlich, und die im Endeffekt nicht schon Koffer gepackt haben. Wir wollten Jungs nach Mainz zu holen, für die es etwas Besonderes ist, für Mainz 05 zu spielen, in dieser Stadt zu leben. Und trotzdem werden auch wir zukünftig natürlich versuchen, größere Transfers zu machen", erklärt der 58-Jährige gegenüber SWR Sport.

Verständnis für Unsicherheit der Zuschauer

In der Bundesliga sind seit Saisonbeginn wieder Zuschauer zugelassen. Die erlaubten Kapazitäten werden von den Fans selten ausgenutzt. In Mainz hätten beim Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth 13.500 in die Arena gekonnt. 11.500 lautete die offizielle Zuschauerzahl. Die Zurückhaltung bei vielen Fußballfans kann Heidel nachvollziehen. "Das ist nicht nur in Mainz so, sondern wenn man sich die anderen Stadien anschaut, ist da genau das Gleiche passiert. Für mich hat das ganz allein etwas mit Unsicherheit zu tun, insgesamt mit dieser Pandemie-Situation. Dafür muss man auch Verständnis haben. Ich glaube, über kurz oder lang wird sich das regeln. Wir hoffen, dass wir diese Unsicherheit in den Griff bekommen, dass wir zeigen können, Fußballspiele zu besuchen, ist sicher."

2G-Regel im Stadion? "Man muss darüber nachdenken"

Die Diskussion ob in Zukunft nur noch geimpfte oder genesene (2G-Regel) Fans ins Stadion dürfen, sorgt für hohe Wellen. Heidel bestätigt, dass man bei Mainz 05 die Situation genau beobachtet und auch über eine solche Regel nachdenkt. "Ich glaube, es ist auch ein bisschen davon abhängig, wie viel Getestete kommen denn eigentlich noch ins Stadion. Das ist nicht ganz so einfach festzustellen. Und dann muss man da eine Entscheidung treffen. Es könnte ja auch rein theoretisch sein, dass viele noch zu Hause bleiben, weil sie sich einfach im Kreise Ungeimpfter nicht so ganz wohlfühlen." Heidel hofft, dass sich immer mehr Menschen impfen lassen und dann das Problem irgendwann nicht mehr besteht.

"Sind mit dem Saisonstart zufrieden"

Zwei Siege , eine Niederlage: Die reinen Zahlen sind für den Mainzer Saisonstart in Ordnung. Durch die vielen Corona-Ausfällen vor gut zwei Wochen im Team und die dadurch erschwerten Bedingungen war diese Bilanz keine Selbstverständlichkeit. Das sieht auch Heidel so. "Wir alle wissen ja um die Umstände des Saisonstarts und deswegen sind wir natürlich zufrieden, ohne jetzt in irgendwelche Euphorie zu verfallen. Wir können das ganz genau einordnen. Aber die Jungs haben es gut gemacht. Und jetzt konzentrieren wir uns darauf, dass wir beim vierten Spiel auch erfolgreich sind. Dann wäre es natürlich ein optimaler Start." Mainz spielt nach der Länderspielpause bei der TSG Hoffenheim (11.09., 15:30 Uhr).

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