Mainz Trainer Bo Svensson beim Spiel gegen Leverkusen (Foto: IMAGO, Imago/Thomas Frey)

Fußball | Bundesliga

Mainz-05-Coach Svensson erwartet gegen Mönchengladbach eine Reaktion

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Achim Scheu

Mainz 05 spielt nach ordentlichem Saisonstart erst am Sonntag. SWR Sport hat Trainer Bo Svensson exklusiv getroffen und mit ihm über die Woche nach der Niederlage gegen Leverkusen und über den nächsten Gegner Mönchengladbach gesprochen.

SWR Sport: Bo Svensson, Mainz 05 spielt erst am Sonntag in Mönchengladbach. Wie sieht so ein Bundesliga-Wochenende bei Ihnen aus, wenn sie quasi erst den Abschluss eines Spieltags bilden?

Bo Svensson: Nur ein bisschen anders. Dann schaut man erst mal das Freitag-Spiel. Am Samstag, obwohl wir da gleichzeitig mit den 15:30 Uhr Samstagsspielen trainieren, kann man vielleicht ein bisschen die zweite Halbzeit gucken. Das späte Spiel schauen wir wahrscheinlich im Bus auf dem Weg nach Gladbach. Also wir werden schon einiges mitverfolgen.

SWR Sport: Macht das die Vorbereitung anders, ob man sonntagabends spielt oder samstagnachmittags?

Bo Svensson: Nein, nur dass die Trainingswoche ein bisschen anders aussieht, weil wir einen Tag länger haben. Und dadurch verschiebt sich das alles. Wenn man sich dann dem Saisonende nähert und es wird dann richtig heiß, um den ein oder anderen Tabellenplatz, dann verfolgt man das vielleicht auch ein bisschen ergebnisorientierter. Aber jetzt, so früh in der Saison, noch nicht.

SWR Sport: Es ist zwar erst der fünfte Spieltag, die Bilanz ist ordentlich, sieben Punkte, aber da war eben auch die Niederlage gegen Leverkusen letztes Wochenende. Wie haben Sie die aufgearbeitet mit dem Team?

Bo Svensson: Wir haben die Analyse natürlich gemacht, wir haben mit den Jungs gesprochen. Wir haben die Woche genutzt, um inhaltlich zu arbeiten, hatten intern auch einige Sachen zu besprechen. Und deswegen bin ich gespannt, wie wir uns am Sonntagabend präsentieren.

SWR Sport: Am Donnerstag war Kindertag und öffentliches Training bei Mainz 05. Die Profis und auch Sie zum Anfassen inklusive Autogrammen. Der Verein hatte mit etwa 500 Kids gerechnet, am Ende waren es dreimal so viele. Wie sehr machen Ihnen solche Termine mit den kleinen Fans Freude? Und wie wichtig sind die auch für die Profis?

Bo Svensson: Die sind extrem wichtig. Es war eine der Hauptaufgaben, als Christian Heidel, Martin Schmidt und ich gekommen sind, vor 18 Monaten, dass wir wieder die Begeisterung um den Verein wecken wollten und auch insbesondere neue Fans dazugewinnen für unseren Verein. Für was wir stehen und wie wir Fußball spielen wollen. Und wenn wir dann so ein Ergebnis sehen, wie am Donnerstag, dann ist das einfach die Bestätigung, dass wir auf einem guten Weg sind. Die Spieler und wir als Trainer haben das genossen und hoffentlich haben es auch die Kinder.

SWR Sport: Auf dem Transfermarkt war Mainz in den letzten Tagen relativ zurückhaltend. Mit Abbas und Lucoqui wurden noch zwei Ergänzungsspieler abgegeben. Neue kamen jetzt keine Last Minute mehr dazu. Wenn Sie den Kader so durchgehen, sind Sie 100% zufrieden?

Bo Svensson: Ja, absolut. Wir haben nicht viel gemacht zuletzt und insbesondere seit Angelo Fulgini gekommen ist, das ist ja sechs Wochen her, haben wir keinen neuen Spieler mehr geholt. Wir haben schon einen Plan gehabt, den wir auch teilweise früh umsetzen konnten. An den haben wir uns auch gehalten und das bestätigt sich jetzt, dass es auch die richtige Wahl war. Viele Vereine machen auch Last-Minute-Deals, Es ist normalerweise auch nicht unbedingt ein gutes Zeichen, wenn man dazu gezwungen ist.

Svensson: "Ich glaube nicht, dass meine Meinung da viel Gewicht hat"

SWR Sport: Wie haben Sie selbst das Transfergeschiebe der letzten Tage beobachtet? Was wäre besser: So wie es ist oder Transferende mit Saisonbeginn, wie es ja aktuell diskutiert wird? Was fänden Sie besser?

Bo Svensson: Das kann man mit unterschiedlicher Brille analysieren. Also aus Trainersicht möchte ich gerne, dass es früher zugeht. Eigentlich finde schon, dass es ein Störfaktor ist, nach vier Spieltagen die besten Spieler vielleicht zu verlieren. Oder dass man gezwungen ist, die dann in Panik zu ersetzen. Gleichzeitig ist es trotzdem auch die Möglichkeit für Vereine natürlich nochmal zu justieren, nachdem sie gesehen haben, was nicht so gut gelaufen ist. Ich persönlich wäre eher dafür, dass es früher zugeht. Aber ich glaube nicht, dass meine Meinung da viel Gewicht hat.

Svensson: "Gladbach ist gut gestartet"

SWR Sport: Nächster Gegner, am Sonntag am frühen Abend, ist Borussia Mönchengladbach. Sie haben da mal gespielt, das ist schon länger her, das war 2006/2007. Gibt’s noch Kontakt nach Gladbach?

Bo Svensson: Nein. Ich habe Kontakt zu Eugen Polanski, der dort als Trainer arbeitet. Aber hauptsächlich, weil ich lange mit ihm bei Mainz gespielt habe. Und er auch meine Zimmerkollege war übrigens. Es ist wegen der Mainz-Verbindung, daher kommt, dass wir gut befreundet sind.

SWR Sport: Mönchengladbach ist gut gestartet, die haben einen Punkt mehr als Mainz und haben gegen die Bayern immerhin 1:1 gespielt. Wie haben Sie die Gladbacher analysiert mit neuem Trainer Daniel Farke?

Bo Svensson: Ja, die Gladbacher haben eine klare Art zu spielen und einen neuen Trainer und sind auch erfolgreich gestartet mit acht Punkten in vier Spielen. Gegen die Bayern haben sie einen Punkt mitgenommen. Wobei man auch sagen muss, das lag eher an einer überragenden Torwart-Leistung von Yann Sommer. Den kennen wir auch gut von unseren zwei Spielen gegen die letztes Jahr. Das ist eine extrem gute Mannschaft, die eine Richtung dieses Jahr bekommen hat, die dem Verein und den Spielern besser gefällt.

Interview: Achim Scheu

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