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Die Niederlage gegen den neuen Tabellenführer Bayern München war für Mainz 05 erwartbar. Die Leistung ab Minute 30 macht Hoffnung auf bessere Zeiten. Dennoch gibt es Ärger.

Kunde Malong steht eine stressige Woche bevor. Der verweigerte Handschlag mit Trainer Achim Beierlorzer nach seiner frühen Auswechslung beim 1:3 (1:3) am Samstag im Heimspiel der Fußball-Bundesliga gegen den neuen Tabellenführer Bayern München sorgt für Nachwirkungen. Kunde sei mit seiner Fehlleistung "auf dem Holzweg", schimpfte Sportvorstand Rouven Schröder. Und Beierlorzer betonte: "Respekt ist keine Einbahnstraße."

Beierlorzer kündigt intensive Gespräche mit Malong an

Der 05-Coach nahm den Kameruner, der sich nach dem Abpfiff für den öffentlichen Affront entschuldigte, in die Pflicht. "Die Reaktion muss auf dem Platz erfolgen. Er muss Gas geben, Leistung bringen", forderte Beierlorzer und kündigte an: "Kunde ist ein guter Junge. Aber sie können sicher sein, dass wir das intern noch intensiv besprechen werden."

Beierlorzer wies eindringlich darauf hin, dass die 05er im Abstiegskampf nur als Einheit bestehen können. Deshalb ist als Zeichen auch eine Geldstrafe für Kunde möglich. "Mal sehen, wenn kein Geld in der Mannschaftskasse ist, muss er zahlen", scherzte der 52-Jährige. Einen psychologischen Knacks erwartet der Franke nicht bei Kunde. "Er hat schlecht gespielt und wurde ausgewechselt. Das muss er verkraften." Der 05-Coach wertete es als gutes Zeichen, dass sein Team nicht wie im Hinspiel (0:6) unter die Räder kam. Mit dem 1:3 waren die Rheinhessen gut bedient.

"Ich bin mit den letzten 60 Minuten einigermaßen zufrieden, mit den ersten 30 weniger"

"Die Bayern können einen schon frustrieren. Die Jungs haben eine brutale Effektivität", lobte Beierlorzer den Rekordmeister. Robert Lewandowski (8. Minute), Thomas Müller (14.) und der herausragende Thiago (26.) stellten früh die Weichen. Der Anschlusstreffer durch Jeremiah St. Juste (45.) vor ausverkauftem Haus war ein kleiner Hoffnungsschimmer.

Im Verwaltungsmodus brachten die Münchener den sechsten Sieg in Serie sicher, wenn auch nicht "bayern-like" (Trainer Hansi Flick) ins Ziel. "Ich bin mit den letzten 60 Minuten einigermaßen zufrieden, mit den ersten 30 weniger. Nach dem 3:0 war bei uns eine hohe Laufbereitschaft zu sehen, dass die Mannschaft für einander da ist, kompakt steht und Selbstbewusstsein zeigt. Das nehmen wir mit und das macht Mut für die nächsten Aufgaben", analysierte Beierlorzer.

Mainz-Profis zeigen sich selbstkritisch

Seine Profis waren wie stets in den letzten erfolglosen Wochen selbstkritisch. "Wir haben die Tore zu leicht kassiert. Das darf nicht sein", tadelte Torhüter Robin Zentner. "In der zweiten Halbzeit waren wir engagiert, aber man darf es jetzt auch nicht zu schön reden", ergänzte der für den schwachen Kunde eingewechselte Kapitän Danny Latza. Wie in der Hinserie steht auf der Habenseite die Null nach den ersten drei Partien der Rückrunde. Noch halten sich die Mainzer oberhalb des Relegationsplatzes.

"Wir stecken mitten im Abstiegskampf"

Unter Sandro Schwarz gelang gegen Hertha BSC der erste Sieg (2:1). Nun geht es wieder gegen Berlin. Unter Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann rüstete der Hauptstadtclub mit dem Geld von Investor Lars Windhorst auf. Knapp 80 Millionen wurden im Winter für vier Neuzugänge ausgegeben. Für die Mainzer einmal mehr eine hohe Hürde, um wieder in die Gewinnzone zu kommen. "Wir stecken mitten im Abstiegskampf", konstatierte Sportchef Schröder.

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