Daniel Brosinskii vom 1. FSV Mainz 05 (Foto: imago images, Poolfoto)

Fußball | Bundesliga

"Schlafwagen-Fußball" und "nicht bundesligatauglich": Mainz 05 mit historischem Fehlstart

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Der 1. FSV Mainz 05 hat erstmals die ersten sechs Bundesligaspiele verloren und damit einen historischen Fehlstart hingelegt. Nach der 1:3-Pleite beim FC Augsburg herrschte bei den Rheinhessen miese Stimmung.

Daniel Brosinski war geladen - und fand klare Worte. Nach der Niederlage in Augsburg attestierte der Außenverteidiger seiner Mannschaft "Schlafwagen-Fußball". "Das war von denen, die angefangen haben, nicht bundesligatauglich", sagte Brosinski bei "Sky": "Man hätte zur Halbzeit alle elf Spieler auswechseln können."

Rouven Schröder: "Das ist absolut frustrierend"

Zur Halbzeit lag Mainz mit 0:1 in Rückstand, aber vor allem die Art und Weise, wie die Nullfünfer auftraten, gab Anlass zur Sorge. "Das ist absolut frustrierend", befand auch Sportvorstand Rouven Schröder am ARD-Mikrofon nach der Partie: "Wir können mit der ersten Halbzeit absolut nicht zufrieden sein. Was wir gegen Leverkusen und Gladbach zuletzt gezeigt haben, haben wir heute vermissen lassen. Wir haben uns nicht bewegt, waren viel zu langsam, haben die Tiefe nicht gefunden und ein unnötiges Tor gefangen. So kann man in der Bundesliga nicht bestehen."

Nach sechs Spielen stehen sechs Pleiten auf dem Mainzer Konto. So schlecht war zuletzt 1991/92 Fortuna Düsseldorf gestartet. "Wir müssen jetzt weitermachen. Arbeiten, Finger in die Wunde und punkten", sagte Schröder.

In Augsburg ließen die Rheinhessen vieles vermissen. Mit einem Fallrückzieher brachte Ruben Vargas in der 40. Minute den FCA in Führung. Joker Karim Onisiwo (64.) schlug für nach der Halbzeit etwas mutigere Mainzer zurück. Mit einem Doppelpack sorgte André Hahn (80., 90.+1) allerdings für den Augsburger Sieg.

Coach Lichte ist unzufrieden

"Wir sind enttäuscht. Wir haben in der ersten Halbzeit unser Spiel nicht auf den Platz bekommen. Wir haben die Räume nicht besetzt und uns nicht an die Ideen gehalten", kritisierte Trainer Jan-Moritz Lichte nach der Partie: "Nach der Pause haben wir eine gute Antwort gefunden. Beim 1:2 sind wir in Überzahl, das war zu einfach. Danach sind wir nicht mehr zurückgekommen."

Schalke kommt zum Kellerduell

Am nächsten Spieltag kommt es nun zum Kellerduell - Letzter gegen Vorletzter. Mainz empfängt dann den FC Schalke 04 (Samstag, 15:30 Uhr). Und der Druck, endlich die ersten Zähler einzufahren, ist riesig. Eine weitere Pleite würde die Krise der Rheinhessen drastisch verschärfen. "Jetzt ist Schalke daheim. Ich glaube, jeder weiß für sich selbst vor der Länderspielpause, was das heißt. Wir werden alles reinlegen", sagte Sportvorstand Schröder.

Klar ist: Mir breiter Brust gehen die Nullfünfer nicht in das Spiel gegen die Königsblauen. Coach Lichte räumte ein, dass "die Jungs nicht vor Selbstvertrauen strotzen". Deshalb müsse man der Mannschaft in der kommenden Woche aufzeigen, "dass auch einige Dinge gut funktionieren. Wir müssen die positiven Dinge aufarbeiten". Nur dann, so Lichte, könne man die Negativserie beenden: "Wenn wir unser Spiel 90 Minuten durchziehen, kommt auch das Selbstvertrauen wieder".

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