Bo Svensson bejubelt mit seinem Team den Sieg gegen die Bayern (Foto: imago images, Imago)

Fußball | Bundesliga

"Trainer-Talent" Bo Svensson: Mit Mainz in der Bundesliga bleiben

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Jetzt mal ehrlich: Der Name Bo Svensson hat bis vor ein paar Monaten vielen Fußball Fans eher wenig gesagt. Das hat sich in den letzten Monaten aber definitiv geändert.

Bo Svensson. Dieser Name war außerhalb von Mainz im Profifußball bis Anfang des Jahres nicht allen ein Begriff. Klar, der Däne war Bundesligaspieler in Mönchengladbach und in Mainz, der ehemalige Abwehrspieler war Nachwuchscoach bei den 05ern, aber in Hamburg, Berlin, München oder Stuttgart kannten nur Experten den heute 41-Jährigen. Das hat sich mittlerweile grundlegend geändert.

Rang zwei in der Rückrundentabelle winkt

Die Veränderungen bei Mainz 05 hat das Nachrichtenmagazin " Der Spiegel" Anfang der Woche ganz treffend beschrieben: "Vor drei Monaten so schlecht wie Schalke, jetzt besser als Dortmund. Die wundersame Wandlung einer Mannschaft, die dem FC Bayern die Meisterfeier vermieste und nun den Klassenerhalt anstrebt, ist vor allem ein Verdienst des Trainers Bo Svensson." In der Tat: Gewinnen die Rheinhessen ihr Nachholspiel gegen Hertha BSC (Montag, 18 Uhr), springen sie in der Rückrundentabelle auf Rang zwei. Eigentlich unfassbar - mit Trainer Svensson kam der Aufschwung.

Svensson selbst nimmt ein erhöhtes Interesse an seiner Person in den Medien wahr, kann damit aber gut umgehen. "Man hat halt auch zwei gute Geschichten, wenn man einen Trainer zuerst in den Himmel lobt und dann, wenn er nicht mehr performed, dann ist das die nächste Story", schmunzelt der Coach. Er kann sich und seine "Performance" sehr gut einschätzen: "Ich verstehe das alles, aber ich weiß wer ich bin und was meine Aufgabe hier bei Mainz 05 ist."

Die Rädchen greifen wieder ineinander

Der Mainzer Sportvorstand Christian Heidel hat die Verdienste von Svensson am Aufschwung des FSV Mainz 05 schon vor dem Spiel gegen Bayern München (2:1) hervorgehoben. "Man weiß ja, an welchen Rädchen er dann gedreht hat, wir haben ein paar Spieler abgegeben und ein paar Spieler dazu geholt", sagte Heidel schon vor dem Sieg gegen den deutschen Rekordmeister. "Das Allerwichtigste ist, dass diese Mannschaft sehr schnell verstanden hat, dass sie doch noch eine Chance hat. Das war vielleicht auch deswegen etwas einfacher, weil ihr niemand eine Chance gegeben hat. Das war eine große Herausforderung. Wir sind dran und hoffen, dass wir es am Ende doch noch schaffen."

Svensson hat es geschafft, dass die Fans in Mainz wieder an den Klassenerhalt glauben. Dass die Mainzer wieder zu sich selber gefunden haben, ist definitiv der Verdienst des Dänen. "Das Spiel gegen die Bayern war schon nah dran an der Perfektion für uns. Wir haben mutig gespielt, die Momente ergriffen, vorne Druck zu machen, und all diese Komponenten sind aufgegangen. An dem Tag hat sehr viel nach unseren Vorstellungen funktioniert", sagt der Mainzer Trainer rückblickend zum 2:1 Erfolg gegen die Bayern.

Das nächste Trainertalent aus Mainz

Dass Svensson es kann, hat Heidel schon länger erkannt: "Ich habe schon sehr lange gewusst, dass da ein großes Trainer-Talent ist", meint Heidel, der nach Jürgen Klopp, Thomas Tuchel und auch dem heutigen Sportdirektor Martin Schmidt mit Svensson schon den vierten Trainer auf Spitzen-Niveau entdeckt und gefördert hat. Das Trio hat mit Mainz im Jahr 2021 eine starke Aufholjagd hingelegt und die ganz schwache Hinserie mit nur sieben Punkten und Tabellenplatz 17 vergessen gemacht.

Ein Restprogramm, das es in sich hat

Sicher sind die Mainzer aber noch nicht. Die Ausgangslage im Bundesliga-Endspurt ist zwar wesentlich besser als zu Beginn der Rückrunde, aber "es gibt keinen Grund für irgendwelche Euphorie", sagt Heidel. Am Montag kommt Mitkonkurrent Hertha BSC zum Nachholspiel nach Mainz, danach stehen noch die Partien gegen die drei Champions-League-Anwärter Eintracht Frankfurt, Borussia Dortmund und VfL Wolfsburg an. Ein Restprogramm, dass es ins sich hat.

"Wir rechnen mit der besten Hertha-Mannschaft, die es gibt, darauf werden wir uns konzentrieren", gibt Bo Svensson vor, der ganz genau in seine Mannschaft schaut und sich sicher ist, dass das Team den Fokus behält. "Ich habe nicht das Gefühl, dass wir satt sind", sagt der Däne.

Er will langfristig etwas prägen in Mainz. Gerüchten, dass er bald schon wieder weg sein könnte, weil er das Interesse von anderen, größeren Vereinen geweckt hat, trat Svensson deutlich entgegen. "Ihr kennt mich, das ist nicht meine Art", sagt der 05-Coach freundlich, aber bestimmt. Bo Svensson - das Trainertalent aus Mainz, das derzeit in aller Munde ist.

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