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Als Alexandru Maxim im Sommer 2017 vom VfB Stuttgart zum FSV Mainz 05 wechselte, galt er als großer Hoffnungsträger und Versprechen für die Zukunft. Doch den Vorschusslorbeeren wurde der Edeltechniker nie gerecht. Nun wurde sein Kontrakt bei den Rheinhessen ein Jahr vor Vertragsende aufgelöst. Warum scheiterte Maxim und wie geht es jetzt weiter?

"Er ist ein großartiger Junge mit gutem Charakter und einer Menge fußballerischen Potential, das er hier in Mainz leider zu selten abrufen konnte." So wird Rouven Schröder in der Pressemitteilung zum Abschied von Alexandru Maxim zitiert. Die Wertschätzung des Sportvorstands des FSV Mainz 05 wird darin deutlich, aber eben auch, dass der Rumäne seine immensen Fähigkeiten bei weitem nicht ausreizen konnte. Es ist für Maxim so etwas wie ein "ewiges Dilemma" für seine Zeit in Deutschland, denn bereits beim VfB Stuttgart bewegte er sich zwischen diesen beiden Polen.

Neuer alter Klub in der Türkei

Der Vertrag des Rumänen wurde nun vorzeitig aufgelöst, der Kreativspieler wechselt ablösefrei in die Türkei zu Gazizehir Gaziantep. Dorthin war Maxim bereits im Januar 2020 verliehen worden. In der Süper Lig reüssierte der Mittelfeldspieler sehr erfolgreich, in 15 Spielen gelangen ihm sieben Treffer. Balsam für die Seele des sensiblen Technikers, der sich in seiner Zeit in Mainz (und auch teilweise zuvor beim VfB Stuttgart) mit seiner zurückhaltenden Art und seinem Phlegma zu oft selbst im Weg stand.

Schröder: ""Wir haben uns damals sehr viel versprochen"

Dabei galt er 2017, als er vom VfB Stuttgart an den Rhein gewechselt war, als großer Hoffnungsträger. "Wir haben uns damals sehr viel versprochen", bestätigte Schröder: "Er sollte bei uns Nachfolger von Yunus Malli (zum VfL Wolfsburg, Anm. d. Red.) werden." Der Sportvorstand gibt rückblickend aber auch zu: "Irgendwo hat es leider nie dafür gereicht, dauerhaft in der Startelf zu stehen."

Das, so Schröder weiter, habe alle Beteiligten "immer wieder vor Fragezeichen gestellt. Auch Alex selbst". Denn schließlich hat Maxim immense Fähigkeiten: Technik, Auge, Passspiel, Standards, Torabschluss. Doch er brachte seine PS zu selten auf die Straße. "Wir haben Dinge im Training gesehen, die er leider in der Form nicht im Spiel umgesetzt hat", so Schröder.

"Sowohl wir als auch er haben uns mehr versprochen"

56 Pflichtspieleinsätze (fünf Tore, fünf Assists) stehen in Maxims Bilanz nach drei Jahren Mainz. Viel zu wenig für einen Mann mit seinen Fähigkeiten. In den Fanforen wird der Abgang des Rumänen sehr bedauert, Sympathieträger war der stille und höfliche Profi immer. Auch Schröder findet es schade, denn eigentlich hätte es mit Maxim ja gepasst: "Er war sehr gut integriert und einer der begabtesten Spieler. Trotzdem haben sowohl wir als auch er uns mehr versprochen."

Alexandru Maxim feiert 2017 den Aufstieg mit dem VfB Stuttgart und wechselt anschließend zum FSV Mainz 05 (Foto: Imago, Pressefoto Baumann)
Alexandru Maxim feiert 2017 den Aufstieg mit dem VfB Stuttgart und wechselt anschließend zum FSV Mainz 05 Imago Pressefoto Baumann

Ähnlich war es beim VfB Stuttgart, als Maxim nach dem Bundesliga-Aufstieg 2017 die Schwaben verließ. Viele Anhänger bedauerten den Abgang, sahen aber ein, dass die Trennung wohl unvermeidlich war. Im letzten Zweitligajahr hatte Maxim noch punktuelle Highlights gesetzt, doch nach viereinhalb Jahren, 131 Pflichtspielen, 17 Toren und 35 Asissts war der allgemeine Tenor, dass die Trennung besser sei. Maxim, der Anfang 2013 vom damaligen Manager Fredi Bobic nach Stuttgart geholt worden war und anfangs die Bundesliga aufmischte, hatte über die Jahre sukzessive nachgelassen. 2,7 Millionen Euro legte Mainz für den Mittelfeldspieler auf den Tisch.

Schröder begründet den ablösefreien Abgang Maxims

Eine Summe, die sich in Zeiten von Corona nicht mehr erzielen ließ. Deswegen wurde der Vertrag aufgelöst, um das Gehalt von Maxim einzusparen. Der 30-Jährige, der wohl zu den Top-Verdienern bei den Rheinhessen gehörte, wird wahrscheinlich noch eine kleine Abfindung bekommen haben.

"Wir haben gemerkt, dass das Interesse auf dem Markt nicht so hoch war", begründete Schröder den Deal: "Wir mussten abwägen, ob wir einen Abnehmer finden, der in eine Ablöse, aber auch in sein Gehalt investiert. Das war kurzfristig nicht abzusehen. Wir haben uns dann in Zusammenarbeit mit Alex und seinem Management zu diesem Schritt entschlossen." Und so ist Alexandru Maxim beim FSV Mainz 05 Geschichte - der leise Abschied eines Hochbegabten.

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