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Kasper Hjulmand kennt Bo Svensson noch aus seiner Zeit, als er selbst Trainer bei den Nullfünfern war. Zwei Dänen in Mainz. Kasper war der Chef, Bo der Praktikant. Heute ist Bo Svensson Chefcoach bei Mainz 05 und Hjulmand dänischer Nationaltrainer. Nach dem Sieg der Mainzer gegen Bayern München hat SWR Sport Kasper Hjulmand getroffen.

"Bo chokerer Bayern" (Bo schockt Bayern) titelt die dänische Boulevard-Zeitung "Ekstra Bladet". Der Fußball-Kanal TV2 berichtet online über den "dänischen Trainer, der auf dem Weg ist, Bundesliga-Geschichte zu schreiben".

Bo Svensson genießt im Augenblick sogar mehr Aufmerksamkeit als die dänische Fußball-Nationalmannschaft, wenige Wochen vor Beginn der Europameisterschaft.  Was National-Coach Kasper Hjulmand amüsiert zur Kenntnis nimmt: "Ja das ist sehr gut - und Bo hat es auch verdient", sagt der Landsmann von Bo Svensson, der einst Mainz 05 trainierte, und als Erster das Talent vom heutigen Erfolgscoach der Nullfünfer erkannte.

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Svenssons Trainer-Märchen

Es war einmal 2014. Kasper Hjulmand trat in Mainz die Nachfolge von Thomas Tuchel an. Bo Svensson hatte gerade seine Fußballer-Karriere beendet und war auf der Suche nach einer neuen Aufgabe. Und zwar als Hospitant bei Mainz 05. Kasper Hjulmand musste nicht lange nachdenken, holte Bo Svensson in den Trainerstab. Eine Win-win-Situation. Hjulmand hatte einen Landsmann an der Seite, der ihm half, sich schneller zurechtzufinden, und Svensson war plötzlich Trainer in Ausbildung.  Der Beginn einer märchenhaften Trainer-Karriere. "Ich habe von Anfang an einen Menschen, einen Spieler gesehen, der ein ganz großes Potential als Trainer hat", erinnert sich Kasper Hjulmand an die gemeinsame Zeit in Mainz.

Überzeugungsarbeit im Urlaub

Dennoch war ein wenig Überzeugungsarbeit nötig, um Bo Svensson vom Job als Trainer zu überzeugen. "Er war hier im Urlaub in Dänemark. Er war hier bei mir zu Hause und wir haben sehr, sehr lange gesprochen", berichtet Hjulmand im Interview mit SWR Sport.

Aber wie das so in einem Märchen ist - die Dramaturgie ist erst einmal eine andere. Weil Kasper Hjulmand mit seinem Anspruch scheiterte, Mainz 05 fußballerisch weiterzuentwickeln, trennten sich die Wege schon wieder im Februar 2015.  Bo Svensson blieb in Mainz. Und setzte seinen Weg als Trainer im Nachwuchs-Leistungs-Zentrum fort. Der Kontakt, die gegenseitige Wertschätzung aber blieben.

"Um zehn Uhr am Abend haben wir sehr oft telefoniert und wir haben sehr viel über Fußball gesprochen, und dann schon wieder am nächsten Tag um sieben Uhr", sagt Hjulmand und fügt lachend hinzu: "Ich bin immer sehr früh, auch in Mainz, ins Büro und manchmal Bo war schon da. Er hat mich sehr früh überzeugt, dass er ein super Trainer ist."

Das Herz des dänischen Nationaltrainers schlägt immer noch für Mainz

Kasper Hjulmand glaubte von Anfang an, dass sein Landsmann mit Mainz den Klassenerhalt schaffen könnte. Trotz der trostlosen Situation bei Bo Svenssons Trainer-Debüt im Januar. Als Mainz 05 zu Hause gegen die Eintracht verlor und mit nur sechs Punkten Tabellenletzter war. "Ich habe gesagt‚ es ist möglich, nicht dass es so ist", stellt Hjulmand noch einmal klar, um nicht als Hellseher dazustehen. Tatsache ist: Dänemarks Nationaltrainer ist ein treuer Fan der Mainzer Aufholjagd. "Ich weiß, dass Bo sehr gut arbeitet, dass Mainz Qualität hat und vielleicht auch ein bisschen mit meinem Herzen immer noch in Mainz habe ich auch gehofft, dass Mainz 05 das schafft."

Klassenerhalt schon nächste Woche?

Jetzt ist das kaum glaubliche Happy End in Sicht. Eine Aufholjagd, die es so in der Bundesliga noch nicht gegeben hat, steht kurz vor dem erfolgreichen Abschluss. Mit einem Sieg im Nachholspiel gegen die Hertha könnte Mainz 05 in der Rückrundentabelle auf Rang zwei klettern. Und fünf Tage später im Derby gegen Eintracht Frankfurt den Klassenerhalt vorzeitig perfekt machen.

Kasper Hjulmand hofft, dass sein ehemaliger Schüler und befreundeter Kollege auch nächste Woche wieder für positive Schlagzeilen sorgen kann: "Montag ist ein superwichtiges Spiel und ich drücke die Daumen, wünsche Bo und allen in Mainz das Beste und viel Erfolg!"

Fußball-Kanal TV2 beispielsweise berichtet online vom "Dänischen Trainer, der auf dem Weg ist, Bundesliga-Geschichte zu schreiben".

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