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Der FSV Mainz 05 hat einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga geschafft. Im Kellerduell gegen den 1. FC Köln gewannen die Mainzer durch ein Tor in der Nachspielzeit mit 3:2 (1:1).

Nach dem Last-Minute-Sieg im Kellerkrimi gegen den 1. FC Köln klettert der FSV Mainz 05 weiter nach oben, das fünftbeste Team der Rückrunde belegt mittlerweile den 14. Platz. Dem 1. FC Köln droht hingegen der siebte Abstieg der Vereinsgeschichte - und Trainer Markus Gisdol das Aus.

Jean-Paul Boetius (11.), Karim Onisiwo (65.) und Leandro Barreiro (90.+2) trafen zur Entscheidung für die Rheinhessen, die in dieser Form gute Karten haben, den Abstieg zu verhindern. Ondrej Duda (43.) per Handelfmeter und Ellyes Skhiri (61.) hatten das Spiel zwischenzeitlich in Richtung der Kölner Gastgeber gedreht.

Mainz geht durch Boetius in Führung

Die Kölner waren von Beginn an bemüht, die Kontrolle zu übernehmen und bei Ballbesitz mit hochstehenden Außenverteidigern über die Flügel die kompakte Mainzer Abwehrreihe auseinanderzuziehen. Doch die Gäste, die mit ihrem Trainer Bo Svensson einen Aufschwung erleben, zuletzt aber gegen Abstiegskonkurrent Bielefeld nur unentschieden gespielt hatten, zeigten die reifere Spielanlage, griffen früh an und wechselten die defensive Fünferkette bei Ballbesitz in eine Dreierkette um.

Die auswärts zuletzt viermal nacheinander unbesiegten Mainzer, bei denen Onisiwo im Angriff den Vorzug vor Robert Glatzel erhielt, kamen dann auch durch einen überraschenden und platzierten Rechtsschuss von Boetius früh zur 1:0-Führung. Es war der erste Saisontreffer für den Niederländer. Die Kölner steckten den Rückstand gut weg, kamen durch Andersson zu zwei guten Tormöglichkeiten (19./20.) und setzten die Rheinhessen mit großem Einsatz stärker unter Druck, ohne danach aber zu großen Chancen zu kommen. Erst ein nach Videobeweis gegebener Handelfmeter, den Duda verwandeln konnte, führte zum Ausgleich (43.). Zuvor hatte FC-Keeper Timo Horn nach einem Schuss von Moussa Niakhaté das 2:0 für die Mainzer verhindert.

Burkardt muss benommen ausgewechselt werden

Acht Minuten nach Wiederanpfiff hatte Mainz zunächst einen Schockmoment zu überstehen, der allerdings wohl glimpflicher verlief. Jonathan Burkardt musste benommen vom Feld. Er hatte bei einem Kopfballduell den Arm vom Kölner Verteidiger Jorge Mere ins Gesicht bekommen. Trainer Bo Svensson gab nach dem Spiel jedoch vorsichtig Entwarnung. "Ihm geht es ganz gut. Ich habe nur ein paar Worte mit ihm gewechselt, es hat schon Sinn gemacht, was er gesagt hat", sagte der Däne: "Der Johnny" werde in ein paar Tagen wieder auf dem Trainingsplatz stehen, war sich Svensson sicher.

Barreiro lässt Mainz in der Nachspielzeit jubeln

In der insgesamt recht ausgeglichenen und von weiteren Verletzungspausen unterbrochenen Partie hatte Marius Wolf die große Möglichkeit zum Führungstreffer für den im zweiten Spielabschnitt besseren FC. Doch sein Kopfball landete via Torwart Robin Zentner nur am Aluminiumgestänge (58.). Drei Minuten später machte es Skhiri besser. Sein Kopfballtreffer nach Vorarbeit von Jonas Hector führte zum 2:1 für die Gastgeber, doch Onisiwo glich postwendend zum 2:2. aus. Barreiro ließ die Mainzer dann in der Nachspielzeit sogar noch über den eminent wichtigen Siegtreffer jubeln und befand nach der Partie glücklich: "Ein geiler Sieg."

Mitspieler Onisiwo freute sich über die gelungene Chancenverwertung. "Wir stecken jede Woche viel Arbeit in die Torabschlüsse. Das hat sich heute auf jeden Fall ausgezahlt." Das Team lebe und marschiere in die richtige Richtung, lobte der Stürmer die Entwicklung der Mainzer.

Mainz

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