Es läuft richtig gut für Anderson Lucoqui und den FSV Mainz 05 (Foto: Imago, foto2press)

Fußball | Bundesliga

Mainz-Profi Anderson Lucoqui: "Wir freuen uns, sind aber realistisch genug"

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Vier Spiele, drei Siege. Mainz 05 legt einen mehr als überzeugenden Saisonstart hin. Auch die Art und Weise, wie die Rheinhessen zuletzt auftraten, lässt aufhorchen. Anteil daran hat auch Neuzugang Anderson Lucoqui. Der auf und neben dem Platz seine eigene Note hinterlässt.

Neun Punkte aus vier Spielen. Der Mainzer Höhenflug geht weiter. So viele Zähler hatte Mainz 05 in der vergangenen Saison nach der kompletten Hinrunde nicht. Dazu dreimal ohne Gegentreffer. Das freut besonders Abwehrspieler Anderson Lucoqui. Aber abheben werden der im pfälzischen Zweibrücken geborene Neuzugang oder einer seiner Mannschaftskameraden deswegen nicht. "Wir wissen, wie wir diesen Sieg einzuordnen haben. Es war wichtig, gut in die Saison zu starten. Aber wir wissen auch, wie anstregend eine Saison kann. Deswegen ist es wichtig konstant zu punkten."

Der Blick auf die Tabelle fühlt sich als Spieler oder Fan der Mainzer richtig gut an. Aber 05-Coach Bo Svensson muss seiner Mannschaft gar nicht erst erklären, dass hier aktuell von einer Momentaufnahme zu sprechen ist, von der sich sein Team nicht blenden lassen sollte. "Wir sind realistisch genug, freuen uns, wie es aktuell läuft, aber wissen auch, dass wir noch viel arbeiten müssen. Jeder ist so diszipliniert und wird das auch zu tun. Am Ende schauen wir, was da rauskommen wird", sagt Lucoqui im Interview mit SWR Sport.

Musik als zweites "Standbein"

Anderson Lucoqui hat aktuell mächtig Spaß, auf und neben dem Platz. Denn neben Fußball steht Musik beim 24-Jährigen ganz oben auf der Liste. Der Flügelflitzer verbringt viel Zeit im Tonstudio oder am Laptop, um seiner zweiten großen Leidenschaft zu frönen. Statt Playstation zu spielen, schreibt Lucoqui lieber an seinen eigenen Songs. R'nB und Hip-Hop, dazu rappt und singt er. Von einem zweiten Standbein will der Abwehrspieler dabei nicht unbedingt sprechen.

"Es ist eine Leidenschaft. Aber es ist auch kein Geheimnis, dass man damit Geld verdienen kann. Aber es ist kein Plan B, sondern ich mache es aus Leidenschaft. Wenn es erfolgreich ist, umso schöner. Aber die Priorität liegt auf dem Fußball." Sein Trainer Bo Svensson wird das gerne hören. "Meine Eltern haben sich immer gewünscht, dass eines der Kinder Musik macht", sagt Lucoqui, der noch zwei Geschwister hat, der Zeitung "Westfalenblatt". Seine Mutter und sein Vater stammen aus Angola. Vor 30 Jahren kamen sie nach Deutschland und Papa Lucoqui hatte eine Trommel im Gepäck.

Songtexte mit Hintergrund

In seinem Song "Nie genug" geht es um einen Mann, der es gegen jede Widerstände schafft, sich durchsetzen und seinen Weg macht. Lucoqui will das nicht auf sich beziehen. "Ich habe das extra so geschrieben, dass sich jeder einen Teil aus dem Song nehmen kann und auf sein eigenes Leben projizieren. Jeder soll oder kann das als Motivation nehmen, dass es anderen genau so geht. Ich liebe es, Geschichten zu erzählen, die im Leben passieren, mit denen sich die Leute identifizieren können." Mit seiner Art Fußball zu spielen, können sich die Mainzer Fans schon jetzt zu 100 Prozent identifizieren.

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