Anderson Lucoqui wechselt ablösefrei von Arminia Bielefeld an den Bruchweg. (Foto: Imago, Jan Huebner)

Fußball | Bundesliga

Der Mainzer Neuzugang Anderson Lucoqui: von der Muse geküsst

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Der Mainzer Neuzugang Anderson Lucoqui schließt die Lücke, die der zur PSV Eindhoven abgewanderte Philipp Mwene hinterlassen hat. Für die Mainzer, die unter Trainer Bo Svensson mit Dreierkette agieren, ist die Position des Außenverteidigers eine entscheidende.

Eigentlich war die Position des linken Außenverteidigers schon besetzt und der Vertrag per Handschlag besiegelt. Doch Philipp Mwene entschied sich nach starker Rückrunde und seiner Berufung in den vorläufigen Kader der österreichischen Nationalmannschaft für das Angebot der PSV aus Eindhoven und machte so eine Großbaustelle im Kader der 05er auf.

In der Interpretation der 3er-Kette unter Trainer Svensson agieren die Außenverteidiger verstärkt offensiv, unterstützen so das Mittelfeld und die Angreifer. Gerade der laufstarke Danny da Costa und der spielintelligente Mwene trugen maßgeblich zum Klassenerhalt der 05er bei.

Die Entscheidung pro Mainz

Dieses Profil erfüllt auch Anderson Lucoqui, der sich bewusst aufgrund des Spielsystems für die 05er entschied und seinen Vertrag in Bielefeld nicht verlängerte. Ähnlich wie Mwene ist auch der gebürtige Zweibrücker in der Lage, zentral defensiv zu spielen und verfügt darüber hinaus über eine starke Athletik. Auch Trainer Bo Svensson trug zu seiner Entscheidungsfindung bei:

Ich habe beim ersten Gespräch sofort gesehen, wie menschlich er ist. Man war sofort auf einer Wellenlänge, obwohl man sich noch nicht lange kannte.

In Bielefeld habe er sich im Abstiegskampf weiterentwickelt, habe gelernt mit persönlichen Rückschlägen umzugehen und sich dem Trainer immer wieder neu anzubieten. In Mainz will sich Lucoqui, der einen Dreijahres-Vertrag unterschrieben hat, nun bei einem etablierten Bundesligisten durchsetzen und seine offensiven Qualitäten noch stärker einbringen. Einfach dürfte das nicht werden, denn trotz des Abgangs von Mwene kehrte mit Aaron Martin nach seiner Leihe zu Celta Vigo ein weiterer Linksverteidiger zurück an den Bruchweg, der seine Qualitäten in der Bundesliga bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat.  

Der Spanier hatte unter Ex-Trainer Sandro Schwarz zu den stärksten Mainzer Spielern gezählt und gilt weiterhin als ein großes Talent im spanischen Fußball. Auch seine spielerische Intelligenz könnte in Svenssons System, das die Außenverteidiger mehr fordert, nun stärker zur Geltung kommen.

Von der Muse geküsst?

Für Lucoqui kein Grund zur Sorge. Der Neu-Mainzer will sich reinhauen und baut dabei auch auf die Unterstützung seiner Familie im nahgelegenen Zweibrücken, die er ab sofort öfter mal mit einem Besuch überraschen möchte. Die Mainzer-Fans können sich in ihm auf einen reflektierten jungen Mann freuen, der auch neben dem Platz einen Hang zu künstlerischen Dingen wie Architektur und Musik hat. Ober er zum Künstler oder Architekten im Mainzer Spiel werden kann, bleibt für’s Erste abzuwarten, die Baustelle auf links außen ist auf jeden Fall schonmal kleiner geworden.

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