Mateta feiert seinen Treffer für Mainz 05 beim VfB Stuttgart (Foto: Imago, Jan Huebner/Voelker)

Fußball | Bundesliga Wird Mainz 05 in der Bundesliga unterschätzt?

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Nach dem 3:2-Erfolg beim VfB Stuttgart haben die Mainzer 24 Punkte auf dem Konto. Gelingt am Samstag gegen Schlusslicht Nürnberg der angestrebte Heimsieg, dürfte das Team von Sandro Schwarz mit dem Thema Abstieg wenig zu tun haben.

Neu an der Situation ist: Der Erfolg der jungen Wilden von Mainz 05 spricht sich langsam rum in der Liga und ist auch überregional ein Gesprächsthema. Für die "Süddeutsche Zeitung" sind die Mainzer "die vielleicht unterschätzteste Mannschaft dieser Saison." Vor allem der Zusatz "…sie überzeugen immer mehr auch fußballerisch" ist ein großes Kompliment für die sportliche Leitung des Vereins.

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Im Speziellen ist es ein Kompliment für die Einkaufspolitik von Sportvorstand Rouven Schröder. Und die erfolgreiche Arbeit von Trainer Sandro Schwarz, der im Vergleich zur Vorsaison deutliche Unterschiede ausmacht: "Wir kommen mittlerweile mit unserer Qualität dahin, unser eigenes Spiel durchzusetzen," so Schwarz in der dienstäglichen Journalisten-Runde.

Mainz 05 hat sich gefunden

Mainz 05 hat sich im vergangenen Sommer neu aufgestellt. Setzt auf junge, erfolgshungrige Spieler. Gleich fünf davon haben schnell den Sprung in die Stammelf geschafft. Teamgeist, Ehrgeiz, taktische Ausrichtung - das alles stimmt derzeit bei den Rheinhessen.

Folgerichtig verzichtet Mainz 05 auf Neuzugänge in der Winterpause. Und auch im Sommer soll es möglichst wenige Transferaktivitäten geben. Schwarz möchte die Mannschaft zusammenhalten und weiterentwickeln. "Wir haben junge Kerle mit viel Potential, die Jungs haben Spaß mit unserer Spielweise und das merkt man uns an."

Inhaltlich neue Ziele

Tabellarisch setzt der Mainzer Trainer keine neuen Ziele. Wohl aber inhaltlich: "Das ideale Spiel wäre jetzt am Samstag gewesen. Die Dominanz nach der 3:0-Führung auch so dominant zu Ende bringen", formuliert Schwarz seinen Anspruch in Bezug auf das Auswärtsspiel in Stuttgart, schränkt aber auch gleichzeitig ein: "Wir wollen uns aber nicht jede Woche an diesem Idealzustand messen lassen, weil das der jungen Mannschaft auch nicht gerecht wird."

Die neue Aufmerksamkeit hat aber auch einen Nachteil: Setzt Mainz 05 seinen Weg fort, dürfte das mit dem Unterschätzen bald vorüber sein. Und mit der fußballerischen Qualität steigt auch das Interesse anderer Clubs am Mainzer Personal. Wie die Nullfünfer mit der veränderten Wahrnehmung umgehen, zeigt sich vielleicht schon am Samstag gegen Schlusslicht Nürnberg. Da müssen Sandro Schwarz und sein Team auf jeden Fall mit der Favoritenrolle zurechtkommen.

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