Rouven Schröder (Foto: Imago, imago images / Martin Hoffmann)

Fußball | Bundesliga Kramer, Herrlich, Löw – Das Mainzer Kandidaten-Karussell dreht sich weiter

Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 sucht weiter nach einem neuen Cheftrainer. Während der Länderspielpause läuft die Suche auf Hochtouren. Möglicherweise gilt das Motto "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" - denn auch Köln ist nach wie vor auf Trainersuche.

Die Niederlage gegen Union Berlin war eine zu viel - Mainz 05 trennte sich von Trainer Sandro Schwarz. Laut des Mainzer Sportvorstands Rouven Schröder haben die ersten Berater schon "25 Sekunden" nach dem Bekanntwerden der freien Stelle das Interesse ihrer Klienten hinterlegt - wer genau sich da gemeldet hat, ist nicht überliefert. Dennoch ein aktualisierter Überblick über mögliche Kandidaten:

Frank Kramer

Frank Kramer (Foto: Imago, imago images  GEPA pictures)
Frank Kramer trainiert zurzeit die U19 von RB Salzburg Imago imago images GEPA pictures

Als Jahrgangsbester seines Fuballlehrer-Lehrgangs (2012/2013) hat Frank Kramer bei seinen bisherigen Stationen eine Menge Erfahrung mit jungen Spielern gesammelt. Der 45-Jährige war Trainer der U18-U20 Deutschlands, anschließend Nachwuchskoordinator bei RB Salzburg und ist dort inzwischen Trainer der U19. Eine wichtige Eigenschaft für die junge Mainzer Truppe. Außerdem wurde Kramer einst unter Rouven Schröder Cheftrainer bei Greuter Fürth, verpasste dort erst in der Relegation aufgrund der Auswärtstorregelung den Aufstieg in die Bundesliga.

Job-Chance: 40 Prozent.

Heiko Herrlich

Heiko Herrlich (Foto: Imago, Imago)
Der gebürtige Mannheimer war bis Dezeber 2018 bei Bayer Leverkusen unter Vertrag, wo er 51 Bundesligaspiele auf der Bank saß (22 Siege, 13 U., 16 N.) Imago Imago

Der frühere Nationalspieler ist nach Angaben des "kicker" ein heißer Anwärter auf den Posten in Mainz. Da der gebürtige Mannheimer in seiner Zeit beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) zahlreiche Juniorenteams trainiert hat, würde er ganz gut zur jungen Mainzer Mannschaft passen. Den Kölner Fans dürfte Herrlich, der im Dezember des vergangenen Jahres bei Bayer Leverkusen gehen musste, aufgrund seiner Vergangenheit bei den Lokalrivalen Leverkusen und Borussia Mönchengladbach nicht zu vermitteln sein.

Job-Chance: 70 Prozent.

Zeljko Buvac

Zeljko Buvac (Foto: Imago, imago images  photoarenaEisenhuth)
Zeljko Buvac bei seiner letzten Station in Liverpool Imago imago images photoarenaEisenhuth

Der Bosnier ist vor allem wegen seiner Arbeit unter Jürgen Klopp bekannt. Buvac war 17 Jahre lang Assistent von Klopp, begleitete ihn von Mainz über Dortmund nach Liverpool. Im vergangenen Jahr zerstritten sich die beiden Weggefährten. Der Taktikexperte ist vereinslos und nach Mainz zurückgekehrt. Sein größter Makel aber ist die Kommunikation. Kaum vorstellbar, dass Buvac die ersehnte Euphorie zurückbringen könnte.

Job-Chance: 20 Prozent.

Tayfun Korkut

Tayfun Korkut an der Seitenlinie (Foto: Imago, Tayfun Korkut an der Seitenlinie)
Tayfun Korkut an der Seitenlinie beim VfB Stuttgart Imago Tayfun Korkut an der Seitenlinie

An dem früheren türkischen Nationalspieler scheiden sich die Geister. Seine Engagements beim 1. FC Kaiserslautern und in Leverkusen waren nur von kurzer Dauer. Dass Korkut beim VfB Stuttgart im vergangenen Jahr bereits nach sieben Spielen entlassen wurde, bereuen sie im Schwabenland aber heute noch - am Ende stand der Abstieg. In der Saison zuvor hatte Korkut die Stuttgarter vor dem Gang in die 2. Liga bewahrt.

Job-Chance: 50 Prozent.

Zsolt Löw

Zsolt Löw (Foto: Imago, imago images  Martin Hoffmann)
Zsolt Löw bei seiner Trainerstation in Leipzig Imago imago images Martin Hoffmann

Für den Ungarn zahlte Paris im letzten Jahr eine Rekordablöse für einen Co-Trainer. Löw assistierte schon einigen in der Bundesliga namhaften Trainern, darunter Adi Hütter, Ralf Rangnick und aktuell Erfolgstrainer Thomas Tuchel. Dazu kommen fast drei Jahre eigene Mainzer Vergangenheit als Spieler. Der 40-Jährige wird geschätzt, war schon Mitte des Jahres beim VfB Stuttgart im Gespräch. Einziges Manko: Löw stand noch nie in der ersten Reihe, es wäre sein erster Posten als Cheftrainer.

Job-Chance: 60 Prozent.

Hannes Wolf

Hannes Wolf saß zuletzt auf der Trainerbank vom HSV. (Foto: Imago, sven simon)
Hannes Wolf saß zuletzt auf der Trainerbank vom HSV Imago sven simon

Dass der gebürtige Bochumer noch keine allzu großen Fußspuren im deutschen Fußball hinterlassen hat, wurde vor wenigen Wochen vor dem Spiel des SC Freiburg gegen Dortmund deutlich. Während der Straßenbahnfahrt vom Hauptbahnhof ins Stadion wurde Wolf nicht einmal angesprochen - obwohl die Bahn aus allen Nähten platzte. Am Ende der vergangenen Saison musste Wolf beim Hamburger SV gehen, auch zuvor in Stuttgart war vorzeitig Schluss. Das störte den DFB allerdings nicht: Kurz nach seiner Entlassung beim VfB im Januar 2018 wurde er vom Verband zum Trainer des Jahres gekürt.

Job-Chance: 50 Prozent.

REDAKTION
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