Mainz-05-Antreiber Edimilson Fernandes war nach der Klatsche gegen den FC Bayern München ziemlich ratlos (Foto: Imago, imago images / eu-images)

Fußball | Bundesliga Mainz 05 will trotz Fehlstart locker bleiben

Mainz 05 ist mit drei Niederlagen und dem Aus im DFB-Pokal in die Saison gestartet. Trotzdem ist Trainer Sandro Schwarz von der Qualität der Mannschaft überzeugt.

Die Länderspiel-Pause kommt Sandro Schwarz wie gerufen. Durchatmen, erstmal innehalten, sich neu sortieren, einfach die Reset-Taste drücken und dann gegen Hertha BSC Berlin mit neuem Schwung durchstarten. Der Trainer muss schon nach drei Spieltagen als Krisenmanager überzeugen. Mainz auf dem Letzten Tabellenplatz mit null Punkten und einem grauenvollen Torverhältnis. "Wenn wir eine ähnliche Bilanz mitten in der Saison vom 12.-14. Spieltag hätten, dann wäre das durchaus normal. Aber jetzt von Spieltag eins bis drei klingt das natürlich viel dramatischer", sagt Schwarz und erklärt auch warum: "Es fehlt das Gefühl der Belohnung in dieser Saison" und meint, dass eine Durststrecke leichter zu ertragen ist, wenn man vorher schon ein paar guter Spiele gezeigt hat. Jetzt steht man noch mit leeren Händen da.

Dabei fühlte sich die Verantwortlichen bei Mainz 05 gut aufgestellt für eine erfolgreiche Saison. Sportvorstand Rouven Schröder hatte mal wieder mit viel Geschick auf dem Transfermarkt Verstärkungen wie Adam Szalai, Edimilson Fernandes, Ronaël Pierre-Gabriel oder Jeremiah St. Juste geholt und einem Mann wie Jean Philippe Gbamin für rund das fünffache des Einkaufswertes abgegeben. Die Vorbereitung lief gut, alles deutete daraufhin, dass Mainz in dieser Saison konkurrenzfähig sein wird. Aber dann die Verletzung von Jean Philippe Mateta. Schnell war klar, dass hier ein Schlüsselspieler ausfällt, der schmerzlich vermisst wird. Und trotzdem erklärt sein Fehlen nicht allein die Auftritte der Mainzer.

Stress-Situationen nicht gewachsen

Wie ein roter Faden zieht sich eine Schwäche durch das Mainzer Spiel: In Stress-Situationen, nach Gegentoren, bricht die Mannschaft regelrecht zusammen. Zu Beginn einer Partie steht eine selbstbewusste Mannschaft auf dem Platz, die mit mutigem Spiel gut mithalten kann. Doch der Umgang mit Nackenschlägen ist katastrophal. Offensichtlich ist das Team nicht in der Lage, auf solche Situationen angemessen zu reagieren. Daran will Sandro Schwarz intensiv arbeiten in der Länderspielpause. Mit Einzel- und Gruppengesprächen ermuntert er seine Spieler, Verantwortung zu übernehmen. Er zeigt exemplarische Videosequenzen aus der aktuellen und zum Vergleich aus der vergangenen Saison, als die Mainzer Widerstände erfolgreich überwunden haben.

Keine Grundsatzdiskussion

Auf eine Sache legt Sandro Schwarz großen Wert: "Man darf jetzt nicht die Mannschaft grundsätzlich in Frage stellen und ihr ein mentales Problem einreden." Stattdessen konzentriert an den Schwächen arbeiten. Schwarz kann eine Entwicklung erkennen. Auch Rückkehrer Adam Szalai tut der Mannschaft gut und lebt das Verantwortungsbewusstsein vor. "Adam überzeugt mit seiner Ausstrahlung, er ist clever, geht voran und vermittelt eine Sieger-Mentalität", lobt Schwarz den Ungar. Er ist sich sicher, dass die Puzzleteile nur richtig zusammengefügt werden müssen, damit Mainz 05 wieder in die Spur kommt.

Einen solchen Fehlstart wünscht sich niemand, aber dafür bleibt nach drei Spieltagen auch noch genügend Zeit für eine Kurskorrektur. Und die Aufgabe von Sandro Schwarz ist es auch dafür zu sorgen, dass jetzt alle einen kühlen Kopf bewahren. "Man darf jetzt bloß nicht anfangen, von Endspielen zu sprechen und die aktuelle Situation damit zu überhöhen", wünscht sich der Trainer. Schließlich gehöre es zur DNA von Mainz 05, kleine und größere Krisen zu überwinden.

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