Antonin Panenka und die Mutter aller abgezockten Elfmeter (Foto: Imago, imago/Horstmüller)

Fußball | DFB-Pokal Panenka, Ruman und zwei Elfmeter für die Ewigkeit

Viele Weltklassespieler haben ihn schon kopiert – den "Panenka-Elfmeter". Bei den Mainzern hat es 2005 einer wirklich ganz genauso gemacht, wie damals der Erfinder.

Es ist der 20. Juni 1976. In der "Nacht von Belgrad", dem EM-Finale 1976, setzt Antonin Panenka neue Maßstäbe in Sachen Elfmeterschießen. Es ist das erste Finale eines großen Turniers, das im Elfmeterschießen entschieden wird. Zwischen Weltmeister und Titelverteidiger Deutschland und der Tschechoslowakei steht es nach der Verlängerung 2:2. Im anschließenden Elfmeterschießen treffen die ersten sieben Schützen, dann schießt Uli Hoeneß in den Belgrader Nachthimmel. Panenka macht den entscheidenden Treffer - und wie! Er schlenzt ihn frech, halbhoch in die Mitte. Jeder Torhüter kann diesen Ball entspannt halten, wenn er denn stehen bleibt. Sepp Maier im deutschen Tor kann nicht mehr reagieren, ist längst auf dem Weg nach links unten – die Entscheidung. Deutschland verliert das EM-Finale, die Tschechoslowakei wird erstmals Europameister und Panenka weltberühmt.

29 Jahre später. Das DFB-Pokal Achtelfinale zwischen den beiden Erstligisten 1. FC Kaiserslautern und Mainz 05 am 20. Dezember 2005. Ein 1:1 nach Verlängerung zwingt die Teams ins Elfmeterschießen. Der FCK trifft zweimal, für Mainz verschießen Babatz und Demirtas. Lauterns Zandi könnte das Spiel für den FCK entscheiden - und trifft die Latte. Der Ball springt auf den Boden und aus dem Tor. Die Roten Teufel sehen den Elfmeter drin, Schiedsrichter Michael Weiner gibt den Treffer nicht. Es geht weiter und wird furios. Mainz trifft jetzt alles, Kaiserslautern vergibt zweimal durch Halil Altintop und Daniel Halfar. Und dann ist es Petr Ruman, der den entscheidenden Treffer erzielen kann.

Hier kommt Antonin Panenka ins Spiel

Der Tscheche macht es genauso wie der "Erfinder", schießt Mainz in die nächste Runde und den 1. FC Kaiserslautern aus dem Wettbewerb. Im Viertelfinale war dann allerdings auch für die Mainzer Schluss - gegen den FC Bayern München gab es eine 2:3-Niederlage nach Verlängerung.

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