Vollgas in der Vorbereitung bei Mainz 05 (Foto: Imago, Imago)

Fußball | Bundesliga Teamcheck: Der FSV Mainz 05 will den nächsten Schritt machen

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Der FSV Mainz 05 geht in die elfte Bundesliga-Saison in Folge. Auf der letzen Spielzeit ohne echte Abstiegssorgen wollen die Rheinhessen aufbauen. Trainer Sandro Schwarz will mit seinem Team den nächsten Entwicklungsschritt gehen.

So lief die vorige Saison

Ein Blick auf die letzte Abschlusstabelle der abgelaufenen Spielzeit sagt einiges aus über die Entwicklung bei Mainz 05. Die Rheinhessen landeten auf Rang zwölf. Mit dem Abstieg hatte die Mannschaft von Trainer Sandro Schwarz in der vergangenen Spielzeit nichts zu tun. In seiner zweiten Saison als Chefcoach wurde der nächste Entwicklungsschritt geschafft. Nahezu alle Neuzugänge erwiesen sich als absolute Leistungsträger. Beispielsweise der Franzose Jean-Philippe Mateta, mit seinen 14 Treffern der Mainzer Toptorjäger, oder der spanische Linksverteidiger Aaron Martin.

Auch während der Ergebniskrise im Februar und besonders im März herrschte diesmal Ruhe im Klub. Sachliche Fehleranalyse statt einer von außen geführten Trainerdiskussion. Das zahlte sich schlussendlich aus. Ein starkes letztes Saisondrittel sicherte den Mainzer Klassenerhalt bereits am 29. Spieltag.   

Wer kommt, wer geht

Zwar haben den Klub elf Spieler bislang verlassen. Doch von einem Umbruch kann bei den Mainzern keine Rede sein. Denn bis auf Jean-Philippe-Gbmanin konnten alle Stammspieler gehalten werden.  Der Transfer des Ivorers zum Premier-League-Klub FC Everton schmerzt zwar sportlich, wurde aber zumindest finanziell mit einer Ablöse um die 25 Millionen Euro versüßt. Mit Edimilson Fernandes von West Ham United wurde bereits frühzeitig ein vielversprechender Ersatz verpflichtet. Die Lücke, die Niko Bungert als Kapitän hinterlässt, soll Danny Latza füllen. Der 29-Jährige passt mit seiner Erfahrung und seinem klaren Kopf genau in das Profil - und er kennt Mainz 05 bereits seit Jahren.

Sportvorstand Rouven Schröder hat natürlich auch einige Neuzugänge an Land gezogen. Fündig wurde er unter anderem erneut in Frankreich. Ronaël Pierre-Gabriel passt genau ins Mainzer Beuteschema. Jung, talentiert und sprintstark. Der Franzose darf sich auf der rechten Abwehrseite berechtigte Startelf-Hoffnungen machen. Die macht sich auch der neue Innenverteidiger Jeremiah St. Juste. Der robuste und schnelle Niederländer kam von Feynoord Rotterdam. Personelle Sorgen bereitet die Verletzungsmisere im Sturm. Dong-Won Ji, aus Augsburg gekommen, und Topstürmer Jean-Philippe Mateta verletzen sich in der Vorbereitung schwer am Knie und fallen monatelang aus. Ersatz wurde beim FC Liverpool gefunden. Der 21-jährige Taiwo Awoniyi kommt für ein Jahr als Leihgabe.

Der Trainer

Nach der souveränen Saison samt ungefährdetem Klassenerhalt konnte Coach Schwarz auch die letzten (externen) Kritiker überzeugen. Denn seine Handschrift ist klar erkennbar. Die Weiterentwicklung der Mannschaft ebenfalls und der Spielstil ist so, wie er und die sportliche Leitung ihn sehen wollen. Offensiv, mit Tempo und begeisternd. Der 40-Jährige arbeitet akribisch und mit viel Leidenschaft und verkörpert als Ex-Profi auch die Ideale des Vereins. Der Lohn kam bereits im Februar: vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2022. "Sandro Schwarz genießt im Verein absolutes Vertrauen, das er jeden Tag mit seiner inhaltlichen Qualität, hohen Professionalität und seiner immensen Leidenschaft bestätigt“, begründete 05-Sportvorstand Schröder den Schritt.

Erwartungen an die neue Spielzeit

Auf der vergangenen Saison will Trainer Schwarz weiter aufbauen und den nächsten Schritt gehen. Das hat der FSV-Trainer bislang immer geschafft. "Wir wollen die Leute begeistern und dass sie mit uns zufrieden sind", so die klare Ansage des 40-Jährigen. Das frühe Pokalaus beim 1. FC Kaiserslautern schmerzt Schwarz und Mainz daher ungemein.

Erstes Ziel bleibt nach wie vor der, wenn möglich, frühzeitige Klassenerhalt. Dadurch, dass das Stammgerüst fast ausnahmslos geblieben ist, kann Mainz seinen Weg in der Entwicklung weitergehen. Einige der letztjährigen Neuzugänge wie Innenverteidiger Moussa Niakathé oder Mittefeld-Dauerläufer Jean-Paul Boëtius, die ihr Potenzial bereits in ihrer Debüt-Saison gezeigt haben, werden weiter an Konstanz gewinnen. Die Verletzungsmisere im Sturm ist nicht ideal. Die Rheinhessen haben aber trotzdem genügend Qualität dies aufzufangen. Mit der neugewonnen Qualität durch die Transfers, sollte Mainz 05 mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben.  Ein Schritt ins obere Tabellendrittel ist durchaus möglich.

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