Achim Beierlorzer ist neuer Trainer bei Mainz 05 (Foto: Imago, Imago | Martin Hoffmann)

Fußball | Bundesliga So tickt der neue Mainz-05-Trainer Achim Beierlorzer

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Achim Beierlorzer ist der neue Trainer von Mainz 05. Nach dem unglücklichen Bundesliga-Debüt beim 1. FC Köln ist es die zweite Chance für den Franken.

Am 11. Spieltag der aktuellen Bundesliga-Saison war Achim Beierlorzer noch Trainer des 1. FC Köln, am 12. Spieltag wird er nun bei Mainz 05 an der Seitenlinie stehen. Es kursieren Witze im Internet, Beierlorzer sei der einzige Trainer, der sich in der Länderspielpause um einen Tabellenplatz verbessert habe. Der nicht ganz so frohsinnige Teil der Fan-Gemeinde von Mainz 05 mokiert sich allerdings eher darüber, dass der neue Trainer an den ersten elf Spieltagen mit Köln noch weniger Punkte geholt hat, als der in Mainz entlassene Sandro Schwarz.

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Kölner Zeit für Beierlorzer nicht der Maßstab

Das erste Bundesliga-Engagement als Cheftrainer in Köln hat auf den bis dahin makellosen Ruf von Achim Beierlorzer einen kleinen Schatten gelegt. Zumindest bei dem Teil der Fans, für die nur der letzte Eindruck zählt. Für die steht schon nach wenigen Monaten fest: Der Mann kann keine Bundesliga, das ist eine Nummer zu groß. Für den Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder sind solche Einschätzungen völlig ungerechtfertigt. Er kennt Achim Beierlorzer aus der gemeinsamen Zeit bei Greuther Fürth und schätzt ihn sowohl als Mensch, als auch für seine fachlichen Qualitäten. "Ich lasse mich nicht von irgendeinem Stimmungsbarometer leiten", sagt Schröder und verlässt sich lieber auf seine eigene Analyse. Und die sage ihm, dass er mit Beierlorzer einen absoluten Fachmann verpflichtet hat, der nirgends verbrannte Erde hinterlassen habe, sondern im Gegenteil, seine Qualitäten schon unter Beweis gestellt habe.

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Trainer-Karriere vom Amateur-Bereich zur Bundesliga

Dabei hat Achim Beierlorzer das Trainer-Geschäft von der Pike auf gelernt. Beim SC Schwabach in der Bayernliga ging es los. Es folgten Stationen als Jugendtrainer der U17 bei Greuther Fürth, der U19 bei RB Leipzig, wo er dann als Co-Trainer von Ralf Rangnick auch am Aufstieg der Profi-Mannschaft in die Bundesliga beteiligt war. Sein Meisterstück machte er aber bei Jahn Regensburg. Zweimal konnte er mit dem Zweitliga-Aufsteiger nicht nur die Klasse halten, sondern die Saison auch in der oberen Tabellenhälfte abschließen. Das blieb nicht unbemerkt. Die Anfragen anderer Klubs häuften sich, der Ruf in die Bundesliga kam dann aus Köln.

Heißer Stuhl statt Beamten-Status

Mit dem Aufstieg als Trainer in den Profi-Bereich, stellte sich für Achim Beierlorzer aber noch eine andere Frage. Konnte er sich anfangs noch als Lehrer beurlauben lassen, musste er nun seine Stellung als verbeamteter Lehrer für Mathematik und Sport am Gymnasium Eckental aufgeben. Wenn der Zeitpunkt es verlangt, zögert Beierlorzer eben nicht lange. So wie jetzt auch bei der Anfrage von Mainz 05. "Ich hatte eigentlich schon den Urlaub gebucht, aber ich sehe es als absolutes Privileg, in der Bundesliga arbeiten zu dürfen", beschreibt er die Gründe für seine schnelle Zusage bei Mainz 05.

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Beierlorzers Mentalität passt zu Mainz

Da seine Trainer-Tätigkeit in Köln für mindestens zwei Jahre angelegt war, sieht Beierlorzer auch kein Problem darin, jetzt nahtlos in Mainz weiterzuarbeiten. "Ich habe genug Energie und Motivation, da brauche ich nach vier Monaten in Köln noch keine Auszeit", entgegnet er den Bedenkenträgern seines schnellen Wechsels. Er will nun mit Mainz versuchen, was in Köln noch nicht gelingen wollte. Aus der Abstiegszone hochklettern und mit der Mannschaft einen attraktiven Spielstil entwickeln. Beierlorzer steht nach eigener Einschätzung für Powerfußball und schnelles Gegenpressing. Also kein Verstecken, sondern für ein mutiges, nach vorne gerichtetes Spiel. Das wird man in Mainz gerne hören, war das doch schon die Philosophie eines Jürgen Klopp. Achim Beierlorzer ist Mainz 05 sehr dankbar für die zweite Chance in der Bundesliga, und er ist ein ähnlicher Optimist und Motivator wie der in Mainz hochverehrte Klopp, indem er voller Zuversicht behauptet: "Mainz 05 und Beierlorzer – das passt."

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