Pierre Kunde Malong und Mainz 05 warten noch immer auf den ersten Saison-Sieg (Foto: Imago, imago images / Hartenfelser)

Fußball | Bundesliga Mainz 05 hängt in der Krise fest

Der FSV Mainz 05 steht in der Fußball-Bundesliga erstmals seit dem Abstieg vor zwölf Jahren wieder ganz unten. Entsprechend angespannt ist die Gemütslage bei Trainer und Spielern.

Nach der dritten Pleite im dritten Pflichtspiel der Saison war Sandro Schwarz sichtlich genervt. Beim 1:3 (1:1) gegen Borussia Mönchengladbach erlebte der Trainer des FSV Mainz 05 ein Déjà-vu, auf das er gerne verzichtet hätte. Wieder hatte sein Team ordentlich gespielt und gekämpft - und wieder standen die 05er am Ende mit leeren Händen da. "Das ist extrem ärgerlich", befand Schwarz.

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Nur zu gerne hätte der 40-Jährige das Duell mit seinem Freund Marco Rose für sich entschieden. Doch nach der Führung durch Robin Quaison in der 18. Minute und dem Ausgleich von Stefan Lainer (31.) war das Momentum erneut auf der Seite des Gegners. Einen Freistoß von Alassane Plea (77.) ließ FSV-Torwart Florian Müller durch die Finger flutschen. "Der darf nicht reingehen. Das war mein Fehler", räumte Müller ein. "Es tut mir Leid für die Mannschaft." Kurz darauf sorgte Breel Embolo (80.) für den endgültigen Mainzer K.o. Ein Ergebnis, dass Mittelfeldspieler Jean-Paul Boetius noch einen Tag später die Laune verdarb: "Ich bin immer noch sauer. Ich glaube nicht, dass das ein gerechtes Ergebnis ist. Aber am Ende haben wir wieder null Punkte. Das nervt."

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Schröder und Schwarz mahnen zur Ruhe

Nach zwei Spieltagen der Fußball-Bundesliga finden sich die 05er, die im DFB-Pokal bereits in der 1. Runde am Drittligisten 1. FC Kaiserslautern scheiterten, mit null Punkten und 1:6 Toren am Ende der Tabelle wieder. Angesichts dieser Bilanz darf man getrost von einem Saison-Fehlstart sprechen. "Wir haben drei Spiele völlig unnötig verloren. Das schmerzt", sagte Schwarz. Und Abwehrspieler Alexander Hack bekannte: "Das ist ein Scheiß-Gefühl."

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Sportvorstand Rouven Schröder gab angesichts der angespannten Gemütslage die Devise aus: "Wir müssen ruhig bleiben und dürfen nicht die Nerven verlieren."

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Eine kurzfristige Verbesserung der Lage ist aber kaum zu erwarten, denn am kommenden Samstag müssen die Rheinhessen beim Rekordmeister FC Bayern München antreten. "Das ist eine herausragende Mannschaft. Da sollten wir uns nicht nur über das Ergebnis definieren, sondern die maximale Leistung abrufen", forderte Schwarz.

Mainz 05 zerfällt nach dem Rückstand

Gegen Mönchengladbach war dies vor 28.005 Zuschauern erneut nicht über die volle Distanz gelungen. "Wir müssen das endlich mal 90 Minuten lang durchziehen", sagte Defensiv-Spezialist Daniel Brosinski. Wie schon zum Auftakt in Freiburg und zuvor in Kaiserslautern zeigte sich, dass der FSV mit einem Rückstand nicht umgehen kann. "Da sind wir aus dem Spiel geflogen", stellte Schwarz fest.

Mainz-05-Trainer Sandro Schwarz steht nach der Niederlage gegen seinen besten Freund Marco Rose erheblich unter Druck (Foto: Imago, imago images / Jan Huebner)
Mainz-05-Trainer Sandro Schwarz steht nach der Niederlage gegen seinen besten Freund Marco Rose unter Druck Imago imago images / Jan Huebner

Zuspruch erhielt er von seinem Trainer-Freund Rose, mit dem er einst in einer WG zusammen wohnte und noch heute gemeinsam in den Urlaub fährt. "Ich kenne Sandro und weiß, dass er das analysieren und die richtigen Worte finden wird", sagte der Borussen-Coach. "Er kennt diese Situation ja schon aus seinem ersten Jahr." Damals hatten sich die Mainzer erst am vorletzten Spieltag vor dem drohenden Abstieg gerettet. Auf eine ähnliche Dramaturgie in dieser Spielzeit würde Schwarz aber nur allzu gerne verzichten.

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