Hängende Köpfe bei Mainz 05 - Ridle Baku, Moussa Niakhate, Robin Quaison und Levin Oeztunali  konnten die 0:3-Niederlage beim SC Freiburg nicht verhindern (Foto: Imago, imago images / eu-images)

Fußball | Bundesliga Mainz 05 agiert bereits im Krisen-Modus

Zwei Pleiten, 0:5 Tore - der FSV Mainz 05 steckt schon nach zwei Pflichtspielen in einer handfesten Krise.

Der Kalauer "Mainz 0:5" war bereits in aller Munde, als Sandro Schwarz mit aller Macht der Krisen-Rhetorik entgegentrat. "Natürlich fühlt es sich beschissen an", sagte der aufgekratzte Trainer des FSV Mainz 05 nach der zweiten Pleite im zweiten Pflichtspiel der Saison: "Aber wir dürfen uns nicht in ein Stimmungstief reinquatschen."

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Dieses Unterfangen dürfte allerdings schwierig werden, denn die Stimmung beim FSV hat bereits den Tiefpunkt erreicht. Erst die Pokal-Blamage beim Drittligisten 1. FC Kaiserslautern (0:2), nun das 0:3 (0:0) zum Auftakt in die neue Spielzeit der Fußball-Bundesliga beim SC Freiburg. Der Fehlstart mit 0:5 Toren ist perfekt. Dazu kommt der anhaltende Ärger rund um die Krawalle einiger Fans beim Derby in Lautern - die Mainzer befinden sich schon voll im Krisenmodus. "Wir dürfen nicht mit dem Schicksal hadern. Wir müssen diese Herausforderung als Gruppen angehen", beschwor Schwarz nach dem Zusammenbruch innerhalb von fünf Minuten im Breisgau den Weg aus dem Tal: "Und wir müssen diese Herausforderung als Gruppe meistern."

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Gute Mainzer bleiben trotzdem ohne Punkte

Was zusätzlich an den Mainzern nagt, ist die Tatsache, dass es diese Herausforderung gar nicht geben müsste. Wie schon beim FCK war der FSV auch vor 24.000 Zuschauern im ausverkauften Schwarzwaldstadion über weite Strecken die bessere Mannschaft. Die Rheinhessen vergaßen aber erneut das Toreschießen und fielen nach dem ersten Gegentreffer durch den eingewechselten Lukas Höler (81.) auseinander. Jonathan Schmid (84.) und Luca Waldschmidt (87.) per Foulelfmeter trafen gleich im Anschluss für den Sport-Club, der zum ersten Mal seit 18 Jahren das erste Ligaspiel gewinnen konnte.

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Christian Streich lässt Sandro Schwarz nur kurzfristig lächeln

Der FSV kassierte dagegen die erste Pleite gegen Freiburg nach drei Siegen in Folge. "Ich freue mich total, denn gefühlt habe ich noch gar nicht gegen Mainz gewonnen. Aber das Ergebnis entspricht natürlich nicht dem Spielverlauf", konstatierte SC-Trainer Christian Streich, der sich stark an das zurückliegende Aufeinandertreffen im April in Mainz erinnert fühlte: "Da war ja was vor ein paar Monaten. Da hatten wir 70 Prozent Ballbesitz und haben 0:5 verloren..."

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Die Einlassung Streichs sorgte wenigstens kurzzeitig für gute Laune bei Schwarz. "Ich habe es extra nicht erwähnt", sagte der Coach mit einem Schmunzeln: "Aber damals hat es sich viel besser angefühlt." Ein besseres Gefühl hätte auch Rouven Schröder gerne gehabt. "Das ist ganz bitter. Das war definitiv ein gutes Auswärtsspiel. Es ist schon hart, dass wir dieses Spiel dann 0:3 verlieren", sagte der Sportvorstand: "Es würde sich leichter abschütteln lassen, wenn wir schlecht gespielt und klar verloren hätten."

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Mainzer Profis geben sich selbstkritisch

Immerhin legten die Profis die Finger in die Wunde. "Jetzt haben wir die Saison scheiße angefangen", schimpfte Mittelfeldspieler Jean-Paul Boetius. Auch Florian Müller war bedient: "Drei Tore in fünf Minuten dürfen nicht passieren", äußerte der Torwart: "So darfst du nicht zusammenbrechen."

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