Die Mainzer Chefs: Sandro Schwarz und Rouven Schröder (Foto: Imago, Imago)

Fußball | Bundesliga Mainzer Saisonbilanz: Sie hätten gerne weitergespielt

Es war eine Mainzer Saison mit vielen Facetten. Der eindrucksvolle Liga-Endspurt macht den Rheinhessen Lust auf das, was kommt. Denn Trainer und Sportvorstand sind sich einig: Da geht noch mehr!

Sandro Schwarz hat immer noch Lust. Trotz intensiver 34 Spieltage könnte der Mainzer Trainer direkt weiterarbeiten. "Ich habe nicht das Gefühl, dass der Akku leer ist", erklärt der 40-Jährige. Ein Gefühl, dass sich auch aus dem fulminanten Endspurt gegen Top-Teams der Liga speist. Tempo, Tore und Leidenschaft. Den Fußball, den Schwarz sehen und spielen lassen will.

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Am Ende standen 43 Punkte und ein ordentlicher Tabellenplatz 12. "In der Mentalität war das schon sehr gut. Jetzt haben wir auch ein gutes fußballerisches Basispaket." Das Optimum sei aber noch nicht erreicht. "Ich bin sehr zufrieden, aber es geht immer noch besser", so Schwarz in der Nachbetrachtung seiner zweiten Saison als Mainzer Cheftrainer.

Positive Saisonbilanz

Für die Mainzer war es eine Saison mit Höhen und Tiefen. Die relativ junge und teils neuformierte Mainzer Mannschaft startete mit einer soliden Hinrunde, in der vor allem die Defensive überzeugte. Schleppend lief es bis zum Winter jedoch in der Offensive.

In der Rückrunde fehlte besonders die Konstanz. Nach zwei Siegen schlich sich eine gewisse Selbstzufriedenheit ein, mit der "wir nicht gut umgegangen sind und das ein oder andere Spiel auch nicht gut bestritten haben", bestätigt Schwarz. "Doch das gehört dann leider auch zum Entwicklungsprozess dazu."

Schröder: "Hinten raus waren wir richtig gut dabei"

Und die 05-Profis lernten aus dieser Negativ-Phase, mit sieben Niederlagen aus acht Spielen. "Hinten raus waren wir richtig gut dabei. Da haben wir einfach das, was wir uns gewünscht haben, auf den Platz bekommen", bilanziert Rouven Schröder zufrieden. Der Mainzer Sportvorstand hätte "am liebsten einfach weitergespielt", denn die Entwicklung der Mannschaft habe man seiner Meinung nach "an den Ergebnissen, aber auch an der Art und Weise gesehen."

Mannschaftskern soll zusammenbleiben

Ein Grund für die zufriedenstellende Bilanz ist die gelungene Personalplanung Schröders. Vor allem Einkäufe wie der neue Mainzer Top-Stürmer Jean-Philippe Mateta mit 14 Saisontoren, Mittelfeldmann Jean-Paul Boetius, oder Abwehrspieler wie Aaron Martin und Moussa Niakhaté schlugen sofort und nachhaltig ein. "Wir haben im letzten Sommer ein Regal höher gegriffen und Glück gehabt. Aber die Jungs sind noch nicht am Ende ihrer Entwicklung", erklärt Schröder.  

Solche erfolgreichen Verpflichtungen wecken natürlich Begehrlichkeiten bei der Konkurrenz. Doch Trainer Schwarz rät seinen gefragten Spielern, "nicht nach einem Jahr weiterzuziehen, sondern den nächsten Schritt, auch menschlich, bei uns zu machen."

Saison-Endspurt als Baustein für die kommende Spielzeit

Einen Umbruch wie im vergangenen Sommer wird es bei den Rh einhessen diesmal nicht geben. Die sportliche Leitung will aber die gute Struktur der Mannschaft mit weiteren Qualitätsspielern ergänzen. Ob das Preisregal dabei weiter oben sein wird, hängt auch von möglichen Transfererlösen und der Konkurrenz ab.

Schröder bleibt trotz des schwierigen Transfermarktes optimistisch: "Es gibt genug Spieler, die auf uns warten." Ein zusätzlicher Innenverteidiger soll auf jeden Fall kommen. Dem Vize-Kapitän Stefan Bell, der zuletzt zwischen Bank und Tribüne pendelte, zeigten Trainer und Sportvorstand in einem Gespräch die Perspektiven auf. "Es geht ganz klar nach Leistung", betont Schwarz, der sich jetzt erstmal auf seinen Urlaub mit der Familie freut. Und noch mehr darauf, "die Kinder in Frankfurt in den Kindergarten zu bringen."

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