05-Sportvorstand Rouven Schröder (Foto: Imago, Imago)

Fußball | Bundesliga Rouven Schröder - Der Mann mit dem goldenen Händchen

Rouven Schröder ist ein gefragter Mann. Der Mainzer Sportvorstand leistet bei den Rheinhessen seit 2016 gute Arbeit. Die Zahlen sprechen für ihn.

Rouven Schröder ist seit Juni 2016 allein verantwortlicher Manager-Sport beim 1. FSV Mainz 05. Der heute 43-Jährige wurde in den Monaten davor von seinem Vorgänger Christian Heidel bei den 05ern eingearbeitet. Die großen Fußstapfen, die Heidel in seiner Amtszeit von über 22 Jahren bei den Mainzern hinterlassen hatte, sind heute in Mainz kein Thema mehr. Rouven Schröder hat in nunmehr knapp drei Jahren eine positive Transferbilanz hingelegt, die es so in Mainz noch nie gegeben hat.

Schröder - der Typ

Rouven Schröder spielte in seiner aktiven Zeit Erste, Zweite und Regionalliga. Als er seine Schuhe an den Nagel hängte, war erst mal Schluss mit Fußball. Und zwar komplett. Der im Hochsauerlandkreis geborene Westfale war schon damals Familienvater und musste plötzlich auf anderem Wege seine Familie ernähren. Schröder heuerte als Markenbotschafter und Vertreter einer großen Mineralwasser-Firma an und zog so durch die Lande. Eine Zeit, die, wie er heute sagt, prägend für ihn war. Nicht zuletzt deshalb ist Rouven Schröder heute bodenständig, aber nicht bieder. Immer freundlich, offen, umgänglich – Starallüren sind ihm genauso fremd, wie Phrasen dreschen. Er ist kompetent aber kein Fußball-Nerd. Rouven Schröder ist ein außergewöhnlich angenehmer Zeitgenosse im aufgeblasenen Fußballzirkus der Gegenwart. Über die Stationen Greuther Fürth und Werder Bremen landete er 2016 bei Mainz 05.

Schröder und sein Netzwerk

Rouven Schröder arbeitet praktisch immer. Egal wo, wann oder wie man den Vorstand Sport der 05er erreicht, und erreichbar ist er fast immer, ist Rouven Schröder in Sachen Fußball unterwegs. In Mainz stehen ihm fünf Scouts des Vereins zur Seite, dazu kommen exzellente Kontakte im In- und Ausland. Schröders Netzwerk ist sein Kapital. Der Sportvorstand der Mainzer entdeckt "Fußballperlen", wo andere entweder gar nicht oder erst zu spät hinschauen. Der französische Fußballmarkt ist seine Westentasche.

Schröder - der Frankreich-Experte

Rouven Schröder entdeckte und verpflichtete in Frankreich Spieler wie Jean-Philippe Gbamin, Jean-Philippe Mateta, Moussa Niakhaté oder den bereits für über 30 Millionen Euro nach nur einem Jahr nach Dortmund weitertransferierten Abdou Diallo. Jean-Philippe Gbamin, so wird spekuliert, wird aller Voraussicht nach Ende der laufenden Saison Mainz 05 verlassen - ebenfalls für rund 30 Millionen Euro. Das Wunschziel des Ivorers mit französischem Pass ist die Premier League. Außerdem ist spätestens nach dem Dreierpack von Jean Philippe Mateta gegen Freiburg die Konkurrenz auch auf den französischen U21 Nationalmittelstürmer aufmerksam geworden.

Schröders Transfer-Bilanz

Unter Schröder hat Mainz 05 alleine vor der aktuellen Saison auch rund 30 Millionen Euro in den neuen Kader investiert. Dagegen gerechnet werden die oben erwähnten 30 Millionen für Diallo, 11,5 Millionen für Suat Serdar (wechselte zu Schalke 04), 10 Millionen für Yoshinori Mutō (wechselte zu Newcaste United). Dazu kommen niedrige Millionenbeträge für Jonas Lössl (2,5 Mio nach Huddersfield), Kenan Kodro (1,6 Mio nach Kopenhagen), Pablo de Blasis (2 Mio nach Eibar/Spanien).

In naher Zukunft könnte bereits die nächste Generation der "schröderschen Entdeckungen" ordentlich Geld in die 05-Kasse spülen. So wurde jetzt bekannt, dass der 21-jährige Spanier Aaron Martin eine Ausstiegs-Klausel in seinem Vertrag haben soll. Aaron kam vor der Saison für zunächst drei Millionen Euro Leihgebühr von Espanyol Barcelona, wurde im Dezember dann für weitere sechs Millionen Euro fest verpflichtet. Aaron Martin ist so der aktuell teuerste Spieler der Mainzer Vereinsgeschichte. Sein Weiterverkauf könnte einen hohen zweistelligen Betrag einbringen. Atletico Madrid soll Interesse haben.

Schröders Wert für Mainz 05

Nach dem Weggang von Christian Heidel (wechselte 2016 zu Schalke 04) waren viele rund um Mainz 05 in Sorge. Kann der Nachfolger die Lücke füllen? Das ist knapp drei Jahre her. Heute redet kaum jemand mehr über Christian Heidel. Rouven Schröder hat in den bisher 2 ¾ Jahren seiner Amtszeit in Mainz einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Rekordbilanzen im zweistelligen Millionenbereich stehen für sich. Das weckte bereits in der Vergangenheit das Interesse anderer Vereine. Der Hamburger SV buhlte um die Dienste des Mainzer Sportvorstandes. Aktuell soll Borussia Mönchengladbach an einer Verpflichtung Schröders als Sportdirektor interessiert sein. Rouven Schröder selbst erklärt, dass er in Mainz Vertrag habe und sich nur auf die 05er konzentriere.

Fest steht: Wer so gute Arbeit leistet, macht andere auf sich aufmerksam. In Mainz ist er im sportlichen Bereich uneingeschränkt der Chef. In Mönchengladbach hätte er mit Max Eberl wieder einen Vorgesetzten.

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