Mainzer Youngster (Foto: Imago, Martin Hoffmann;)

Bundesliga | FSV Mainz 05 Drei Youngsters auf dem Sprung nach oben

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Jonathan Burkardt, Leandro Barreiro und Ahmet Gürleyen machen in der Bundesliga-Vorbereitung des 1. FSV Mainz 05 nachhaltig auf sich aufmerksam. Das Youngster-Trio lauert auf seine Chance.

Diese drei Namen waren schon keine Überraschung mehr, als der 1. FSV Mainz 05 am Samstagabend auf seiner Website seinen 26-Mann-Kader für das zweite Trainingslager in Bad Häring (Österreich) verkündete. Mit dabei: Ahmet Gürleyen, Jonathan Burkardt und Leandro Barreiro – drei Youngster aus dem Mainzer Nachwuchsleistungszentrum. Nimmt man es genau, ist auch der vierte Torhüter Finn Dahmen zu erwähnen, der allerdings angesichts des Überangebots auf dieser Position als aktuell fünfter Torhüter fest im Kader der U 23 stehen wird. Doch auch er erhält in Bad Häring die Gelegenheit, auf sich aufmerksam zu machen.

Profivertrag für Burkardt

Über die Leistungen der Drei zeigte sich Trainer Sandro Schwarz im ersten Teil der Vorbereitung sehr zufrieden. Aus dem Trio zog U 18-Nationalspieler Burkardt bislang am meisten Aufmerksamkeit auf sich. Mitte Juni statteten die Mainzer den damals noch 17-jährigen Burkardt mit einem Profivertrag aus. "Jonathan hat sich seit der U 15 sehr gut weiterentwickelt und diese Chance verdient. Wir freuen uns für ihn und über eine weitere Bestätigung unserer täglichen Arbeit im Nachwuchsleistungszentrum", wurde Volker Kersting, Leiter des NLZ, zitiert.

Burkhardt (Foto: Imago, Hoffmann)
Imago Hoffmann

Seit 2014 spielt der flexibel einsetzbare Offensivspieler für die Mainzer Nachwuchsmannschaften. Im vergangenen Sommer stieg er in die U 19 auf, wo er auf Anhieb mit 13 Treffern und sieben Vorlagen in 22 Spielen auf sich aufmerksam machte: offenbar so sehr, dass ihm die Verantwortlichen nun schon den nächsten Schritt zutrauen. Denn eigentlich könnte Burkhardt, der gerade sein Abitur bestanden hat, nach wie vor für die U 19 spielen. Doch seinen 18. Geburtstag feierte er im ersten Trainingslager der Profis in Venlo. Und auch sportlich setzte er in den Testspielen erste Ausrufezeichen, traf unter anderem zum zwischenzeitlichen 3:3 gegen Bundesliga-Absteiger Köln (3:5). Der Youngster überzeugt mit Wendigkeit und einem schnellen Zug zum Tor.

Barreiro hat schon A-Länderspiele

Leandro Barreiro hat mit seinen 18 Jahren bereits drei A-Länderspiele für seine Heimat Luxemburg vorzuweisen. Am 22. März debütierte der Mittelfeldmann beim 1:0 gegen Malta. In 27 A-Jugend-Spielen traf Barreiro für die U 19 der 05er fünfmal. Im ersten Trainingslager, wo der Verein bewusst auf einen Dolmetscher für die neuen Spieler verzichtete, half er mit seinen Französisch-Kenntnissen aus. Im Training fordert Barreiro schon jetzt immer wieder den Ball und ist im defensiven Mittelfeld stets anspielbar. Zunächst geht es für ihn aber zurück auf die Schulbank. Denn Barreiro will im März sein Abitur schreiben – und parallel dazu möglichst weiter mit den Profis trainieren.

Barreiro (Foto: Imago, Perenyi)
Imago Perenyi

Das Youngster-Trio komplettiert Ahmet Gürleyen. Der physisch starke Innenverteidiger wirkt trotz seiner erst 19 Jahre bereits sehr abgeklärt. Der Deutsch-Türke hat für beide Nationen je ein U 19-Länderspiel absolviert. Im Zweikampf ist Gürleyen nicht gerade zimperlich: In 25 A-Junioren-Spielen (ein Tor, ein Assist) kassierte er bereits drei Rote Karten. Nach dem Ausfall von Alexander Hack (Bruch des Fußwurzelknochens) sind die 05er zudem auf seiner Position derzeit nicht allzu breit besetzt.

Gürleyen (Foto: Imago, rscp)
Imago rscp

Vorbild Baku

Vielleicht wandelt Gürleyen oder einer der beiden anderen Youngster ja schon bald auf den Spuren von Teamkollege Ridle Baku. Der 20-Jährige trug im Endspurt der vergangenen Saison mit zwei Treffern in seinen ersten beiden Bundesliga-Spielen maßgeblich zur Rettung der 05er bei. In diesem Jahr gilt der Deutsch-Kongolese nun als fester Bestandteil des Kaders. Wie Baku müssen sich Burkardt, Gürleyen und Barreiro wohl zunächst über die U 23 für höhere Aufgaben empfehlen. Doch die große Chance kann schneller kommen als gedacht. Auch das wäre nach den bisherigen Eindrücken keine allzu große Überraschung mehr.

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