Anthony Ujah traf für den FSV Mainz 05 zum Sieg gegen den VfB Stuttgart (Foto: Imago, Eßling)

Bundesliga | FSV Mainz 05 Anthony Ujah ist zurück im Glück

Beim 1:0-Sieg des 1. FSV Mainz 05 zum Bundesliga-Start gegen den VfB Stuttgart war Anthony Ujah der entscheidende Mann. Der Nigerianer belohnte sich für seine starke Vorbereitung.

Erstmals seit 2013 gewann Mainz zum Bundesliga-Auftakt. Gegner damals wie heute: der VfB Stuttgart. Sportdirektor Rouven Schröder zeigt sich auch am Tag darauf sehr erleichtert: "So ein Auftaktsieg geht runter wie Öl, das hatten wir die letzten Jahre nicht. Das gibt ein ganz anderes Gefühl, wenn man am Abend aus solch einem Spiel rausgeht", sagt der 42-Jährige. "Für das Team, den Trainer und den Verein war das ein schöner Sieg und eine schöne Belohnung, aber nicht mehr."

Zu verdanken haben die Nullfünfer diesen Sieg vor allem einem Mann, der mit einigen Anlaufschwierigkeiten zum zweiten Mal nach Mainz gekommen war. Anthony Ujah traf erstmals seit seinem Bundesliga-Tordebüt, einem Doppelpack am 4. November 2011, wieder für den FSV. Gegner damals wie heute: na klar, der VfB Stuttgart.

Harte Arbeit führt zum Erfolg

Zur vergangenen Rückrunde war der Nigerianer vom chinesischen Klub Liaoning FC zu den Rheinhessen gewechselt. "Ich kannte dieses Gefühl schon lange nicht mehr. Wenn man hart arbeitet, kommt der Erfolg irgendwann", freut sich Ujah und bleibt ganz selbstlos: "90 Prozent des Treffers gehören Robin Quaison. Ich stand zum Glück einfach richtig."

In der Tat hatte der Schwede mit seinem Sprint nach einem langen Befreiungsschlag von Stefan Bell Ujahs Glücksgefühl überhaupt erst ermöglicht. Dabei überrannte Quaison Ex-Nationalspieler Holger Badstuber regelrecht und schickte ihn auf den Rasen der Opel Arena, ehe er den mitgelaufenen Ujah in der Mitte sah. Bei seinem Abschluss aus kurzer Distanz hatte der 27-Jährige Glück, dass der zurückgeeilte Benjamin Pavard dem Ball keine entscheidende Richtungsänderung mehr geben konnte.

Hoher Stellenwert im Team

Ujahs Mitspieler stürmten nach dem Treffer alle auf ihn zu, auch Neuzugang Jean-Philippe Mateta, der nach 67 Minuten für ihn hatte weichen müssen. "Das zeigt, wie eng wir als Mannschaft zusammen sind. Da ist es egal, wer die Tore schießt", sagt Ujah.

Schröder weiß, welch hohen Stellenwert der Angreifer im Team genießt: "Wir freuen uns alle für Tony. Er hat sich von Anfang an zu 100 Prozent mit dem Verein identifiziert, in den Dienste der Mannschaft gestellt und nie ein böses Wort verloren, wenn er nicht gespielt hat. Deshalb hat er auch ein hohes Standing im Team", lobt der Sportdirektor. "Im Winter war uns klar, dass er nicht mit 100-prozentiger Fitness aus China kommt. Jetzt im Sommer hat er lange darauf hingearbeitet und die guten Ansätze der Vorbereitung umgesetzt."

In Aue noch ein „Härtefall“

Das hatte sich schon im Abschlusstraining am Samstag in der Arena angedeutet: "Er hat da alles getroffen und dann vom Trainer das Vertrauen bekommen. Es ist eine große Freude, wenn sich so ein Spieler dann selbst belohnt", sagt Schröder.

Schon im Pokal in Aue stand Ujah kurz vor einer Einwechslung. Doch Trainer Sandro Schwarz entschied sich dafür, mit Kapitän Niko Bungert die Defensive zu stärken. Auf der Pressekonferenz vor dem Stuttgart-Spiel darauf angesprochen, nannte Schwarz den Stürmer einen "Härtefall", bescheinigte ihm "enorme Entwicklungsschritte" und lobte ihn in höchsten Tönen. Klar, dass Ujah nun schnell nachlegen will: "Ich hoffe, dass ich noch viel mehr Tore schießen kann. Es gibt noch viel Luft nach oben", sagt er und bekräftigt: "Mit hartem Arbeiten kommt man voran."

Dauer

Torschütze auch privat im Glück

Außerhalb des Platzes steht Ujah kurz vor einem noch größeren, privaten Glück. Denn in den kommenden Tagen erwartet er die Geburt seines Sohnes: "Es kann jederzeit passieren. Ich bin sehr glücklich und kann es kaum abwarten", verrät er. Dabei richtet er auch eine große Bitte an seinen Nachwuchs: "Hoffentlich passiert es vor unserem Auswärtsspiel. Das wäre super." Denn in Nürnberg will der dann vielleicht frischgebackene Vater da weitermachen, wo er gegen Stuttgart aufgehört hat.

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