Sandro Schwarz, der Trainer des FSV Mainz 05 (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Fußball | Bundesliga "Entscheidungswoche" beim FSV Mainz 05

Das erste Saisonziel beim FSV Mainz 05 lautet immer Klassenerhalt. Dieser soll am kommenden Spieltag unbedingt perfekt gemacht werden, so Trainer Sandro Schwarz.

Schwarz und sein Team wollen gegen Fortuna Düsseldorf (Samstag, 15:30 Uhr), wie der Coach es ausdrückt, "den Sack zumachen": "Wenn wir gewinnen, ist das Thema durch. So gehen wir in die Woche." Das Stuttgarter Ergebnis spiele für Schwarz keine Rolle. Rein rechnerisch wäre der "Sack" aber erst zu, wenn der VfB nicht gegen Augsburg gewinnt. Dann hätte Mainz den Klassenerhalt definitiv geschafft.

Schwarz strotzt vor Energie

Schwarz kommt in die wöchentliche Presserunde am Bruchweg und ruft erst einmal: "Die Entscheidungswoche steht an!" Der Trainer ist voller Energie und gibt so den Ton vor für seine Spieler. Sehr gut zu sehen und zu hören im Vormittagstraining. Da wird lautstark gelobt, aber auch lautstark mehr Einsatz gefordert.

Vor allem Stürmer Robin Quaison braucht ein bisschen mehr Motivationshilfe vom Coach zu Beginn der neuen Trainingswoche. Nach der Einheit führt Schwarz dann noch ein längeres Einzelgespräch mit dem Schweden, während die anderen Spieler schon längst in der Kabine sind. Auf den Inhalt will der Trainer nicht näher eingehen, verrät aber, dass er von allen seinen Spielern sehen will, dass sie ihr ganzes Potential auch im Training abrufen. "Fordern, immer wieder fordern, damit sie sich individuell verbessern", lautet sein Credo.

Ungewohnte Rolle für Bell und Brosinski

Der Konkurrenzkampf bei den 05ern lebt gerade wie schon lange nicht mehr und fordert durchaus prominente "Opfer". Stefan Bell führte die Mainzer 26 Spiele als Kapitän aufs Feld, ist aber seit zwei Partien außen vor. Genauso wie ein anderer Dauerbrenner, Daniel Brosinski.

"Sie gehen gut damit um", kommentiert Schwarz die Frage nach dem Wohlbefinden der beiden erfahrenen Spieler, nachdem sie zweimal nicht zum Einsatz kamen. Der 40-Jährige lässt sich da nicht auf eine emotionale Schiene lenken und macht deutlich, dass ein Trainer sportliche Entscheidungen treffen müsse. "Wir haben aus Leistungsgründen so entschieden." Punkt. Aber er gibt einen Hinweis darauf, wie sich Bell, Brosinski und auch andere Nichtberücksichtige wieder für die erste Elf empfehlen können: "Gut verhalten und gut trainieren." Als Belohnung gibt es einen Einsatz. So haben sich die Abwehrspieler Guilio Donati, Niko Bungert oder Alexander Hack ihre Spielzeiten zuletzt verdient.

Auch im Sturm hat der Trainer mehrere Optionen. Quaison, Jean-Philippe Mateta und Karim Onisiwo liefern zurzeit alle drei gute Leistungen ab. Egal ob sie von Anfang an spielen oder von der Bank kommen. Onisiwo war gegen Freiburg nach seiner Einwechselung erfolgreich und Quasion kam in Dortmund von der Bank und erzielte den 1:2 Anschlusstreffer.

Ridel Baku wieder mit aufsteigender Tendenz

Dazu hat sich der Shootingstar der letzten Saison zurückgemeldet. Ridle Baku kämpft mit Kunde Malong um einen Platz im defensiven Mittelfeld. Den Trainer freut es, denn der Konkurrenzkampf erhöht die Qualität und er hat die Qual der Wahl.

Schwarz und seine ganz spezielle Formel

Schwarz bemüht da eine Formel, um seine Kader-Auswahl zu treffen. Spielleistung - Gegner - Trainingsleistung. Also wird zuerst die vergangene Partie des Spielers beurteilt, dann wird erarbeitet welche Taktik und welche Kicker für den nächsten Gegner gebraucht werden und am Ende der Woche wird beurteilt, wie sich der Kandidat im Training gezeigt hat.

Man darf gespannt sein welche Personalentscheidungen in der Entscheidungswoche getroffen werden. Das einzige, was feststeht, ist der Gegner Düsseldorf - und der hat den Sack, also den Klassenerhalt, längst zugemacht.

STAND