Florian Müller bei einer seiner zahlreichen Paraden in dieser Saison (Foto: Imago, Jan Hübner)

Fußball | Bundesliga Florian Müller: Die Hand am Ball, die Karriere im Blick

Florian Müller vom FSV Mainz 05 gilt als einer der besten Nachwuchstorhüter Deutschlands. Aktuell wird er bisher nur für die U21 nominiert. Experten prognostizieren dem 21-Jährigen aber eine A-Nationalmannschafts-Karriere.

Die Vor-Geschichte

Florian Müller wird am 13. November 1997 in Saarlouis geboren. Er kommt aus einer Torhüter-Familie. Bereits der Opa, der Onkel und der Vater standen zwischen den Pfosten - bei unterklassigen Vereinen im Saarland. Florian entscheidet sich mit zwölf Jahren, diese Tradition weiterzuführen, obwohl ihm sein Vater davon abrät, da dies "ein undankbarer Job" sei.

Der erste wichtige Karriereschritt ist Müllers Wechsel als C-Jugendlicher vom FV Lebach zum 1. FC Saarbrücken. Der bisher wichtigste ist allerdings der Gang 2013 zum FSV Mainz 05. Damals ist Florian Müller 15 Jahre alt.

Die Mainz-Geschichte

Als B-Jugendlicher spielt er schon bei den A-Junioren mit. Als A-Jugendlicher des FSV Mainz 05 feiert Müller 2016 als 18-Jähriger sein Debüt in der 3. Liga für Mainz II. Mit 20 Jahren und knapp vier Monaten dann sein erster Bundesliga Einsatz. Und der ist spektakulär. Am 3. März 2018 in Hamburger Volkspark-Stadion gegen den HSV. Müller hält in seinem ersten Erstliga-Spiel gleich einen Elfmeter. Die Klubverantwortlichen sehen sich in ihrem Vertrauen gegenüber Müller bestätigt.

Von da an ist klar, Florian Müller soll in Zukunft den häufig verletzten René Adler im Mainzer Tor ablösen. Als Müller jedoch im Herbst 2018 mit einer Knöchelverletzung ausfällt, ersetzt ihn Robin Zentner. Der Müller-Stellvertreter macht seine Sache ausgezeichnet. Eigentlich kein Grund, den Torwart erneut zu wechseln. 05-Trainer Sandro Schwarz muss in der Winterpause (2018/2019) eine Entscheidung treffen und trifft sie: Schwarz steht weiter zu Müller als Nummer eins im Mainzer Tor. Die Begründung: "Das Gesamt-Paket Müller" ist am komplettesten.

Die Mönchengladbach-Geschichte

Manchmal sind es einzelne Momente, die erkennen lassen, welcher Natur ein Mensch ist. Bei Florian Müller ist dieser am letzten Bundesliga-Spieltag gegen Mönchengladbach gekommen. In der 2. Spielminute zeigt der Mainzer Torwart die ganze Palette seines Könnens. Eine Dreifachparade, die nur mit dem Prädikat "Weltklasse" beschrieben werden kann. Die Zuschauer auf der Tribüne schnalzen mit der Zunge und Fußball-Experte Lothar Matthäus prognostiziert Müller als möglichen Nachfolger von Manuel Neuer im Tor der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Die Nationalmannschafts-Geschichte

Lothar Matthäus' Prognose in Ehren. Nur ist sie aktuell vielleicht ein bisschen hochgegriffen, vielleicht aber auch nur verfrüht, aber keineswegs verwegen. Neben Müller gibt es in dieser Altersklasse der Nachwuchstorhüter bis Alexander Nübel (FC Schalke 04) wohl keine anderen Torleute, die auf diesem Niveau mithalten können. Fakt ist aber auch, dass Florian Müller noch kein einziges U-21-Länderspiel auf seinem Konto hat. Jedes Mal, wenn er nominiert ist, verletzt sich Müller bevor er zur U21 reisen kann.

Mainz-Coach Sandro Schwarz traut seiner Nummer eins indes alles zu. Schwarz sieht bei dem 21-jährigen Müller allerdings auch noch reichlich "Luft nach oben", was wiederum zu Lothar Matthäus These passen würde. Wenn sich Müller so weiterentwickelt, könne er irgendwann Manuel Neuer im deutschen Tor ablösen.

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