Mitgliederversammlung beim FSV Mainz 05 (Foto: Imago, Martin Hoffmann)

Bundesliga | FSV Mainz 05 Muss Mainz 05 seine Abteilung Fußball ausgliedern?

Bei der Mitgliederversammlung des FSV Mainz 05 an diesem Montag vermeldete der Verein Rekordzahlen. Alles gut also, wäre da nicht die Rechtspflege des Amtsgerichts Mainz, die den Verein zu einer Änderung der Struktur drängt.

Die Jahresbilanz fiel im abgelaufenen Geschäftsjahr, wie bereits in den vergangenen acht Jahren, positiv aus. Der FSV Mainz 05 verzeichnete im Jahr 2017/2018 einen Rekordumsatz von 114,1 Millionen Euro. Die Rheinhessen erwirtschafteten so einen Gewinn von 3,3 Millionen nach Steuern.

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Drohung: Löschung aus dem Vereinsregister

Zufriedene Gesichter bei Aufsichtsrat und Vorstand, wäre da nicht die Rechtspflege des Amtsgerichts Mainz. Diese drängt den Verein zu einer Änderung der Struktur wegen Zweifeln an der Gemeinnützigkeit aufgrund der hohen Umsätze und Gewinne. Eine Rechtspflegerin drohte mit der Löschung aus dem Vereinsregister, wenn der Verein nicht bis zum 15. November eine Strukturänderung in eine Kapitalgesellschaft in Gang setze.

Aufsichtsratschef Detlev Höhne sagte im SWR-Interview: "Warum sollen wir ausgliedern? Wir haben Gutachten bestellt, das werden wir nächste Woche auch feststellen und werden dem Amtsgericht deutlich sagen, dass wir das nicht machen. Wir legen keinen Ausgliederungsplan vor, wir bleiben ein Verein."

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Auswirkungen für Mainz 05?

Die Fans sind dennoch beunruhigt. Welche Auswirkungen hat das auf Mainz 05? Droht den Mainzern im schlimmsten Falle sogar ein Ausschluss aus der Bundesliga, weil sie bald kein Verein mehr sein dürfen? Bernd Wolf aus der SWR Rechts-Redaktion In Karlsruhe kann die Fans beruhigen.

Die Mainzer sind nicht alleine im Profifußball

Aufsichtsratschef Detlev Höhne reagiert fast schon ein bisschen ungehalten auf die Rechtspfleger des örtlichen Amtsgerichts: "Wenn das Vereinsregister der Auffassung ist, das e.V. sei zu streichen, dann ist es kein Angriff gegen Mainz 05, dann ist es ein Angriff gegen den Profisport insgesamt. Das wird Auseinandersetzungen geben. Wir haben zahlreiche Vereine im Profisport, die eingetragene Vereine sind. Das wird eine Menge Wind geben."

Der Blick auf die Erst- und Zweitligisten bestätigt Höhne. In der 1. Liga sind Schalke 04, der SC Freiburg, Fortuna Düsseldorf, der 1. FC Nürnberg eingetragene Vereine. In der 2.Liga haben derzeit Union Berlin, FC St. Pauli, Dynamo Dresden, SV Sandhausen, Erzgebirge Aue, 1. FC Heidenheim, Holstein Kiel und Darmstadt 98 die Form eines eingetragenen Vereins. Was bedeutet das für die ganze Liga? Rechtsexperte Bernd Wolf: "Es gibt schon lange Stimmen, die sagen, dass es da so nicht weitergehen kann, dass Bundesligavereine, die Millionenumsätze machen im Gewande eines e.V. daherkommen, wie die Kleintierzüchter oder ein Männergesangsverein."

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Der DFB ist gefordert

Bernd Wolf sieht den Deutschen Fußball-Bund in der Pflicht. "Der Status e.V. hat natürlich Vorteile. Man ist gemeinnützig, das hat steuerliche Vorteile. Aber auch der wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat schon vor zehn Jahren festgestellt, das ist eine Rechtsformverfehlung. Diese Vereine haben die falsche Rechtsform. Es gibt ja Fußballvereine, die haben ihre Fußballabteilung freiwillig ausgegliedert, um Investoren anzuziehen. Man wird langfristig nicht umhin kommen, Profivereine anders aufzustellen. Das muss mit dem DFB und der DFL gemeinsam passieren."

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