Mateta (Foto: Imago, imago)

Fußball | Bundesliga Mainz gegen Freiburg: Wenn die Statistik trügt...

58 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 17 Torschüsse und eine Passquote von 90 Prozent - eigentlich Zahlen eines dominanten Siegers. Dennoch: der SC Freiburg unterlag in Mainz mit 0:5.

Mainz 05 hat nach dem 5:0-Erfolg gegen den SC Freiburg die Sorgen um einen Bundesliga-Abstieg so gut wie abgehakt. Rouven Schröder freute sich nach dem 5:0 (3:0) gegen den SC Freiburg auf entspannte Stunden vor dem Fernseher. "Man wacht am nächsten Morgen wieder ganz anders auf, kann in Ruhe Fußball gucken, weil drei Punkte im Sack sind", sagte der Sportvorstand des FSV Mainz 05 nach dem Freitag-Spiel der Bundesliga erleichtert. "Ab auf die Couch." Denn mit dem Kantersieg sind nach zuvor vier Pleiten in Serie nun die Abstiegssorgen so gut wie ausgestanden.

Der Erfolg sei ein wichtiger Schritt zum Klassenerhalt gewesen, so Nico Bungert. Es wäre aber ein Fehler, nachzulassen: "Man hat gesehen, wie viel mehr Spaß es macht als das, was wir in den letzten Wochen erlebt haben." Großes Vergnügen hatte er selbst nach dem ersten Einsatz seit dem dritten Spieltag. Das bringt Bungert angesichts des oft streikenden Körpers aber nicht dazu, seinen Entschluss, zum Saisonende aufzuhören, wieder zu revidieren.

Dauer

Matchwinner Mateta

"Es war keine spontane Entscheidung und sie ist richtig", bekräftigte der 32 Jahre alte Abwehrspieler. Besonders treffsicher zeigte sich Stürmer Jean-Philippe Mateta mit drei Toren (26./33./77. Minute). "Ich werde die drei Tore genießen", sagte der französische Angreifer, der nach dem ersten Dreierpack seiner Profikarriere mit Ball das Stadion verließ. Wegbereiter des Erfolgs war jedoch Jean-Paul Boetius.

Er erzielte nach einem kapitalen Patzer von Gäste-Torwart Alexander Schwolow die Führung (20.). Das fünfte Tor steuerte Karim Onisiwo (73.) bei. "Wir waren brutal und effektiv und haben unsere Chancen eiskalt ausgenutzt. Das fühlt sich gut an heute", befand 05-Coach Sandro Schwarz. Mit dem 5:0 egalisierten die Mainzer ihre Liga-Rekordmarke von 2005 gegen Freiburg und 2015 gegen Paderborn, als es ebenfalls 5:0-Siege gab.

Freiburg der Statistik-Sieger

So kurios der Führungstreffer war, so verrückt und einmalig war der ganze Spielverlauf. Denn noch nie hat eine Mannschaft in der Bundesliga seit der Datenerfassung 2004/05 mit so wenig Ballbesitz (30 Prozent) so viele Tore erzielt.

Auch in den anderen Kategorien der Spielstatistik wie Passquote (90 Prozent) oder gewonnene Zweikämpfe (58 Prozent) hatten die Freiburger die Nase vorn. Sie schossen zudem 17 Mal erfolglos auf das gegnerische Gehäuse. Die Gastgeber nutzen neun Torschüsse effizient für fünf Treffer. Damit gelang den Gästen auch im zehnten Anlauf kein Liga-Sieg in Mainz. Ärgerlich fand 05-Manager Schröder nach der Tor-Gala nur, dass er wegen der Gerüchte um seinen Wechsel zum Liga-Konkurrenten Borussia Mönchengladbach Fragen beantworten musste. "Das sind Spekulationen", antwortete er. "Ich haben einen langfristigen Vertrag und hier alles mit aufgebaut. Ich liebe meine Arbeit hier bei Mainz 05."

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