Jubel bei den Spielern des FSV Mainz 05 (Foto: Imago, Zink)

Fußball | Bundesliga Mainz 05 steht glänzend da - und bleibt bescheiden

27 Punkte nach 19 Spielen, Platz zehn, lediglich ein Zähler Differenz auf Platz sechs: Der FSV Mainz 05 steht in der Bundesliga glänzend da. Doch die Rheinhessen bleiben bescheiden.

Der 1,93 Meter große Abwehrrecke Alexander Hack grinste verschmitzt. "Ein dreckiger Sieg, aber verdient", urteilte der 25-Jährige nach dem 2:1 (1:1) des FSV Mainz 05 gegen den Tabellenletzten 1. FC Nürnberg.

Dauer

Ein Sieg der Mentalität

Für 05-Sportvorstand Rouven Schröder war das Ergebnis ein Zeichen der Mainzer Mentalität und Trainer Sandro Schwarz atmete nach den teilweise intensiven 90 Minuten plus langer Nachspielzeit kräftig durch. "Wir sind froh über die drei Punkte." 

Wirbel um Nürnberger "Nicht-Treffer"

Mit diesen drei Punkten rückten die anfangs als möglicher Absteiger gehandelten Mainzer sogar bis auf einen Zähler an die internationalen Ränge heran. Erlebnis-Fußball war es nicht, doch die nur 22.005 Zuschauer erlebten eine der knappsten Abseitsentscheidungen seit Einführung des Video-Assistenten. Alle auf dem Platz und den Rängen hatten den Nürnberger Führungstreffer in der 63. Minute längst akzeptiert, nur im Kölner Keller ermittelten die wachen Augen von Video-Assistent Marco Fritz per kalibrierter Linie, dass Nürnbergs Adam Zrelak mit einer Fußspitze im Abseits stand. Für die ohnehin schon gebeutelten "Clubberer" ein nicht zu verkraftender Schlag in die Magengrube.

Quaison veredelt tollen Spielzug

Den Motivations-Kick spielte den Mainzern in die Karten, Robin Quaison ("Ich musste nur noch den Fuß hinhalten") konnte nach dem schönsten Angriff des Spiels nach 73 Minuten die Weichen auf Sieg stellen. Daniel Brosinski hatte die letzte Vorarbeit geleistet und die 05er zuvor mit einem sicher verwandelten Foulelfmeter (12. Minute) in Führung geschossen. Nürnbergs Georg Margreiter sorgte per Kopf nach einer Ecke für den verdienten Ausgleich (43.), weil die Mainzer nach gut 20 Minuten eher in den Verwaltungsmodus schalteten.

Sandro Schwarz bleibt auf dem Boden

"Wir haben ja die Stärke und Qualität. Wenn wir das aber nicht abrufen, sieht man, was dabei herauskommen kann", tadelte Brosinski. Sechs Rückrundenpunkte schrauben die Ausbeute nach 19 Spieltagen auf 27 Punkte und damit in enge Reichweite nach oben. Auch die Abstiegsränge sind immer weiter entfernt. Für 05-Coach Schwarz aber kein Grund, neue Ziele auszurufen. "Schön, dass wir über den Europapokal sprechen. Aber seit dem ersten Trainingslager im Sommer geht es bei uns darum, den nächsten Schritt zu machen und die Entwicklung voranzubringen. An dieser Sichtweise ändert sich nichts."

Auch Brosinski hängt die Ziele nicht zu hoch. "Wir wissen nach den letzten zwei Jahren schon, wer wir sind", sagte er. Mit Selbstvertrauen kann am kommenden Sonntag die Quote nach oben geschraubt werden, denn es geht zum nächsten "Patienten" aus der Abstiegsregion. Der FC Augsburg ist seit elf Partien sieglos. Das soll so bleiben, denn die 05er haben noch das unnötige Pokal-Aus nach Führung im Oktober 2018 im Kopf.

Nicht dabei sein wird Kapitän Stefan Bell. Er muss nach der fünften Gelben Karte pausieren. Zuvor aber stürzen sich Trainer, Spieler und Offiziellen am Dienstag mit allen Fans ins närrische Treiben. Im Kurfürstlichen Schloss zu Mainz startet der selbsternannte Karnevalsclub die erste eigene Fastnachtsitzung.

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