Jan-Moritz Lichte (Foto: Imago, imago/Martin Hoffmann)

Fußball | Bundesliga Jan-Moritz Lichte: Mainzer Co-Trainer ohne Tamtam im Konzert der Großen

Er wirkt zurückhaltend, ja fast schon schüchtern. So kommt Jan-Moritz Lichte daher. Dabei besitzt der Co-Trainer des FSV Mainz 05 Fußballkompetenz wie nur wenige Andere im deutschen Profifußball. Lichte ist seit Sommer 2017 am Mainzer Bruchweg.

Mehr Erfahrung als der Chef

Jan-Moritz Lichte hat als Co-Trainer schon einiges erlebt. Ob als Assistent von Andre Schubert in Paderborn, von Sascha Lewandowski und Sami Hyypiä in Leverkusen oder an der Seite von Michael Frontzeck bei Hannover 96. Dort war er jeweils der zweite Mann. Der 39-jährige kann aber auch alleinige Verantwortung tragen. Lichte war auch schon Chef. Im Nachwuchsleistungszentrum von Hannover 96. Jetzt ist er in seinem zweiten Jahr bei Mainz 05 angestellt und gilt als erster Ansprechpartner von 05-Cheftrainer Sandro Schwarz.

Der Nordhesse und der Rheinhesse

Jan-Moritz Lichte und Sandro Schwarz. Sie bilden ein harmonisches Trainerduo. Dazu kommen noch Michael Falkenmayer und natürlich 05 Urgestein Stephan Kuhnert (Torwarttrainer). Vier Trainer für das Profiteam. Lichte ist aber der erster Ansprechpartner von Schwarz. Während der Spiele ist es Lichte, mit dem sich Trainer Schwarz vornehmlich berät. Systemumstellungen oder Auswechselungen. Die Beiden (Schwarz und Lichte) haben die gleiche Fußballphilosophie.

Aufgabenteilung und Kompetenzen

Trainer Sandro Schwarz hat das Große Ganze im Blick. Lichte leitet mit Schwarz die Trainingseinheiten. Davor und danach beschäftigt sich der "Co" intensiv mit der Analyse des eigenen Teams, mit jedem einzelnen Spieler. Michael Falkenmayers Schwerpunkte liegen eher in der Analyse der gegnerischen Mannschaft. Die Hirachie im 05-Trainerteam ist flach, trotzdem hat natürlich Chefcoach Schwarz das letzte Wort.

Bei autoritären Trainern übernimmt der Assistent häufig die Vermittlerrolle zwischen Team und Cheftrainer. Dort herrscht meistens eine gewisse Distanz zwischen der Mannschaft und dem Trainer. In Mainz ist das nicht nötig, da Schwarz nah dran ist an seinen Spielern. Er ist einer, den man anscheinend immer ansprechen kann. Einer, der sich für seine Spieler Zeit nimmt - auch in Vier-Augengesprächen. Deshalb ist Jan-Moritz Lichte nicht unbedingt als Bindeglied gefragt.

Selbst mal die Nummer eins sein

Seit zehn Jahren ist Jan-Moritz Lichte im Trainergeschäft. Nie stand er eigenverantwortlich an der Linie. Trotzdem ist er keine typische "Nummer Zwei", wie er sagt. Einerseits drängt es Ihn nicht in den Mittelpunkt, nicht ins Rampenlicht. Vielmehr ist es die Herausforderung, die "gesamt Verantwortung" zu übernehmen. Das würde Jan-Moritz Lichte schon mal reizen. Nicht heute, nicht morgen, sondern irgendwann. Dann aber ohne großes Tamtam, sondern nur des Fußballs wegen.

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