Giulio Donati vom FSV Mainz 05 (Foto: Imago, Uwe Kraft)

Bundesliga | FSV Mainz 05 Giulio Donati zeigt wieder, was in ihm steckt

Keiner hatte ihn auf der Rechnung, aber am letzten Spieltag überraschte Guilio Donati alle: Gegen Düsseldorf lief der Außenverteidiger zum ersten Mal in dieser Saison für den FSV Mainz 05 auf und zeigte gleich vollen Einsatz.

Giulio Donati, der in der Vorsaison noch Stammspieler bei Mainz 05 war, hatte sich selbst ins Abseits gestellt. Im Sommer äußerte der 28-jährige offen den Wunsch, den Verein wechseln zu wollen. Aber daraus wurde nichts. Und so blieb Donati in Mainz, bekam Konkurrenz auf der Außenverteidigerposition und dann keine Einsatzzeiten mehr. Bis zum Freitag.

Dauer

Als wäre Donati nie weg gewesen

Gegen Düsseldorf (1:0) wurde Donati in der 59. Minute für Daniel Brosinski eingewechselt, weil der nach einem Pferdekuss nicht mehr alles geben konnte. Donati war von Anfang an giftig und lief viel. So wie man das von ihm kennt. Und er übertrieb auch gleich mal wieder. Er hörte nicht auf zu Meckern nach einem Foul gegen ihn und bekam dafür von Schiedsrichter Manuel Gräfe die Gelbe Karte. Die Verwarnung zeigte beim heißblütigen Italiener wenig Wirkung. Kurz danach foulte er wieder und hatte Glück, nicht vom Platz zu fliegen. So kennt man ihn ja auch in Mainz.

Von Trainer Sandro Schwarz gab es trotzdem ein Extra-Lob: "Er hat gut verteidigt und gute Läufe gemacht über Außen. Das ist ein Beleg dafür, dass alle, die mal nicht spielen, trotzdem einen wichtigen Stellenwert im Kader haben." Donati selbst war einfach glücklich, endlich mal wieder zeigen zu dürfen, was er drauf hat. "Ich bin sehr zufrieden, denn es ist nicht einfach, wenn ein Spieler fünf Monate kein Spiel macht, keine Minute spielt, dann direkt in ein schwieriges Spiel kommt und bereit ist", sagt er im exklusiven SWR-Interview.

Donati: "Bleib du selbst und professionell"

Bis zum Spiel in Düsseldorf stand der Außenverteidiger nur dreimal im Kader, ansonsten war er neunmal außen vor. Aber er ließ sich nicht hängen und er habe immer gut trainiert und versucht, motiviert zu bleiben. "Das ist eine Qualität von mir. Mein Vater und meine Familie haben immer zu mir gesagt, bleib du selbst und professionell. Wenn du jedes Spiel spielst, aber auch in schwierigen Momenten, wenn die Leute kein oder weniger Vertrauen haben in dich."

Die Wege von Donati und Mainz werden sich trennen

Es fühlt sich gut an für Donati, wieder gebraucht zu werden, und es zahlt sich für Coach Schwarz aus, ihn nie abgeschrieben zu haben. Trotz des Wechselwunsches war Donati immer Teil des Kaders. Auch schon im Sommertrainingslager wurde kein Spieler ausgegrenzt oder in eine zweite Trainingsgruppe gesteckt, erzählt der Trainer: "Donati war ein wichtiger Faktor für den Klassenerhalt. Er hat sich gut verhalten, gut trainiert und dann ergeben sich Gelegenheiten." Wie am Freitag. Für Sonntag gegen Hannover muss der Italiener wohl wieder auf der Bank Platz nehmen müssen, denn Brosinski ist bereits in den Trainingsbetrieb eingestiegen.

Trotz gelungenem Comebacks werden sich die Wege von Donati und Mainz in naher Zukunft wohl trennen. Der Vertrag läuft im Sommer aus. "Das ist eine Frage für den Verein. Ich trainiere weiter gut. Aber sicher, wenn ich nur 20 Minuten in sechs Monaten spiele, kann ich nicht zufrieden sein. Da ist es normal, dass ein Spieler sich eine neue Option sucht", sagt der 28-Jährige, verweist aber darauf, dass das ein Thema für den Januar sei. Jetzt zähle für ihn nur der gute Lauf der Mannschaft und die nächsten Spiele. Da will er noch so oft es geht zeigen, was ihn ihm steckt.

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