Niedergeschlagene Spieler des FSV Mainz 05 (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Fußball |Bundesliga Mainz 05 und der besorgniserregende Trend

Sieben Pleiten in den letzten acht Spielen, 23 Gegentore seit dem 20. Spieltag: Beim FSV Mainz 05 hält der sportliche Abwärtstrend auch beim 1:3 in Bremen an. Der Frust bei den Rheinhessen wächst.

Sportchef Rouven Schröder war sauer. "Warum reden wir jetzt die ganze Zeit über einen Spieler, der gar nicht dabei war", beklagte sich 43-Jährige nach dem 1:3 des FSV Mainz 05 bei Werder Bremen

Ärger um Gbamin

Doch das Fehlverhalten von Mittelfeldspieler Jean-Philippe Gbamin sorgte nach dem Match für mehr Aufsehen als die vierte Niederlage in Serie. Gbamin war am Freitag zu spät zum Abschlusstraining gekommen, Trainer Sandro Schwarz strich den umworbenen ivorischen Nationalspieler danach aus dem Kader für die Partie in Bremen.

Schröder: "Es gibt Regeln"

"Er hat sein Fehlverhalten eingesehen, was aber auch nicht schwierig ist. Die Uhr kann man nicht betrügen", sagte Schwarz. Sportdirektor Schröder sprach von einem "richtigen Zeichen an die Mannschaft, denn es gibt Regeln".

Der Klub will das Thema lieber klein halten. Gbamin könnte dem Verein bei einem möglichen Wechsel im Sommer viel Geld einbringen. Im Heimspiel gegen den SC Freiburg ist der Ivorer daher wieder ein Thema. "Er ist jetzt nicht lebenslang gesperrt", kündigte Schwarz an. Dennoch gab es "intern deutliche Worte", sagte Schröder: "In der jetzigen Phasen können wir so etwas nicht gebrauchen."

Besorgniserregende Zahlen

Denn die Pleite in Bremen bedeutete die siebte Niederlage aus den vergangenen acht Spielen. Kein Team hat im gleichen Zeitraum so viele Gegentore kassiert (23) wie die 05er. Nur Schalke punktete in den letzten acht Spielen schlechter.

"Die Mannschaft lebt"

Das von Coach Schwarz angekündigte "Mainz-05-Gesicht" wurde zwar im Weserstadion in vielen Situationen sichtbar, doch am Ende gab es wieder nichts Zählbares. "Wir waren nicht zwei Tore schlechter als Werder", befand Schröder und merkte an: "Die Mannschaft lebt."

Die Mainzer ließen sich auch durch das schnelle 0:1 durch Milot Rashica (3. Minute) nicht aus dem Konzept bringen. "Danach waren wir spielbestimmend", betonte Schröder und monierte einen fehlenden Elfmeterpfiff nach einem Foul an Robin Quaison (11.). Nach dem 0:2 durch Max Kruse (36.) brachte Quaison seine Mannschaft kurz nach Wiederanpfiff mit seinem sechsten Saisontreffer ins Spiel zurück. "Danach waren wir dicht vor dem Ausgleich", erklärte Schröder: "Nach dem 1:3 war dann aber der Stecker gezogen."

Der Abstand des Tabellen-13. auf den Relegationsplatz ist derzeit noch komfortabel. Doch die Wende muss langsam kommen. "Wir haben keine gute Phase, aber unsere Stärke in der Vergangenheit war immer, dass wir uns nicht verrückt haben machen lassen", sagte Kapitän Stefan Bell: "Wir dürfen nicht über die Negativserie denken, sondern müssen gucken, was wir am Freitag gegen Freiburg besser machen können."

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