Sandro Schwarz hat seinen Vertrag bei Mainz 05 bi8s 2022 verlängert (Foto: Imago, Imago)

Bundesliga | FSV Mainz 05 Ein Mainzer in Mainz – das passt einfach!

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Mainz 05 hat den Vertrag mit Trainer Sandro Schwarz vorzeitig bis 2022 verlängert. Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem Mainz eine kleine sportliche Krise durchläuft. Genau richtig! Das sagt SWR Sportredakteur Achim Scheu.

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Der oftmals branchenunübliche "Mainzer Weg" wurde schon mehrfach besprochen und bewertet, bestimmt auch medial überstrapaziert. Aber trotzdem muss er an dieser Stelle herhalten, denn die 05er haben wieder einmal bewiesen, dass sie zurecht oftmals als der "etwas andere Verein" bezeichnet werden. Sei es bei der vereinseigenen Fastnachtssitzung, im Umgang untereinander auf der Führungsebene, im Auftreten der Fans bei Auswärtsspielen oder eben in diesem Fall bei der Vertragsverlängerung mit Trainer Sandro Schwarz

Mainz 05 versteht sich als Einheit

Sportvorstand Rouven Schröder und das Trainerteam um Chefcoach Sandro Schwarz sind Teamplayer, verstehen sich als Einheit, die alles bis ins kleinste Detail bespricht. Offen und geradeaus. Eine Streit- und Diskussionskultur, die in anderen Vereinen undenkbar wäre? Sieht ganz so aus, wenn man andere Clubs auf Profiniveau anschaut, wo führende Personen über die Medien ihre Machtposition selbstverliebt stärken wollen. In Mainz ist derartiges nicht Usus.

"Wir lassen uns nicht von aktuellen Trends treiben und wackeln auch nicht beim ersten Windstoß. Gute Arbeit und die damit einhergehende Entwicklung, die wir ja alle durchmachen, müssen belohnt werden", so hat Sportvorstand Rouven Schröder die Vertragsverlängerung begründet. Schröder hat sich mit dieser Entscheidung auch selbst ein bisschen belohnt. Er hat im letzten Jahr, als es sportlich wirklich nicht gut lief, an Sandro Schwarz festgehalten. Er hat dem Trainer Zeit gegeben, sich und die Mannschaft zu entwickeln. Dieses Vertrauen wurde mit dem Klassenerhalt zurückgezahlt. Zur laufenden Saison hat Schröder den Kader gemeinsam mit dem Trainerteam bemerkenswert passend verstärkt. Und auch jetzt, wo Mainz eine kleine sportliche Krise durchmacht mit drei Niederlagen hintereinander, gibt es keine Trainerdiskussion. Mainz macht es wunderbar anders.

Es richtig und wichtig genau jetzt mit Sandro Schwarz zu verlängern

Natürlich hat Sandro Schwarz nicht das Charisma eines Jürgen Klopp. Auch nicht die taktische Genialität, die man Thomas Tuchel nachsagt, aber muss er das? Schwarz wird immer wieder mit seinen Vorgängern auf der Mainzer Trainerbank verglichen. Aber er ist einer, der schon als junger Spieler Trainingsinhalte hinterfragte, sich schon als Profi auf die Trainerkarriere vorbereitet hat. Der 40-Jährige kommt manchmal etwas hemdsärmelig daher und auch deswegen passt er zum FSV Mainz 05. Ab und zu geht sein "Meenzer Schlappmaul" mit ihm durch, nur Sekunden später ist er der hochprofessionelle Bundesliga Coach. Eine Gratwanderung, die der Coach immer besser beherrscht. Auch er ist an und in seinem Job gewachsen in den letzten eineinhalb Jahren.

Das richtige Zeichen an die Kritiker in den sozialen Netzwerken

Genau jetzt, genau in der Minikrise das Arbeitspapier bis 2022 zu verlängern, ist richtig und verständlich. Läuft alles prima, dann kommen nur die Schulterklopfer zum Vorschein, läuft es mal nicht so gut, dann toben sich Nörgler und Meckerer in den sozialen Netzwerken teilweise unter der Gürtellinie aus. Auch denen hat Mainz 05 mit der Vertragsverlängerung die Richtung vorgegeben, in die der Verein plant zu gehen. Der "Mainzer Weg" – wieder einmal ein anderer und wieder einmal der richtige.

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