Mateta und sein Dolmetscher Bussmann (Foto: SWR)

Bundesliga | FSV Mainz 05 Mayence 05 parle français

Mainz 05 war sehr aktiv in den letzten Tagen auf dem Transfermarkt. Auffällig dabei: Die 05er haben vorwiegend Spieler aus Frankreich geholt.

Parlez-vous français? Diese Frage wird wahrscheinlich derzeit nirgends so oft gestellt wie bei Mainz 05. Lange war es ruhig auf dem Mainzer Transfermarkt. Erst in den vergangenen 10 Tagen kam jede Menge Bewegung rein und 05 Sportdirektor Rouven Schröder konnte insgesamt drei Neuzugänge präsentieren. Allesamt aus Frankreich oder wenigstens aus Ländern in denen Französisch Amtssprache ist. Lediglich Philipp Mwene, der Österreicher der vom 1.FC Kaiserslautern kam, spricht kein Französisch.

Dauer

Drei Namen, drei Unbekannte

Wohl kaum einem Fan haben die drei Neuverpflichtungen vorher etwas gesagt. Der Transfer von Jean-Philippe Mateta ist der bisher teuerste Einkauf der 05-Vereinsgeschichte. Der Franzose kommt vom namhaften französischen Topverein Olympique Lyon, kickte in der Vorsaison allerdings für den französischen Zweitligisten AC Le Havre. Er hat dort in 35 Spielen 17 Tore erzielt und soll zehn Millionen Euro kosten. Mateta ist mit den Mainzern aktuell im Trainingslager in Venlo in den Niederlanden. Aufgrund eines Infektes, den er noch auskurieren musste, steigt er erst dort richtig ins Mannschaftstraining ein. "Er hat in einer sehr starken zweiten französischen Liga bewiesen, dass er auf höherem Niveau regelmäßig treffen kann. Seine Physis und sein Spiel haben uns überzeugt", sagt 05-Sportvorstand Rouven Schröder über Mateta. Muttersprache von Mateta ist: Französisch.

Jean-Philippe Mateta mit Rouven Schröder (Foto: Mainz 05)
Jean-Philippe Mateta mit Rouven Schröder Mainz 05

Am Freitag wurde Kunde Malong Pierre von Atlético Madrid zum FSV transferiert. Der 22-jährige Kameruner war seit der U17 bei Atlético. In der vergangenen Saison wurde zentrale Mittelfeldspieler an den spanischen Zweitligisten FC Granada verliehen, wo er in 38 Spielen unter anderem mit fünf Toren überzeugen konnte. Kunde hat mehrere Länderspiele für die U-Teams Kameruns absolviert und im Mai dieses Jahres bei der A-Mannschaft sein Debüt gegeben. Auch von diesem Transfer ist Rouven Schröder überzeugt: "Pierre verkörpert unsere Spielphilosophie komplett, er verteidigt nach vorne und steht für leidenschaftliches Pressing und emotionalen Fußball." Muttersprache von Kunde ist: Französisch.

Kunde Malong Pierre (Foto: Mainz 05)
Kunde Malong Pierre mit Rouven Schröder Mainz 05

Der Dritte im französischen Bunde ist schließlich Innenverteidiger Moussa Niakhaté. Der U21-Nationalspieler der "Equipe tricolore" kommt vom FC Metz an den Bruchweg. Beim Erstligisten aus dem Elsaß war der 22-jährige vergangene Saison Stammspieler und hat in der vergangenen Saison 38 Partien absolviert. Nach Abdou Diallo, den die Mainzer für ca. 28 Millionen zu Borussia Dortmund verkauften, ist er der nächste U21-Nationalspieler Frankreichs für die Abwehr. Er kann sowohl Innen- als auch Außenverteidiger spielen. Rouven Schröder beschreibt ihn so: "Er ist ein sehr ehrgeiziger Typ mit einem guten Charakter, der sich hier sehr schnell integrieren wird." Muttersprache von Niakhaté ist: Französisch.

Moussa Niakhaté mit Rouven Schröder (Foto: Mainz 05)
Moussa Niakhaté mit Rouven Schröder Mainz 05

Mainz 05 ist in Frankreich bekannt

Warum spielen so viele Franzosen bei Mainz 05? Neben den Neuen haben ja auch noch Gaetan Bussmann und Jean Philippe Gbamin, der mittlerweile für die Nationalmannschaft der Elfenbeinküste spielt, das Fußballspielen in Frankreich gelernt. Rouven Schröder erklärt: "Die Franzosen haben eine sehr gute Ausbildung. Die Ligen sind körperlich sehr betont. Auch von Budget sind die Spieler auf einem Level, um bei uns dann den nächsten Schritt gehen zu können. Es ist wichtig, dass der Spieler sich sportlich und wirtschaftlich aufgehoben fühlt. Und Mainz hat mittlerweile auch ein gewisses Standing in Frankreich." Mainz 05 macht also aus der Not eine Tugend.

Der Deutsche Markt ist überhitzt, überteuert, da können die 05er nicht mithalten: "Natürlich guckt man erst mal auf den deutschen Markt, das ist unser Anspruch. Die Umsetzung ist aber deutlich schwieriger, an deutsche Spieler ranzukommen. Vor allem wir als Mainz 05 nicht. Vorreiter was deutsche Spieler angeht auf dem deutschen Markt ist sicher die TSG Hoffenheim, die aber dann auch das nötige Budget haben, um es umzusetzen. Da geht es ja nicht nur um die Ablöse, sondern auch noch um das Gehalt. Wir müssen uns auf anderen Märkten umsehen."

Intensives Trainingslager in den Niederlanden

Seit Sonntag sind die Mainzer dann im Trainingslager in Venlo in den Niederlanden, für eine Woche. Dann haben alle 05er noch mal eine Woche frei, bevor es ab Ende Juli in die "Vorbereitungsphase 2" geht mit einem weiteren Trainingslager in Österreich. Dort ist unter anderem ein Testpiel gegen West Ham United aus der englischen Premier League geplant. Das erste richtige Spiel ist dann das im DFB Pokal in Aue am 18. August.

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