Mateta und sein Dolmetscher Bussmann (Foto: SWR)

Bundesliga | FSV Mainz 05 Bei Mainz 05 wird Französisch gesprochen

Mainz 05 war bisher sehr aktiv auf dem Transfermarkt. Auffällig dabei: Die 05er haben vorwiegend Spieler aus Frankreich geholt.

Dauer

Parlez-vous français? Diese Frage wird wahrscheinlich derzeit nirgends so oft gestellt wie bei Mainz 05. Lange war es ruhig auf dem Mainzer Transfermarkt. Erst Anfang Juni kam jede Menge Bewegung rein und 05 Sportdirektor Rouven Schröder konnte insgesamt drei Neuzugänge präsentieren. Allesamt aus Frankreich oder wenigstens aus Ländern, in denen Französisch Amtssprache ist. Lediglich Philipp Mwene, der Österreicher, der vom 1.FC Kaiserslautern kam, spricht kein Französisch.

Drei Namen, drei Unbekannte

Wohl kaum einem Fan haben die drei Neuverpflichtungen vorher etwas gesagt. Der Transfer von Jean-Philippe Mateta ist der bisher teuerste Einkauf der 05-Vereinsgeschichte. Der Franzose kommt vom namhaften französischen Topverein Olympique Lyon, kickte in der Vorsaison allerdings für den französischen Zweitligisten AC Le Havre. Er hat dort in 35 Spielen 17 Tore erzielt und soll zehn Millionen Euro kosten. "Er hat in einer sehr starken zweiten französischen Liga bewiesen, dass er auf höherem Niveau regelmäßig treffen kann. Seine Physis und sein Spiel haben uns überzeugt", sagt 05-Sportvorstand Rouven Schröder über Mateta. Muttersprache von Mateta ist: Französisch.

Hinzu kommt Pierre Kunde Malong von Atlético Madrid. Der 22-jährige Kameruner war seit der U17 bei Atlético. In der vergangenen Saison wurde der zentrale Mittelfeldspieler an den spanischen Zweitligisten FC Granada verliehen, wo er in 38 Spielen unter anderem mit fünf Toren überzeugen konnte. Kunde hat mehrere Länderspiele für die U-Teams Kameruns absolviert und im Mai dieses Jahres bei der A-Mannschaft sein Debüt gegeben. Auch von diesem Transfer ist Schröder überzeugt: "Pierre verkörpert unsere Spielphilosophie komplett, er verteidigt nach vorne und steht für leidenschaftliches Pressing und emotionalen Fußball." Muttersprache von Kunde ist: Französisch.

Kunde Malong Pierre (Foto: Mainz 05)
Kunde Malong Pierre mit Rouven Schröder Mainz 05

Der Dritte im Bunde ist schließlich Innenverteidiger Moussa Niakhaté. Der U21-Nationalspieler der "Equipe tricolore" kommt vom FC Metz an den Bruchweg. Beim Erstligisten aus dem Elsaß war der 22-jährige vergangene Saison Stammspieler und hat in der vergangenen Saison 38 Partien absolviert. Nach Abdou Diallo, den die Mainzer für ca. 28 Millionen zu Borussia Dortmund verkauften, ist er der nächste U21-Nationalspieler Frankreichs für die Abwehr. Er kann sowohl Innen- als auch Außenverteidiger spielen. Schröder beschreibt ihn so: "Er ist ein sehr ehrgeiziger Typ mit einem guten Charakter, der sich hier sehr schnell integrieren wird." Muttersprache von Niakhaté ist: Französisch.

Mainz 05 ist in Frankreich bekannt

Warum spielen so viele Franzosen bei Mainz 05? Neben den Neuen haben ja auch noch Gaetan Bussmann und Jean Philippe Gbamin, der mittlerweile für die Nationalmannschaft der Elfenbeinküste spielt, das Fußballspielen in Frankreich gelernt. Schröder erklärt: "Die Franzosen haben eine sehr gute Ausbildung. Die Ligen sind körperlich sehr betont. Auch von Budget sind die Spieler auf einem Level, um bei uns dann den nächsten Schritt gehen zu können. Es ist wichtig, dass der Spieler sich sportlich und wirtschaftlich aufgehoben fühlt. Und Mainz hat mittlerweile auch ein gewisses Standing in Frankreich." Die 05er machen also aus der Not eine Tugend.

Der deutsche Markt ist überhitzt und überteuert, da können die Rheinhessen nicht mithalten. "Natürlich guckt man erst mal auf den deutschen Markt, das ist unser Anspruch. Die Umsetzung ist aber deutlich schwieriger, an deutsche Spieler ranzukommen. Vor allem wir als Mainz 05 nicht. Vorreiter was deutsche Spieler angeht auf dem deutschen Markt ist sicher die TSG Hoffenheim, die aber dann auch das nötige Budget hat, um es umzusetzen. Da geht es ja nicht nur um die Ablöse, sondern auch noch um das Gehalt. Wir müssen uns auf anderen Märkten umsehen", so Schröder.

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