Stadionsprecher Klaus Hafner von Mainz 05  steht singend auf dem Rasen und hält einen Fan-Schal hoch (Foto: Imago, Imago)

Bundesliga | FSV Mainz 05 Nach 30 Jahren ist Schluss

Klaus Hafner ist seit 29 Jahren Stadionsprecher bei Mainz 05. Nun geht der Mann, bekannt durch sein markantes „ Auf geeeeeht’s“ in seine letzte Saison am Stadionmikrofon.

Klaus Hafner ist ein echter "Meenzer Bub". In der Stadt ist er bekannt wie ein bunter Hund, durch seine Tätigkeit als Stadionsprecher der Mainzer und durch die Fastnacht. Während der Kampagne ist Hafner fester Bestandteil Mainzer Sitzungen, bei Heimspielen der 05er nicht wegzudenken. "Der Klaus" wie ihn alle nennen, ist seit 1989 Stadionsprecher beim 1. FSV Mainz 05. Er hat den Aufstieg des Clubs von der grauen Maus der 2. Bundesliga zum etablierten Bundesligisten erlebt und ist mit seinen launigen Moderationen ein Gesicht des Clubs aus der rheinland-pfälzischen Hauptstadt. Nur Claus Köhn, der Stadionsprecher des SC Freiburg ist länger in der Bundesliga am Mikrofon als Hafner. Die Geschichte von Mainz 05  der letzten 30 Jahre ist eng mit ihm verbunden. Kaum ein Spiel hat er verpasst, mit seiner ganz eigenen Art schafft er es alle 14 Tage die Fans im Stadion zu animieren und anzufeuern. Egal ob es die eigenen sind oder die der Gäste im Mainzer Stadion: "Ich bezeichne sie immer als Gäste, nicht als Gegner", sagt Hafner. Diese Gästefans – und das ist einzigartg in der Bundesliga – dürfen die Aufstellung ihrer Mannschaft selbst nennen. Dafür erhielt er 2012 die Fairplay Medaille des DFB: "Das geht nur, weil unsere Fans das akzeptieren, also ist diese Medaille auch eine für die Fans von Mainz 05", so der 63- Jährige im SWR Gespräch.

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Mädchen für Alles bei Mainz 05

1981 fing Hafner als Jugendtrainer bei den Mainzer an. Sei Sohn spielte Fußball, es wurden Trainer gebraucht, also machte Klaus Hafner schnell einen Trainerschein und half aus. Nicht nur bei den Kindern, bald war er eine Art „Mädchen für Alles“ am Bruchweg. Pressearbeit, Organisation der Geschäftsstelle, Jugendkoordinator – Hafner mischte überall mit. Und 1989 wurde er dann Stadionsprecher. Dazu kam er nach eigener Aussage "wie die Jungfrau zum Kind, unser Präsident Harald Strutz hat mich an irgendeinem Dienstag 1989 angerufen und gesagt: 'Du machst am Samstag Stadionsprecher, Ich habe gedacht, der macht einen Witz. Als er aber am Donnerstag wieder angerufen hat, und gesagt hat, am Freitag sei Sitzung, da wusste ich: Der meint das ernst. Das war super stressig dann, ich glaube, wir haben gegen Rot-Weiß Oberhausen gespielt. Der Brüller war das nicht, es waren ja nur 900 Leute da, oder so. Aber dann kam mit jedem Spiel mehr Sicherheit und so langsam hat sich meine Philosophie entwickelt".

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Am 18.Mai 2019 ist Schluss

Vor knapp zwei Jahren erlitt Hafner einen Schlaganfall. Vor allem sein Sprachzentrum war anschließend gestört, dank intensiver Reha klappt das mit dem Sprechen aber weitestgehend wieder gut. Die Stimme ist das Kapital eines jeden Stadionsprechers. Unabhängig davon will Hafner aber am letzten Spieltag der nun kommenden Saison Schluss machen am 05-Mikrofon. Auch in seinem Hauptjob geht er dann in Rente. Hafner hofft, dass dann der Terminkalender nicht mehr seinen Tag bestimmt, sondern umgekehrt. Er will sich weiter ehrenamtlich engagieren und vor allem gesund bleiben, damit er weiter seinen beiden größten Hobbies nachgehen kann: Mainz 05 im Stadion erleben und alljährlich Fastnacht feiern. Typisch „meenzerisch“ eben.

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