Abdou Diallo wird den FSV Mainz 05 nach nur einer Saison wohl wieder verlassen (Foto: Imago, Huebner/Voigt)

Bundesliga | FSV Mainz 05 Nach einem Jahr schon wieder weg?

Nach vielen Spekulationen wechselt Abdou Diallo offenbar zu Borussia Dortmund. Wenn das stimmt, ist es der logische nächste Schritt für den 22-jährigen Franzosen.

Die abgelaufene Spielzeit war für Diallo eine sehr gute. Er war der notenbeste Spieler des Vereins (3,09), der "kicker" berief ihn siebenmal in die Top-Elf des Spieltags. Nur der Schalker Naldo schaffte es einmal mehr. Der Linksfuß überzeugte als robuster und flexibler Abwehrspieler. 27 Spiele, immer 90 Minuten. Meist als Innenverteidiger, die letzten vier als Linksverteidiger, auch im defensiven Mittelfeld kann man Diallo einsetzen. Er hätte sicher noch mehr Einsatzzeiten gehabt, wenn nicht kleinere Verletzungen und ein Nasenbeinbruch Ende März dazwischen gekommen wären.

Im Winter noch "unverkäuflich"

Die Entwicklung Diallos wurde natürlich nicht nur in Mainz registriert. Schon im Winter gab es Spekulationen, wie lang der Kapitän der französischen U21-Nationalmannschaft noch in Mainz bleiben würde. Sportvorstand Rouven Schröder bezeichnete ihn jedoch als "unverkäuflich". Als die Saison dem Ende zuging und Diallo auch in der Rückrunde starke Leistungen zeigte, kamen die Spekulationen wieder auf. Ende Mai bekräftigte Schröder noch einmal, dass es keinen Grund für einen Verkauf gebe: "Nach einem Jahr so einen Spieler wieder abzugeben, hat mit Aus- und Weiterbildung nichts mehr zu tun", sagte Schröder mit dem Hinweis, dass Diallo in Mainz immerhin einen Fünfjahresvertrag unterschrieben hatte. Es gebe "aktuell keine Schmerzgrenze".

Diese Schmerzgrenze ist nun offenbar doch erreicht. Es ist die Rede von 22 Millionen, 25 oder sogar 28 Millionen Euro, die der BVB investieren soll. Beim BvBt soll Diallo der Nachfolger von Abwehrchef Sokratis werden (wahrscheinlich zu Arsenal). Er ist der Wunschspieler des neuen Trainers Lucien Favre.

Bundesliga als Sprungbrett für junge Franzosen

Ausgebildet beim AS Monaco, kam Diallo nach seinem Profidebüt 2014 nie wirklich zum Zug, wurde zwischenzeitlich für eine Saison zum SV Zulte-Waregem nach Belgien verliehen. Nach seiner Rückkehr reichte es wieder nicht für einen Stammplatz, weswegen er das Angebot aus Mainz vor einem Jahr dankend annahm. Nach nur einer Saison als Stammspieler in einer Top-Liga Europas ist er dabei, den nächsten Karrieresprung zu machen.

Abdou Diallo ist das neueste Beispiel, dass die Bundesliga ein Ort ist, der für junge französische Talente immer beliebter wird. In der abgelaufenen Saison etablierte sich etwa Benjamin Pavard (22) beim VfB Stuttgart in der Innenverteidigung und darf nun sogar bei der WM in Russland dabei sein. Ebenfalls bei der WM, aber im Kader von Marokko ist Armine Harit (21), der vor der Saison aus Nantes zum FC Schalke 04 kam und dort durch seine schnellen Tempodribblings auffiel. Und im Sommer 2017 wechselte der 20-jährige Ousmane Dembélé vom BVB für schlappe 115 Millionen Euro nach Barcelona.

Dortmund oder Lyon?

Nachdem gestern diverse Medien über den bevorstehenden Wechsel zu Borussia Dortmund spekulierten, bringt die französische Sportzeitung "L'Équipe" noch einen weiteren Interessenten ins Spiel. Das letzte Wort im Poker um Verteidiger Abdou Diallo ist offenbar doch noch nicht gesprochen. Ein Transfer zu Olympique Lyon ist plötzlich wieder möglich. "L'Équipe" schreibt, dass weder ein Medizincheck noch eine endgültige Entscheidung Diallos zu Gunsten Borussia Dortmunds erfolgt sei. Demnach soll er am kommenden Wochenende nach Lyon reisen und sich vor Ort über die Begebenheiten bei Olympique informieren. Diallo sei weiterhin auf der Suche nach der besten Wahl für seine weitere Karriere, heißt es.

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