Daniel Brosinski will den FSV Mainz 05 gegen Hertha BSC Berlin endlich zum ersten Sieg führen (Foto: Imago, imago images / Eibner)

Fußball | Bundesliga Von Klopp und Tuchel lernen - das Mainz-05-Rezept für Krisenzeiten

Bei Mainz 05 kennen sie sich mich Krisen aus. Jürgen Klopp und Thomas Tuchel haben sie bereits bewältigt. Das Geheim-Rezept: Ruhe bewahren, positiv bleiben, hart arbeiten.

Die 05er haben einen schlechten Saisonstart. Drei Bundesliga-Niederlagen in Folge und dazu die Pokal-Pleite im Rheinland-Pfalz-Derby gegen Kaiserslautern. Mit Krisen kennen sie sich aus in Mainz. Da verfallen die Verantwortlichen traditionell nicht so schnell in Panik und stellen den Trainer in Frage. In diesem Fall Sandro Schwarz. Die Geschichte des Vereins zeigt, dass so ein Fehlstart in die Saison nicht gleich das Ende, also Abstieg, bedeutet.

Was haben die Weltklasse-Trainer Jürgen Klopp und Thomas Tuchel gemein? Beide mussten die eine oder andere Ergebnis-Krise als Mainz 05 Coach bewältigen. 2005 startete das Bundesliga Team von "Kloppo" mit fünf Niederlagen in Folge in die Saison. Es war die zweite Spielzeit für die Underdogs aus Mainz, und alle Experten sahen sich bestätigt, dass das zweite Bundesliga-Jahr für Aufsteiger das schwerste ist. Aber die Mainzer schafften die Wende mit einem 2:0-Sieg im Derby in Kaiserslautern. In Folge kletterte die Klopp-Truppe in Mini-Schritten aus dem Tabellenkeller, überwinterte über dem Strich und belegte am Saisonende mit 38 Punkten den elften Platz.

So besiegte Thomas Tuchel den Mainzer Heimfluch

Thomas Tuchel hatte in der Anfangsphase der Saison 2011 mit einem Heimfluch zu kämpfen. Im ersten Saisonspiel zu Hause waren die Mainzer noch erfolgreich, aber die folgenden fünf Heimspiele wurden alle verloren. Die Stimmung in Mainz war dementsprechend mies, weil in dieser Zeit auch auswärts nur drei Punkte geholt wurden vom 3. Spieltag bis einschließlich 11. Spieltag. Thomas Tuchel sagte damals: "Unsere Aufgabe ist es, in unserer Aufgabe zu bleiben." So einfach kann es manchmal sein. Seine Jungs blieben in der Aufgabe und gewannen am 12. Spieltag gegen Stuttgart. Der Heimfluch war beendet. Es folgte sogar ein 3:2-Heimsieg gegen die Bayern.

Wenn für Thomas Tuchel die "Aufgabe ist, in der Aufgabe zu bleiben", dann heißt es für Sandro Schwarz, "die Situation analytisch zu betrachten, an dem Prozess zu arbeiten und die Dinge beim Namen zu nennen". Mit dieser Ansage ging es in die Länderspielpause, die nur so heißt, aber mit Pause nichts zu tun hat. Die Nationalspieler reisen um die Welt und versuchen, ihr Land bestmöglich zu vertreten. Die Daheimgebliebenen ackern am Bruchweg. "Es ging richtig zur Sache. Es war eine der anstrengendsten Wochen hier bei Mainz 05", erzählt Daniel Brosinski im Exklusiv-Interview mit SWR Sport.

Darum bleibt Brosinski cool

Der 31-Jährige hat so manche Ergebnis-Krise erlebt, samt deren Aufarbeitung und Wende zum Guten.

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Zum Beispiel im Februar 2018. Da war die Stimmung bei den Mainzern und vor allem ihren Fans so richtig schlecht. Drei Niederlagen in Folge in der Liga und ein blamabler 0:3-Auftritt im Pokal-Viertelfinale in Frankfurt. Daniel Brosinski erinnert sich, wie sie damals am Tiefpunkt waren. "Wir haben uns als Mannschaft zusammengerauft, auch mit dem Trainer zusammen. Wir haben auch vieles hinterfragt und sind trotzdem positiv geblieben." Der Negativ-Trend wurde mit einem Auswärtssieg in Berlin gestoppt - gegen jene Hertha, die am Samstag zu Gast in Mainz ist.

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Aber auch der Rest der Saison 2017/18 war eine harte Prüfung. Erst am vorletzten Spieltag wurde der Abstieg abgewendet.

Solche Erfahrungen lassen auch Daniel Brosinski die Ruhe trotz schlechter Ergebnisse bewahren. "Irgendwann wirst du halt belohnt, wenn du dranbleibst. Dass müssen wir uns jetzt auch vor Augen führen, dass wir dranbleiben müssen und uns alles hart erarbeiten müssen." Die Belohnung wollen sich Brosinski und seine Mainzer am Samstag im Heimspiel gegen die Hertha BSC Berlin holen. "Wir haben auch schon wirklich schlimmere Zeiten gehabt hier bei Mainz 05. Ruhe bewahren, Positiv bleiben und hart arbeiten."

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