Mainz-05-Trainer Sandro Schwarz und Sportvorstand Rouven Schröder fällt nach dem 2:1 gegen Hertha BSC eine Zentnerlast ab (Foto: Imago, imago images / Jan Huebner)

Fußball | Bundesliga Aufatmen bei Mainz 05

AUTOR/IN

Mainz 05 kann doch noch siegen. Darum ist die Erleichterung auch noch einen Tag nach dem ersten Saison-Sieg gegen Hertha BSC riesig. Oder doch nicht?

Sandro Schwarz war die Anspannung anzusehen. Schweißgebadet litt er am Spielfeldrand und musste mit ansehen, wie Mark Grujic in der 83. Minute die Führung von Robin Quaison (40.) ausglich. Kurzzeitig schien es, als würde Mainz 05 schon wieder eine Führung verspielen, schon wieder mit leeren Händen dastehen und schon wieder als Tabellenletzter den Platz verlassen. Doch Jeremiah St. Juste (88.) erlöste seinen Coach, erlöste die Mainzer Fans und erlöste ganz Mainz 05. "Das Tor habe ich mir am Abend noch ein paarmal angeschaut. Ich wollte dieses Gefühl wieder und wieder erleben", sagte der Siegtorschütze am Sonntagmorgen im Interview mit SWR Sport.

Dauer

Schmerzhafter Sieg für Mainz 05-Coach Sandro Schwarz

Das 2:1 gegen Hertha BSC war der erste Sieg im fünften Anlauf - DFB-Pokal eingerechnet. Endlich gewonnen. Endlich nicht mehr Letzter. Endlich ist das Krisen-Gerede vorbei - vorerst zumindest. Trotzdem war es für Trainer Schwarz ein schmerzhaftes Ereignis: "Das war der Torjubel. Der war extrem schmerzhaft heute, weil gefühlt jeder auf mich draufgesprungen ist". Für den 40-Jährigen war es jedoch "ein glücklicher Schmerz".

Dauer

Dieser Last-Minute-Sieg sei "extrem wichtig" für Schwarz und sein Team, "so ein Spiel haben wir gebraucht." Häufig hatte er in den vergangenen Wochen kritisiert, dass seine Mannschaft nach Rückschlägen geradezu in sich zusammenfiel und regelrecht kapitulierte. Diesmal ist Mainz 05 zurückgekommen. "Das beschleunigt den Entwicklungsprozess ganz klar." Stürmer-Hüne Adam Szalai pflichtete ihm bei: "Für mich war das ein richtiges Schlüsselspiel für die kommenden Wochen."

Viel Lob für Ersatzkeeper Robin Zentner

Einen Tag später war die Euphorie schon wieder dem Alltag gewichen. Aber die Erleichterung war auf dem Trainingsplatz noch immer spürbar. "Es wurde mal wieder gelacht nach dem Spiel", erzählte Torwart Robin Zentner, der den verletzten Florian Müller vertrat und Mainz 05 mit mehreren guten Paraden zum Sieg verhalf.

Dauer

"Es ist eine riesige Qualität, wenn man länger draußen war und dann wie selbstverständlich im Tor steht", lobte der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder. "Dass er aus dem Kalten heraus so ein Spiel macht, ist für mich aber keine Überraschung." Für Siegtorschütze St. Juste war die Zentner-Show "top, top, top", für Coach Schwarz einfach "sensationell". Der 24-jährige Keeper reagierte cool: "Es ist ein Fußballspiel und man weiß, was man zu tun hat", meinte er lässig.

Doch bei aller Freude bleibt Mainz 05 realistisch. Darum blickte Sandro Schwarz bereits am Sonntag auf den nächsten Gegner: "Der Druck ist nicht raus und es ist keine Erleichterung." Denn schon am Freitagabend müssen die Mainzer beim FC Schalke 04 beweisen, dass der Erfolg gegen Berlin kein Zufall war.

AUTOR/IN
STAND