Zieht nach einer verrückten Saison Bilan: der Mainzer Stürmer Adam Szalai (Foto: imago images, Imago/ Eibner)

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Mainz-Stürmer Szalai: "Klassenerhalt ist einer der größten Momente meiner Karriere"

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Suspendierung, Rückkehr, Klassenerhalt: Für Adam Szalai war die aktuelle Saison mit dem 1. FSV Mainz 05 die bislang wohl spektakulärste. Jetzt freut sich der Ungar auf die Europameisterschaft.

Adam Szalai hat schon viel erlebt in seiner langen Karriere. Bereits mit 16 Jahren kam er aus seiner ungarischen Heimat nach Deutschland, zum VfB Stuttgart. Von dort ging es nach Spanien, in die zweite Mannschaft von Real Madrid. Es folgte die Rückkehr nach Deutschland, bei seinem ersten Mainzer Engagement war Szalai zusammen mit dem späteren Weltmeister André Schürrle und Lewis Holtby Teil der legendären Bruchweg Boys - unter Trainer Thomas Tuchel.

In der Bundesliga ging es dann weiter, zunächst zum FC Schalke 04, dann zur TSG Hoffenheim - inklusive einer Ausleihe nach Hannover. Seit 2019 ist der mittlerweile 33-Jährige wieder zurück in Mainz. Nach immerhin 27 Einsätzen in der Bundesligasaison 2019/20 begann die aktuelle Spielzeit mit seiner Suspendierung. Hintergrund war ein Streit mit dem damaligen Coach Achim Beierlorzer. Plötzlich hatte der Ungar Kabinen- und Trainingsverbot. Die Situation eskalierte dann sogar mit einem Streik der Kollegen, die sich für ihn einsetzten. Ein Novum im deutschen Fußball: "Wenn ich daran zurückdenke, dass ich nicht mehr zum Bruchwegstadion und in die Kabine kommen durfte, und wie viel Leute mich dennoch unterstützt haben, das ist schon etwas spezielles", sagt Szalai im Gespräch mit SWR Sport.

Rückkehr ins Team

Unter Beierlorzer-Nachfolger Jan Moritz Lichte kehrte Szalai dann zurück ins Team. Beim Gastspiel in München, hier saß Jan Siewert als Interimscoach auf der Bank, kam dann der erste Einsatz in dieser Saison - für eine Minute. Eine Woche später dann der nächste, für Szalai entscheidende Trainerwechsel. Bo Svensson übernahm und mit dem Dänen, der früher noch selbst mit Szalai zusammen für die Mainzer aktiv war, entwickelte sich ein Rückrundenwunder.

Der Chef hat einen Plan

Entscheidend für Szalai, dass der Klassenerhalt bereits vor dem vorletzten Spiel der Mainzer am vergangenen Sonntag gegen Dortmund feststand, ist die klare, fokussierte Arbeit von Svensson. "Wenn der Chef einen Plan hat, den wir Spieler verstehen, dann folgen wir auch diesem Plan und geben alles. Das war in den letzten fünf Monaten der Fall und ich bin mir sicher, dass es deswegen so gut funktioniert hat", sagt Szalai, der aber immer noch nicht so ganz versteht, was die 05er mit dem Klassenerhalt geschafft haben: "Ich glaube, das wird noch etwas dauern, bis man da die richtigen Worte findet. Wenn man mit sieben Punkte nach der Vorrunde solch eine Rückrunde hinlegt, das ist mehr als außergewöhnlich."

Nach dem Klassenerhalt ist vor der EM

Und jetzt – jetzt freut sich Adam Szalai auf die letzte Partie in Wolfsburg und auf das EM Abenteuer mit der ungarischen Nationalelf – trotz der schweren Gegner: "Das ist Wahnsinn, ich habe mir den Kader der Franzosen angeschaut, dazu noch Portugal und Deutschland in der Gruppenphase. Das ist natürlich eine Riesenaufgabe."

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