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Jürgen Thiem leidet. Für SWR Sport hat er jahrelang den 1. FSV Mainz 05 begleitet, seit über einem halben Jahrhundert ist er aber auch Fan des FC Schalke 04.

Es war Mitte der 1960er Jahre, als die Liebe von Jürgen Thiem zu den Königsblauen entfacht wurde. "Mein Cousin brachte damals einen Schalker Vereinswimpel und das Vereinslied auf Schallplatte mit zu uns nach Hause, da war ich fünf oder sechs Jahre alt", erinnert sich Thiem. "Da muss es mich gepackt haben, danach war die Verstrahlung nicht mehr aufzuhalten."

Gedämpfte Stimmung

Die aktuelle Lage der Schalker hat sich natürlich auch auf die Stimmung von Jürgen Thiem ausgewirkt. Wobei der Redakteur, der auch lange für SWR Sport den 1. FSV Mainz 05 begleitet hat, nicht mit Lob für den Mainzer Weg spart: "Mainz hat mit Bo Svensson, Christian Heidel und Martin Schmidt die richtigen Leute zurückgeholt, dadurch ist das alte Mainz 05 Gefühl wiedererstanden." Dazu hat der Tabellenvorletzte mit den Neuzugängen Dominik Kohr, Danny da Costa und Robert Glatzel tatsächliche Verstärkungen verpflichtet, während die Neuen bei Schalke 04 dagegen entweder, wie Klaas-Jan Huntelaar, verletzt sind, oder ihrer früheren Form weit hinterher laufen, wie die vormals "hochdekorierten" Skhodran Mustafi und Sead Kolašinac, analysiert Jürgen Thiem die Transfers beider Vereine in den letzten Wochen.

Die Zeichen stehen auf Auswärtssieg

Auch wenn die Aufholjagd der Mainzer zuletzt durch die 0:1 Niederlage gegen Augsburg gestoppt wurde und die Schalker trotz der deutlichen 1:5 Pleite in Stuttgart phasenweise überzeugen konnte, für Jürgen Thiem gehen die 05er als Favorit ins Duell mit dem Tabellenletzten: "Die Zeichen stehen ganz klar auf Auswärtssieg."

Eine kleine Hoffnung sieht der Schalke-Fan aus Mainz darin, dass sich die Rheinhessen schwerer tun mit Teams, die nicht selbst das Spiel machen. Wobei er hier aber gleichzeitig auf die technisch versierten Einzelspieler der Königsblauen verweist: "Was den Schalkern fehlt, ist die mannschaftliche Geschlossenheit. Das zeichnet Mainz 05 aus, da kämpft einer für den anderen, die kämpfen bis zur letzten Minute. Schalke dagegen hat den Abstiegskampf bis jetzt noch nicht angenommen."

Bis die Grube zugeschüttet wird

Ausgerechnet den einzigen Erfolg der Schalker seit dem 17. Januar 2020, das 4:0 gegen Hoffenheim am 9. Januar dieses Jahres, hat Jürgen Thiem verpasst. "Ich habe 38 der letzten 39 Spiele in voller Länge gesehen, am 9. Januar musste ich arbeiten. Ich bin bis heute noch skeptisch, dass es dieses 4:0 gegen Hoffenheim überhaupt gegeben hat", hat Thiem seinen königsblauen Humor noch nicht verloren. "Ich glaube, ich bin der einzige Fan weltweit, der 38 Spiele seiner Mannschaft in Serie gesehen hat ohne einen einzigen Sieg."

Auch hier gibt es, im Falle des erwarteten Abstiegs, eine Hoffnung. In der zweiten Liga dürfte es wieder mehr Grund zum Jubeln geben. Denn eins ist klar für den wahren Schalke Fan Jürgen Thiem: "Es gibt keine Aternative. Einmal Schalker, immer Schalker. Das wird so sein, bis die Grube zugeschüttet wird."

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