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Mit Bo Svensson übernimmt erneut ein Coach mit Mainzer Vergangenheit den Posten beim Tabellenvorletzten der Fußball-Bundesliga. Mit dem Dänen wollen die Mainzer das Ziel Klassenerhalt trotz der desolaten Zwischenbilanz noch schaffen.

Mainz bleibt Mainz. In Anlehnung an die wohl bekannteste deutsche Fernseh-Fastnachtssitzung bleibt sich auch der rheinhessische Bundesligist treu und vertraut bei der schwierigen Mission Klassenerhalt auf das Mainzer Gen.

Nach Jürgen Klopp, Thomas Tuchel, Martin Schmidt, Sandro Schwarz und auch Jan Moritz Lichte - alle kamen aus dem eigenen 05 Lager - kehrt mit Bo Svensson ein weiterer Ex-Mainzer auf den Trainerstuhl zurück. Einer der weiß, wie Verein und Umfeld funktionieren. 122 Pflichtspiele als Innenverteidiger, danach Trainer im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) und zwischenzeitlich zum Ende der Saison 2014/15 auch schon einmal Co-Trainer von Martin Schmidt. Der Schweizer ist seit einigen Tagen neuer Sportdirektor bei den Rheinhessen.

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Schmidt und Heidel bringen Svensson auf den Schirm

Und weil sowohl Schmidt, als auch der zurückgeholte frühere Manager und eigentliche "Mainz 05-Erfinder" Christian Heidel bei der aufkommenden Trainerfrage sofort den Namen Bo Svensson auf dem Schirm hatten, war schnell klar, der Däne soll es sein.

Der ruhige Däne kann auch laut

Wer den eigentlich ruhigen Bo Svensson in seiner Zeit beim Nachwuchs der Mainzer erlebt hat, kann sich vorstellen, dass es, nach Achim Beierlorzer und Jan Moritz Lichte, demnächst auch einmal wieder etwas lauter werden kann in der Nähe der Trainerbank. Eine Emotionalität von außen, die der verunsicherten Mannschaft in den letzten Wochen und Monaten merklich gefehlt hat.

Dass dem 41-jährigen Dänen, der den in Mainz geborenen und ebenfalls früher im NLZ tätigen Babak Keyhanfar als Co-Trainer mitbringt, die Erfahrung fehlt, glauben sie nicht in der Mainzer Führungsetage. Der in den Vorstand zurückgekehrte Christian Heidel jedenfalls ist überzeugt, dass Svensson die Wende trotz der mageren Ausbeute von nur sechs Punkten aus den ersten 14 Spielen noch schaffen kann. "Er weiß, wie sich unser Fußball anfühlen muss und verfügt über die Persönlichkeit und Durchsetzungsstärke, dieses Wissen auch auf die Mannschaft zu übertragen", so Heidel.

Längere Verhandlungen mit dem FC Liefering

Dass Svensson noch nicht beim 2:5 der Mainzer beim FC Bayern München auf der Trainerbank saß, hatte mehrere Gründe. Zum einen wollte man den neuen Coach nicht gleich mit einer am Ende, trotz starker erster Halbzeit, zu erwartenden deutlichen Niederlage starten lassen, zum anderen gestalteten sich die Verhandlungen mit dem bisherigen Arbeitgeber des Dänen, dem österreichischen Zweitligisten FC Liefering, zäher als erwartet. Im Sommer 2019, als Svensson die Mainzer in Richtung Liefering verließ, erhielten die 05er eine Ablöse von geschätzten 1,5 Millionen Euro. Eine Summe, die der aktuelle österreichische Tabellenzweite jetzt natürlich zurück haben wollen. Es wird sogar spekuliert, dass im Vertrag noch ein Nachschlag vereinbart wurde, sollte der FSV Mainz 05 mit Svensson noch den Klassenerhalt schaffen.

Auftakt gleich das Derby gegen Eintracht Frankfurt

Und so wird in Mainz zwar nicht alles so bleiben wie es war, aber vielleicht bald einmal wieder gesungen und gelacht werden. Vielleicht ja bereits am Samstag, wenn die 05er im Derby Eintracht Frankfurt empfangen.

Einen Erfolg hier hat Bo Svensson schon einmal geschafft. Im November 2018 gewann die von ihm betreute U19 der Mainzer das Duell gegen die Eintracht mit 1:0. Torschütze damals, bereits nach 12 Sekunden, ein gewisser Leandro Barreiro. Was wäre das für eine Geschichte, wenn dem Luxemburger, der in München in der Startelf stand, zusammen mit dem Dänen Svensson dieses Kunststück noch einmal gelingen würde.

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