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Kurz vor der Saison-Wiederaufnahme in der Frauen Fußball-Bundesliga spricht sich die Freiburger Fußball-Nationalspielerin Sharon Beck gegen den Re-Start aus. Außerdem erzählt sie von ihrem Leben als deutsch-israelische Fußballerin.

Im SWR Fußball-Podcast "Steil!" bemängelt Sharon Beck die fehlende Fürsorge des Verbandes für die Spielerinnen. Die derzeit verletzte israelische Nationalspielerin sieht schon die einwöchige Quarantäne kritisch, in der sich die Teams derzeit befinden: "Es sind viele Spielerinnen, die berufstätig sind, die sich dafür jetzt auch Urlaub nehmen müssen. Wie stellt sich der DFB das vor?" Für die Profis bei den Männern sei dies kein Problem, bei den Frauen seien die Verhältnisse aber ganz andere. Wenn es um die Gleichberechtigung gehe, müsse man "bei der Bezahlung anfangen."

Das sind keine fairen Voraussetzungen

Den Kern des Problems sieht die 25-Jährige in den gesundheitlichen Gefahren und der potenziellen Wettbewerbsverzerrung durch die unterschiedlichen Vorgaben in den jeweiligen Bundesländern für die zwölf Bundesliga-Vereine: "Wenn man sieht, dass Thüringen nicht trainieren darf, dass Jena erst in einer guten Wochen ins Mannschaftstraining einsteigen darf, andere hingegen schon spielen, glaube ich, dass es nicht das Richtige ist, weiterzuspielen." Aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit, müssten einige Teams mit minimalem Training in englische Wochen starten. Das gebe ihr den Eindruck, dass "nicht auf unsere Gesundheit geachtet wird", es gehe nur darum, dass "Sponsoren jetzt nicht abspringen." 

Für Israel zu spielen war ein Herzenswunsch

Die gebürtige Rheinländerin Beck spricht bei "Steil!" auch über ihre Gründe, für Israel, dem Geburtsland ihres Vaters, zu spielen statt für Deutschland. Beck hatte alle DFB Junioren-Nationalmannschaften durchlaufen und war 2018 auch zur A-Nationalmannschaft eingeladen worden. Dort habe sie aber gemerkt, dass ihr der Druck zu viel wurde: "Ich möchte das, was ich mache, genießen." So habe sie sich entschlossen, für den Fußball-Zwerg Israel zu spielen. Das sei eine absolute Herzenssache gewesen und sie habe den Entschluss nie bereut. Mit Israel sei ihr Ziel, sich irgendwann für ein großes Turnier zu qualifizieren.           

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Wisst ihr überhaupt, was ihr da sagt?

Rassistische Anfeindungen habe sie selbst zum Glück noch nie erleben müssen. "Die Jugendlichen von heute, die benutzen dann das Wort Judas und wissen gar nicht, was hinter dem Wort steckt", so Beck. "Dann frage ich sie, ob sie überhaupt wissen, was sie da gerade äußern - das ist mir einfach wichtig, dass ich die Leute in die Schranken weise." Zumal sie es trotz Trennung der Eltern genießt, Weihnachten bei der Mama und Pessach beim Papa zu feiern. Eben eine Wanderin zwischen zwei Kulturen.

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