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Josephine Henning hat im Fußball so ziemlich alles gewonnen. Europameisterin, Olympia-Siegerin, Deutsche Meisterin, sogar gleich viermal die Champions League. Selbstverständlich nimmt die gebürtige Mainzerin ihre große Karriere aber nicht.

Dass Josephine Henning so viele Erfolge im Fußball feiern konnte, ist für sie nicht selbstverständlich. Die 31-Jährige ist sich sehr bewusst, wie viel "Vorarbeit" von Generationen vor ihr geleistet wurde. "Ich weiß, dass ganz viele vor meiner Zeit an Türen geklopft haben und meine Generation davon profitiert hat. Genauso ist es unsere Verantwortung, dass für die nächste Generation zu tun", sagte Henning im Interview mit SWR Sport. Vier Titel bei der Women's Champions League, vier Trophäen in der Frauen-Bundesliga und ein DFB-Pokal aus dem Jahr 2013. Die gebürtige Mainzerin ist die einzige Spielerin, die mit drei verschiedenen Vereinen, Potsdam, Wolfsburg und Olympique Lyon, den Europacup gewann. Und mit der Nationalmannschaft feierte sie 2013 die Europameisterschaft und gewann drei Jahre später die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Rio.

"Als Profisportler kann man alles gar nicht so schnell reflektieren."

Mit 28 Jahren beendete sie ihre aktive Fußball-Laufbahn. Sie hat viel erlebt und konnte erst nach der Karriere wirklich alles verarbeiten. Es brauchte Zeit. Die Erfahrungen, die Josephine Henning im Fußball machen konnte, halfen ihr den Schritt vom Rasen an die Leinwand erfolgreich zu gestalten. "Als Profisportler kann man alles gar nicht so schnell reflektieren. Die Kunst war für mich immer nebenher ein Medium, wie eine Art Sprachrohr zu benutzen, und es dadurch zu verarbeiten." Aber auch nach ihrer aktiven Karriere bleibt die Position und Rolle des Frauenfußballs ihre Herzensangelegenheit. Sie wünscht sich kontinuierliche Unterstützung, die auch eine spürbare Wirkung zeigt. "Es kämpfen an ganz vielen verschiedene Stellen viele Leute. Das sollte man verbinden und sich unterstützen. Der Neid sollte keine Rolle spielen."

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