Die TSG Hoffenheim gewann das Hinspiel in Malmö (Foto: Imago, Eibner)

Fußballerinnen | Champions League

TSG Hoffenheim: Traumtor zur Champions League?

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Mit dem deutlichen Sieg beim FC Rosengård haben sich die Fußballerinnen der TSG Hoffenheim auf dem Weg in die Gruppenphase der Champions League eine gute Ausgangslage verschafft - auch dank eines Traumtors.

Lang dürfte sie nicht gewesen sein, die Nacht in Malmö - zumindest für die Fußballerinnen der TSG Hoffenheim. Nach dem 3:0 beim FC Rosengård aber war das Team von Trainer Gabor Gallai vielleicht auch gar nicht zwingend auf nächtliche Träume angewiesen. Schließlich hatten sie die Traumtreffer am Abend einfach selbst beigesteuert - hellwach bis zur Nachspielzeit.

Als auf der Anzeigetafel im Stadion in Malmö schon 90+3 angezeigt wurde, packte Chantal Hagel noch einen aus, dabei war die Hoffenheimerin nur Minuten zuvor noch auf dem Platz behandelt worden. Der Verdacht: ein gebrochener Finger. Für Hagel aber kein Grund nicht doch einen Lupfer zu versuchen, aus 20, 25 Metern über die gegnerische Torhüterin hinweg. Der Ball prallte erst noch gegen die Latte. "Ich musste noch kurz bangen", sagte Hagel SWR Sport. "Aber er ist ja zum Glück reingegangen." Das 3:0, ein Treffer der Marke "Tor des Monats".

Einfach mal draufhalten

Die Mitspielerinnen außer sich, und der Trainer? "Mir ist das relativ egal, wie die Tore ausgesehen haben", kommentierte der den Treffer im vereinseigenen Interview. Eine Trainer-Meinung der Marke unaufgeregt und fast so, als hätte sein Team eine Art Flatrate auf Traumtore. Schließlich hatte in der 71. Minute schon Laura Wienroither an der Strafraumgrenze Maß genommen und den Ball ins Netz gezirkelt.

"So ein Schuss kommt meistens raus, wenn ich nicht mehr weiß, was ich machen soll", gestand Wienroither nach der Partie. "Aber wenn ich der Mannschaft damit helfen kann, dann freut mich das natürlich." Das konnte sie. Denn das 2:0 war die Vorentscheidung in einem Spiel, in dem die Hoffenheimerinnen Geduld brauchten und sich nach Kräften bemühten, den schmalen Grad zwischen Kontrolle und Risiko zu treffen.

Hoffenheim unter Druck

Denn die Schwedinnen rund um Kapitänin Caroline Seger waren mit all ihrer Erfahrung, hunderten Länderspielen, internationalen Titeln und Triumphen leicht favorisiert in die Partie gegangen - und begannen mit Druck. Das Ergebnis? Kaum Räume für die TSG, frühes Anlaufen der Gastgeberinnen. Doch das Team von Trainer Gallai ließ sich davon nicht aus dem Tritt bringen, blieb geduldig und, was bisweilen fast noch wichtiger war, konsequent im Defensiv-Verhalten. Das schnelle Umschaltspiel von Rosengård blieb so ohne Folge.

Dass sein Team den schwedischen Rekordmeister so deutlich bezwang, war für Coach Gallai noch während der Partie eine hoch emotionale Angelegenheit, nach dem Abpfiff aber nahm er das 3:0 ebenso cool zur Kenntnis, wie die Traumtreffer seiner Spielerinnen und bilanzierte: "Wenn man 3:0 in Rosengård gewinnt, dann kann man mit dem Ergebnis zufrieden sein." Kann man. Denn die Ausgangslage ist, auch ohne die inzwischen abgeschaffte Auswärtstor-Regel, recht gut.

"Es ist noch nichts gewonnen"

Aber: "Es ist noch nichts gewonnen", so Gallai. Und auch Wienroither warnte vor der Qualität der Schwedinnen: "Wir wissen, dass Rosengård viel Qualität hat und dass sie nächsten Mittwoch zu uns kommen und alles geben werden, um das Ergebnis zu drehen." Das aber wollen die Hoffenheimerinnen verhindern - wenn es sein muss mit einem Traumtor in der Nachspielzeit.  

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