Die Hoffenheimerinnen konnten sich gegen den FC Barcelona nur selten so durchsetzen wie hier Jana Feldkamp (Foto: imago images, Eibner)

Frauenfußball | Champions League

Ballon d'Or-Nominierte treffen um die Wette: Hoffenheim in Barcelona ohne Chance

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Zu viel Weltklasse für die Hoffenheimer Fußballfrauen: Das Star-Ensemble des FC Barcelona siegte verdient mit 4:0 (3:0) gegen die TSG, die sich schon nächste Woche revanchieren kann.

Bei leichtem Fritz-Walter-Wetter erwartete die Hoffenheimerinnen im Estadi Johann Cruyff ein schwerer Gegner. "Die beste Mannschaft der Welt", wie sie TSG-Trainer Gabor Gallai im Vorfeld nannte, startete mit gleich fünf "Ballon D’Or" (Wahl zur Weltfußballerin, Anm. d. Red.)-Nominierten entsprechend stark.

Barcelona drückt und trifft

Schon in der fünften Minute köpfte Jennifer Hermoso, eine des Nominierten-Quintetts, nach einem gefährlichen Freistoß von Lieke Martens völlig frei die 1:0-Führung für Barca. Ein weiterer Freistoß führte zum 2:0 in der 20. Minute. Aus zentraler Position, kurz vor dem Hoffenheimer Strafraum, drosch die Nächste mit "Ballon D'Or-Chancen", diesmal Alexia Putellas, den Ball ins TSG-Tor.

Seltene Umschaltmomente liefen über eine mutige Jule Brand, sorgten aber nur gelegentlich für Entlastung der Kraichgauerinnen. Ansonsten versuchte Hoffenheim den Strafraum mit zwei tiefstehenden Ketten zu verteidigen. Diese überspielte Maria Leon in der 34. Minute. Der lange Ball hinter die Abwehr fand erneut Alexia Putellas, deren Abschluss der Hoffenheimer Torhüterin Martina Tufekovic zum 3:0 unglücklich durch die Beine rutschte - gleichzeitig der Halbzeitstand.

Torrejon knipst das Licht aus

Für Raunen auf den Rängen sorgten in der zweiten Hälfte Tufekovics Paraden und das Flutlicht, das mehrmals für ein paar Sekunden ausfiel. Die TSG schloss nun disziplinierter die Lücken in der Zentrale und traute sich, höher zu stehen. Das nutzte Putellas und flankte an den zweiten Pfosten. Dort musste Marta Torrejon, Schwester des ehemaligen Freiburger Profis Marc Torrejon, zum 4:0-Endstand nur noch den Kopf hinhalten (74.).

Die Hoffenheimerinnen schafften es nicht Barcelona unter ihre typische Ballbesitzmarke von 70 Prozent zu drücken und blieben bis zum Abpfiff ohne Torabschluss (0:31 Torschüsse). Die zweite 4:0-Champions-League-Niederlage in Folge fiel verdient aus.

"Wir hatten zuviel Respekt"

"Ich glaube, wir haben eine erste Halbzeit gesehen, wo wir sehr mutlos waren und zuviel Respekt vor dem Gegner hatten", sagte TSG-Coach Gallai nach der Partie. "Phasenweise" hätte seine Mannschaft im zweiten Durchgang besser agiert: "Aber unterm Strich war es ein Auftritt, den wir hätten besser machen können."

Barcelona führt auch die nationale Liga ohne Punktverlust mit neun Siegen und 54:2 Toren an. Das Finale in der Königsklasse hatte der Klub im Mai mit 4:0 gegen Chelsea FC Women gewonnen.

Nur noch Platz drei

In der Hoffenheimer Gruppe C bleibt HB Köge indes gegen Arsenal weiter sieglos. Mit 5:1 gewannen die Londonerinnen das Parallelspiel und ziehen mit sechs Punkten an der TSG vorbei. Angreiferin Nicole Billa und Co. weisen weiterhin drei Zähler auf und rutschen damit auf Platz drei ab.

Nächste Woche bietet der Spielplan den Hoffenheimerinnen gleich die doppelte Revanche-Chance: Am Sonntag (14.11.) will die TSG gegen die Tabellennachbarinnen aus Leverkusen die Neuauflage des DFB-Pokal-Krimis dieses Mal für sich entscheiden. Drei Tage später (17.11.) könnte der FC Barcelona im Kraichgau den Einzug ins Champions-League-Viertelfinale feiern - und Hoffenheim seine Wiedergutmachung.

Fest steht: Am 29. November wird der Ballon D'Or in Paris verliehen. Die Torschützinnen in Diensten des FC Barcelona unterstrichen gegen die TSG ihren Anspruch auf die Auszeichnung.

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