SG Andernach: Zweitliga-Fußball unter Amateurbedingungen (Foto: SWR, SWR)

Fußball | 2. Frauen-Bundesliga

SG 99 Andernach: Profifußball unter Amateurbedingungen

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EIN FILM VON
Jan Ebling

Die Fußballerinnen der SG 99 Andernach spielen in der 2. Liga, trainieren allerdings unter Amateurbedingungen. Woche für Woche ein schwieriger Spagat für die Spielerinnen und die Club-Verantwortlichen.

Frauenfußball in Andernach, das ist die zweite Bundesliga. Das hört sich zwar professionell an, ist es aber nicht. Fehlenden professionellen Strukturen stehen Ehrenamt und Herzblut gegenüber. Aber ganz ohne Geld geht es natürlich nicht.

Der Verein kämpft um jeden Euro. Ein Beispiel: Der Hauptsponsor verspricht das Trainingslager nächstes Jahr zu bezahlen, wenn die Mannschaft in der zweiten Liga am Saisonende Dritter würde. Werden sie Zweiter, gibt es noch 250 Euro pro Spielerin obendrauf. Eine Summe, die bei den Männern teilweise schon in der A-Klasse bezahlt wird.

Zweite Liga als Hobby

In Andernach bekommen die Spielerinnen lediglich ihre Fahrtkosten erstattet. Dazu 5 Euro pro Trainingseinheit und 20 Euro pro Spiel. Fakt ist: Aus finanziellen Gründen sind die Spielerinnen nicht hier. Die SG Andernach trumpft mit Herz auf.

Zuschauer-Einnahmen fehlen

In der Liga sind die Andernacherinnen nach drei Spieltagen Vierter. Am vergangenen Wochenende war der Tabellendritte FSV Gütersloh zu Gast (0:0). Das Topspiel wollten nur 150 Zuschauerinnen und Zuschauer sehen. Ernüchternd.

Im Fall des Aufstiegs würde es den nicht geben

Die Andernacherinnen spielen oben mit. Aber an Aufstieg, an die erste Liga, ist in Andernach nicht zu denken. Würden sie sich sportlich dafür qualifizieren, würde die SG 99 ihr Aufstiegsrecht nicht wahrnehmen. Der Grund: Die fehlenden professionellen Strukturen. Zwei Beispiele: Der DFB fordert 250 überdachte Plätze. Die hundert Jahre alte Tribüne ist seit Jahren gesperrt und der Rasenplatz hat kein Flutlicht.

Frauenfußball in Andernach, das ist die zweite Bundesliga. Das hört sich zwar professionell an, ist es aber nicht.

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Jan Ebling

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