Der TuS Wörrstadt feiert die Deutsche Meisterschaft 1974 (Foto: Imago, WEREK)

Fußball | Frauen TuS Wörrstadt: Erster Deutscher Meister im Frauenfußball

Die ersten Deutschen Frauenfußball Meisterinnen kamen 1974 aus Rheinhessen vom TuS Wörrstadt. Doch vom einstmals großen Verein ist heute nicht viel übrig geblieben.

Am Samstag beginnt die Frauen-Fußball Weltmeisterschaft in Frankreich. Die Deutschen gehören zum Kreis der erweiterten Favoritinnen. Die Mannschaft befindet sich im Umbruch. Das Erreichen des Viertelfinales ist das Minimalziel, das Halbfinale wäre ein Erfolg. Das Finale unglaublich, der Titel der Wahnsinn.

Den WM-Titel konnten die Frauen schon zwei Mal gewinnen (2003 und 2007), dazu kommen acht Europameistertitel (1989, 1991, 1995, 1997, 2001, 2005, 2009 und 2013), sowie vier Olympische Medaillen (Bronze 2000, 2004 und 2008) und ein Mal Gold (2016).

Richtig los ging's 1973 - mit dem TuS Wörrstadt als erstem Meister

Als erster - allerdings noch inoffizieller - Deutscher Meister im Frauenfußball wird der TuS Wörrstadt geführt. Inoffiziell deshalb, weil damals noch nicht alle 16 Landesverbände des DFB Mannschaften für die Meisterschafts-Endrunde meldeten. 1974 war es dann soweit: der TuS Wörrstadt gewann auch die erste offizielle Meisterschaft. Beim Finale im Bruchwegstadion in Mainz gab es einen 4:0 Erfolg gegen Eintracht Erle. Die Wörrstädter Spielerin Bärbel Wohlleben erzielte in diesem Spiel als erste Frau auch das "Tor des Jahres", gewählt von den Zuschauerinnen und Zuschauern der ARD-Sportschau.

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Es fehlen Sponsoren und Nachwuchs

75 ist sie heute und fit wie ein Turnschuh. Bärbel Wohlleben steht- rückwärts betrachtet- für die großen Zeiten in Wörrstadt. Dieses Jahr feiern sie in der kleinen Stadt in Rheinhessen Jubiläum: 50 Jahre Frauenfußball. Aktuell spielen die Wörrstädterinnen allerdings nur noch in der Regionalliga.

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Die Probleme sind wie überall gleich. Wenig Sponsoren, fehlender Nachwuchs, weiß Maria Breuer, seit 32 Jahren die gute Seele im Klub: "Das Interesse ist nicht mehr so da und deshalb bin ich der Meinung, wenn unsere Weltmeisterschaft, die jetzt wieder vor der Tür steht, wenn da unsere Mannschaft wieder richtig gut Fußball spielt, wenn da wieder Interesse geweckt wird dann denk ich ist auch wieder der Frauenfußball".

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Man hofft in Wörrstadt also auf einen weltmeisterlichen Aha-Effekt. Wie damals, als Bärbel Wohlleben Wörrstadt in den medialen Fokus gerückt hat mit ihrem Tor für die Geschichtsbücher.

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