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Für die Fußball-Bundesligisten wirbelte die Corona-Pandemie nahezu alle Zeitpläne durcheinander. Freiburgs Trainer Christian Streich spürt diesen Leistungsdruck besonders vor dem DFB-Pokalspiel (20:45 Uhr, live im Ersten) gegen den VfB Stuttgart.

Eine besinnliche (Vor-)Weihnachtszeit, die ist schön und entspannend, sofern man eine überhaupt hat. Bei den Bundesliga-Clubs war davon dieses Jahr keine große Rede, denn das Corona-Virus hat die Spiel-Taktungen der aktuellen Saison stark komprimiert und intensiviert. Es ist ein hoher Leistungs- und Belastungsdruck für die Trainer, Betreuer und die Spieler. Sogar SC-Trainer Streich wirkte kurz vor dem wichtigen DFB-Pokalspiel gegen Stuttgart in seinen Planungen teils ratlos - und das muss bei einem Christian Streich erst einmal vorkommen.

Streichs Not macht erfinderisch 

"Wir haben ein paar Spieler, die sehr, sehr viele Meter gegangen sind und mit einer sehr hohen Intensität die Spiele bestritten haben", so Streich vor dem fünften schwäbisch-badischen Duell im DFB-Pokal. Ein zentraler Punkt, wieso er sogar einen Tag vor dem Anpfiff noch keine finale Startelf formen konnte: "Ich kann Ihnen noch nicht sagen, wie wir letztendlich auf drei, vier Positionen aufstellen werden, respektive aufstellen können." Es könne daher einige Wechsel in der ersten Elf geben, so Streich und verkündete vorab, dass Ersatztorhüter Benjamin Uphoff beginnen wird

Mit einem Erfolg gegen Stuttgart würden der SC Freiburg erstmals seit 2017 wieder in die dritte Pokalrunde einziehen. Einige Stammkräfte werden ersetzt, "aber wir wollen unbedingt weiterkommen und deswegen auch nicht zu viel verändern", fügte der SC-Coach den Sieges-Ambitionen bei: "Wir werden alles dafür tun, dass wir eine Runde weiterkommen."

Eine Pause wäre wertvoller als Gehälter 

Die kommende Winterpause - die diese Bezeichnung eigentlich gar nicht verdient - endet für alle abrupt nach Weihnachten, denn am 2. Januar startet die Bundesliga-Rückrunde. Vorteile wegen des aktuell guten Laufs der Freiburger und der Kurzpause gibt es für Streich keine: "Die zehn Tage, in denen wir immer durchatmen konnten, waren extrem wichtig", so Streich. Ebenso wenig hält er davon, dass "man zehn Monate ununterbrochen durcharbeitet”, weil das sei “schlecht für alles und für die Gesundheit von allen". Der 55-Jährige würde daher lieber weniger Gehalt beziehen und dafür mehr Regeneration zwischen den Jahren genießen. 

Weihnachten mit der Familie verboten

Bei manchen ausländischen Spielern spitzt sich die Situation der kurzen Winterpause und der wegen der Corona-Pandemie eingeschränkten Reisemöglichkeiten so weit zu, dass sie ihre eigenen Familien keinen Weihnachtsbesuch im Ausland abstatten können. Einer der Leidtragenden ist etwa der französische Leistungsträger Baptiste Santamaria: “Der muss hier bleiben, da haben wir gemeinsam darüber gesprochen. Auch sonst probieren wir natürlich so wenig Risiko wie möglich zu gehen”, sagte Streich 

Für den SC Freiburg kann ein Weiterkommen gegen den VfB Stuttgart im DFB-Pokal den krönenden Abschluss eines erfolgreichen Sportjahres 2020 bescheren - abgesehen von den einschränkenden Umständen der Pandemie, wie fehlende Zuschauer oder hohe finanzielle Einbußen. Ein Einzug in die dritte Pokalrunde wäre ein höchst willkommenes Weihnachtsgeschenk für ein kurioses und anstrengendes Jahr.

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